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Südliche Spreeinsel – Leben am Wasser

Teil 2

Klosterstraße
10179 Berlin – Mitte

Fortsetzung des Rundgangs über die Südliche Spreeinsel.

Wegbeschreibung zur Station 11 – Die Sperlingsgasse

Unten angekommen zwei Meter vor, 90 Grad links und drei Meter geradeaus auf dem Mosaikpflaster bis zu den Gehwegplatten gehen. Dann etwa 50 Meter geradeaus auf großen Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts bis zum Ende des Mosaikpflasters gehen, dann 90 Grad rechts. Möglicherweise parkende Autos rechts. 

Von hier fünf Meter geradeaus auf den Gehwegplatten mit Orientierung am Sandboden links. Nun 90 Grad links, dann etwa 20 Meter auf dem gleichen Belag mit Orientierung an der Grenze zwischen den Gehwegplatten und dem Sandboden links, bis zu einer Sitzbank an der rechten Seite gehen. Eine Sitzgelegenheit.
Standort: Am Spreekanal


Station 11 – Die Sperlingsgasse

Sperlingsgasse

Am östlichen Ufer des Spreekanals, zwischen Sperlingsgasse und Schleusenbrücke, befand sich noch bis in die 60er Jahre die Straße “An der Schleuse“. Direkt bei der Jungfernbrücke zweigte vom Spreekanal der Mühlengraben ab, der seinerzeit zum Antrieb der Werderschen Mühlen diente. Später, nach erheblichen Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg und im Rahmen des Baus des Staatsratsgebäudes, wurde der Mühlengraben verfüllt, die Häuser wurden abgerissen und die Straße An der Schleuse aufgehoben.

Geschichte

Die Sperlingsgasse ist heute eine trostlose, nur 95 Meter lange Straße, die im Süden an den Garten des ehemaligen Staatsratsgebäudes angrenzt und nur aus einem einzigen Haus besteht, nämlich der Nummer eins. Dafür hat sie eine lange, nicht nur literarische Geschichte, deren Anfang im Mittelalter liegt. Angelegt wurde sie als der kürzeste Weg zum Wasser für die Einwohner Cöllns; deshalb hieß sie Neu Gasse zur Spree, danach einfach Spreegasse und zum Schluss Spreestraße.
Wilhelm Raabe – ein junger Mann aus dem Herzogtum Braunschweig wohnte hier vom Oktober 1854 bis Frühjahr 1855 und besuchte an der Friedrich-Wilhelm-Universität historische und philosophische Vorlesungen. Er bezog eine Wohnung im Haus Nummer elf bei der Schneidemeisterin Wuttke. Hier schrieb er seine Chronik der Sperlingsgasse. Aus Anlass des hundertsten Geburtstags des Dichters im Jahre 1931 wurde die einfache Spreestraße in Sperlingsgasse umbenannt. Sie trägt ihren Namen also nach einen literarischem Werk. Gleichzeitig schmückte sich die Gaststätte im benachbarten Haus Nummer zehn mit dem Namen “Raabe-Diele”.

Chronik

Das Buch “Die Chronik der Sperlingsgasse“ erschien unter dem Namen Jacob Corvinus.
Die Ereignisse seiner Straße und das Leben ihrer Bewohner erzählt uns der alte einsame Gelehrte Johannes Wacholder.
Und das sind echte Berliner Schicksale und Geschichten aus fünf Jahrzehnten.

Raabes Gestalten – der Karikaturist Schtrobel, der Journalist Wimmer und der Maler Ralff personifizieren lebendige Berliner Originale. Sie repräsentieren einen Querschnitt der politischen, sozialen und ökonomischen Verhältnisse Deutschlands Mitte des neunzehnten Jahrhunderts.
Der Roman war ein Erfolg. Aber das Aussehen der Straße, die nun in Sperlingsgasse umbenannt war, hat sich vollständig verändert. Kurz vor Kriegsende war die Bebauung nahezu komplett vernichtet. Häuser, die noch geblieben waren, haben ihre Dächer verloren und waren so dem Verfall preisgegeben. Anfang der 60er wurden alte, inzwischen unbewohnte, zerfallene Fachwerkhäuser abgerissen. Verschont blieb nur die alte Kneipe in der Nummer zehn. Das Haus, in dem Frau Konarschke die Raabe-Diele bewirtschaftet hatte, war erst renoviert aber dann doch bald abgerissen worden. Die neue “Raabe-Diele” ist in das Ermelerhaus am Märkischen Ufer “verlagert” worden.

Wegbeschreibung in Richtung Wandmosaik


Von der Bank aufstehend 90 Grad links und etwa 20 Meter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung an der Rasenkante links bis zu deren Ende wo links ein Straßenpfahl ist. Nun 90 Grad links und zwei Meter vor 90 Grad rechts und drei Meter vor bis zur abgesenkten Bordsteinkante.
Standort: Sperlingsgasse Ecke Friedrichsgracht.
Es folgt die Überquerung der Sperlingsgasse für sechs Meter auf Kopfsteinpflaster. Eine Ampelanlage ist nicht vorhanden, geringer Verkehr kommt von beiden Seiten. Auf der anderen Straßenseite fünf Meter geradeaus vorgehen und 90 Grad links.

Standort: Direkt vor einem Haus mit Wanddekoration in drei Meter Höhe beginnend.

“Der Mensch, das Maß aller Dinge“ – Das Wandmosaik

Heute besteht die Straße aus einem einzigen Plattenbau mit Appartements. Seine Frontseite, die zur Friedrichgracht weist, ist mit einer Wanddekoration unter dem Titel „Der Mensch, das Maß aller Dinge“ geschmückt. Die wandfüllende Arbeit von Walter Womachka ist sechs Mal fünfzehn Meter groß und besteht aus 360 farbigen einzeln emaillierten Kupferplatten. Das Bild zeigt einen Menschen mit gehobener rechter Hand. Die linke Hand hält eine Zeichnung und ein Winkelmaß. Über seinem Kopf ist eine zweidimensionale geometrische Figur – eine sogenannte Sattelfläche oder hyperbolisches Paraboloid, platziert. Gleich daneben sind eine Integralformel und Funktionsgraphen aufgeschrieben. Zu seinen Füßen befindet sich eine Pyramide, die mit einem Kreis und mit einem Quadrat umkreist ist.

Durch den Körper des Menschen ist senkrecht eine Linie gezogen. Auf dieser vertikalen Achse liegen die Mittelpunkte von verschieden großen Ellipsen. Die kleinste Ellipse umfasst den Brustbereich in Höhe des Herzens; die größte Ellipse umfasst den ganzen Menschen von Kopf bis Fuß. Die Kreise in verschiedenen Größen markieren den Bereich der Beine. Ebenso wird der ganze Mensch von einem Dreieck, dessen Mittelpunkt auch im Brustbereich liegt, eingefasst.
Alle geometrischen Figuren sind aus Flacheisen gefertigt und auf der vielfarbigen Mosaikfläche angebracht.
Der Mensch verkörpert offensichtlich einen Bauarbeiter oder einen Ingenieur. Der Hintergrund der Malerei besteht aus Vierecken in verschiedenen Größen und Farben, hauptsächlich rot, grün, blau und gelb. Der Maler Walter Womachka, geboren 1925 und 2010 gestorben, war ein weltbekannter bildender Künstler der DDR.
„Der Mensch, das Maß aller Dinge“ stellt den ersten Teil des sogenannten Homo-Mensura-Satzes von Protagoras, dem antiken griechischen Philosophen, dar. Seine bekannteste sophistische Lehraussage lautet: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der seienden, dass sie sind, der nichtseienden, dass sie nicht sind.“

Wegbeschreibung zur Station 12 – Die Gertraudenbrücke

Jetzt 90 Grad rechts und etwa 170 Meter geradeaus auf den Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts bis zur abgesenkten Bordsteinkante der Scharrenstraße gehen. 
Ein Metallpoller mittig am Ende der Strecke.
Es folgt die Überquerung der Scharrenstraße, für sechs Meter auf Kopfsteinpflaster. Eine Ampelanlage ist nicht vorhanden, der geringe Verkehr kommt von beiden Seiten. 
Auf der anderen Straßenseite etwa 15 Meter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster links bis zu einer Sitzbank links, die vor einem Restaurant steht, vorgehen. 
An den Tischen des Restaurants bietet sich eine Sitzgelegenheit.
Standort: Friedrichsgracht Ecke Gertraudenstraße, am Juwel-Palais.

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Station 12 – Die Gertraudenbrücke

Geschichte

Dort, wo früher das Gertraudenhospital und das Gertraudentor standen, tanzen Mäuse an dem Fries auf der Statue der Heiligen Gertrude. Und wo kommt das her?
Eine kleine hölzerne Brücke gab es hier schon seit dem dreizehnten Jahrhundert. Damals hieß sie einfach Teltower Brücke, denn sie stieß in das gleichnamige Stadttor.

Um 1400 wurde vor diesem Tor eine Pflegestation – ein Hospital oder Spittel errichtet. Und zwar im Namen der heiligen Gertrude. Die Ururgroßtante von Karl dem Großen lebte im siebten Jahrhundert im wallonischen Kloster Nivelles. Sie war eine barmherzige Frau und beschützte die Reisenden, Gefangenen, Pilger, Armen und Kranken. Für die hat sie auch Herbergen und Spitäler gegründet. Die Stelle an der Teltower Brücke war dafür bestens geeignet, weil dort Wasser- und Landwege sich kreuzten. 1894 fand hier auch eine wunderschöne Skulptur ihren Platz.
Sie zeigt die Heilige in der Äbtissinnentracht. Sie reicht einem reisenden Jüngling den Milchtrank. Lächelnd schaut sie zu und „übersieht“ dabei offensichtlich die gestohlene Gans, die der Bursche an der Leine mit sich schleppt. In der linken Hand hält Gertrude eine Spindel. Im Mittelalter gehörte Spinnerei zu einer der wichtigsten Aufgaben der Frauen. Am 17. März – dem Tag der Heiligen – musste die Arbeit an der Spindel beendet sein, weil der Frühling ruft und die Felder. Zu Frauen, die nicht fleißig genug waren, um ihre Winteraufgaben rechtzeitig zu erledigen, schickte Gertrude eine Maus, die kurzerhand den Faden abbiss. Wenn es sprichwörtlich heißt: „da beißt die Maus keinen Faden ab“, heißt das, dass man mit der Arbeit rechtzeitig fertig war. Das Denkmal ist voll von Symbolen. Neben einem Kranz aus Mäusen knospen Lilien zu Füßen der Heiligen. Denn den alten Sagen nach wurden auch die Seelen der Verstorbenen zu Wanderern. In der ersten Nacht nach dem Tode verwandelte sich die Seele in eine Maus und ging zur Heiligen Gertrude, in der Zweiten Nacht zum Heiligen Michael und danach dorthin, wo sie es verdient hatte. Aber nur Gertrude als die Beherrscherin über die Mäuse konnte Felder und Scheune schützen. Darum beteten die Leute zu ihr und brachten ihr die ersten Frühlingsblumen.
Die alte Brücke am Gertrauden Tor wurde – ähnlich der Jungfernbrücke – ebenso erneuert und vom Baumeister Titus Favre in eine Klappbrücke mit Zug und Gegengewichten, umgebaut. Im Laufe der Zeit musste die Gertraudenbrücke immer wieder erweitert und verstärkt werden. Ende des neunzehnten Jahrhunderts passierten die Brücke sieben Pferdestraßenbahnlinien. 1894 wurde die alte Zugbrücke durch eine massive steinerne Brücke ersetzt.
Man erzählt, dass in den Kriegsjahren die Skulptur eingeschmolzen werden sollte. Aber die Berliner versteckten die Heilige. Nach dem Krieg wurde bei Räumung der Trümmer das Werk gefunden und kehrte auf seinen alten Platz auf der frisch restaurierten Brücke zurück. Seit 1977 gehört die Brücke nur den Fußgängern, da der Verkehr auf die daneben parallel laufende, neu errichtete Spannbetonbrücke umgeleitet wird.

Die Gertraudenbrücke steht heute unter Denkmalschutz.

Wegbeschreibung Richtung Getrauden-Skulptur

Von der Sitzgelegenheit aufstehend fünf Meter geradeaus auf Mosaikpflaster bis zu den Gehwegplatten gehen und 90 Grad links. Dann etwa zwölf Meter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts, dem Ufergeländer entlang bis zum Ende des Mosaikpflasters gehen und 90 Grad rechts. 

Standort: Friedrichsgracht Ecke Gertraudenstraße. Nördliche Seite der Gertraudenbrücke.

Architektur

Bei einer Gesamtlänge von circa 25 Metern ist die einjochige Flachbogenbrücke etwa 22 Meter breit und hat massive steinerne Geländer, die stufenförmig dem Gewölbe folgen. Der mittlere Bereich stellt eine Balustrade dar. So nennt man eine Brüstung, die aus einer Reihe von niedrigen säulenartigen Stützen besteht.

Die heißen Baluster oder Docke und können unterschiedliche Formen haben. Die Baluster der Gertraudenbrücke in Form der neoromanischen Säule sind schlicht und unprofiliert, dafür umrahmen sie auffallende spitzbogige Öffnungen. Und die wiederum sind mit eisernen Ornamenten geschmückt. Abwechselnd haben sie in jedem „Fenster“ die Form einer Blume oder von Rohrkolben. Jede geschmiedete Pflanze hat drei Paar Blätter. Die horizontalen Stäbe, die einem Seil nachempfunden sind, umfassen jede Pflanze mit einem Knoten.
Die Balustrade in der südlichen Brüstung ist etwa vier Meter 60 lang und besteht aus zwölf Balustern, die elf Öffnungen umfassen.
In der nördlichen Brüstung dagegen befinden sich zwei je ein Meter 70 lange Balustraden, die jeweils aus fünf Balustern und vier Öffnungen bestehen, wobei in der Mitte zwischen beiden der Sockel des Denkmals der Heiligen Gertraude integriert ist. Die äußeren Baluster jeder Balustrade sind als Halbsäulen ausgebildet.

Weitere Wegbeschreibung

Weiter 10 Meter geradeaus an der Brückenbalustrade entlang gehen bis zur Mitte der Brücke und 90 Grad rechts.
Standort: Direkt vor dem Gertrauden Denkmal.
 Vom Denkmal aus blickt man auf die Jungfernbrücke, die über den Spreekanal hinweg die Oberwasserstraße und die Friedrichsgracht miteinander verbindet. Rechts ist das sogenannte Juwel-Palais zu sehen.

Skulptur der heiligen Gertraude

Die Skulptur ist aus Bronze gegossen nach einem Entwurf von Rudolf Siemering. Sie steht auf einem Sockel aus Stein. Der ist direkt in die Brüstung integriert und ist etwa einen Meter hoch, einen Meter breit und einen Meter tief. Die heilige Gertrude selbst steht aber noch höher auf einem Podest, das auch aus Bronze gegossen ist.
Und direkt in der Ecke unten links sitzt eine Maus. Streicheln Sie ihr fleißig über den Kopf, der Sage nach bringt das Glück und Geld. Man kann den Mäuserkranz am Fries tasten. Zu erkennen ist auch die Gans, die hinter dem Wanderstock des Jungen nach rechts ihren Hals streckt. Der Bursche hält den Stock mit der rechten Hand. Oben hat er seinen Hut angehängt und kniet vor der Heiligen. Mit dem rechten Bein drückt er seine Gans fest an das Podest.

Auffällig ist der Schuh des Jungen, aus dem seine Zehen raus gucken und das Gänsebein mit der angebundenen Leine. Mit dem linken Bein stützt sich der Bursche an das Podest direkt vor der Heiligen. Er beugt sich leicht nach hinten und trinkt aus dem Krug, den er in der linken Hand hält. Die Heilige Gertrude schaut ihm freundlich zu. Ihre rechte Hand berührt die Schulter des Jungen.

Die Inschrifften

Auf den beiden Seiten des Podest befinden sich Inschriften (in Reliefschrift).

Die Inschrift auf der rechten Seite lautet:

HEI WIE DAS NASS
DURCH DIE KEHLE RINNT
UND DEN BURSCHEN MIT EINS
WIEDER MUT GEWINNT
NUN DANKT ER LAUT
DIR, HEILIGE GERTRAUT

Die Inschrift auf der linken Seite des Podests lautet:

RATTEN UND MAEUSE
GEZUECHT
MACHST DU ZU NICHT,
ABER DEN ARMEN
IM LAND
REICHST DU DIE HAND

Wegbeschreibung zur Station 13 – Das Juwel-Palais

Jetzt 180 Grad wenden und etwa 20 Meter geradeaus auf unterschiedlichen Belägen bis zur gegenüberliegenden Brückenbalustrade gehen und 180 Grad umdrehen und einen Meter vor bis auf Gehwegplatten.
Standort: Nördliche Seite der Gertraudenbrücke. Hinten ist die Verkehrsbrücke.

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Station 13 – Das Juwel-Palais

Juwel-Palais

Das Juwel-Palais erscheint wie ein Schlösschen an der Spree. Die geschwärzte Sandsteinfassade ist reichlich mit figürlichem Schmuck verziert. Seine vier Etagen tragen drei Giebel als Krönung. Gebaut wurde es 1898 dort, wo einst das Herz des mittelalterlichen Cöllns schlug – nahe dem Petriplatz.
Die Architekten Max Jacob und Georg Roensch schufen das Haus im neogotischen Stil für den Juwelenhändler Wilhelm Müller. Aus dieser Zeit sind bis heute sechzehn Tresore erhalten, die im ganzen Haus verstreut sind. Wie durch ein Wunder überstand es als Einziges hier fast unbeschadet den Zweiten Weltkrieg. 

Darüber hinaus ist es das letzte sogenannte “Dreigiebelhaus“ in Berlin. Die Giebel steigen zum Himmel empor und sind mit üppigem Dekor geschmückt.

Fasadendekor

An der Südwestecke, die zur Gertraudenbrücke weist, befindet sich ein bronzenes reich geschmücktes Wappen. Oben auf dem Schild steht ein Kaufmann, der auf einen Teil einer Ritterrüstung tritt und einen Winkelmesser hochhält. Auf dem Schild sind ein halbiertes Zahnrad und ein Bienenkorb abgebildet. Winkelmessgerät und Bienenkorb gelten auch als Symbole für Freimaurerei. Unklar ist, ob diese Selbstdarstellung den Baumeistern oder dem Bauherrn zugeschrieben werden muss.

Nutzung

Das Juwel-Palais war Konfektionshaus, Gold- und Juwelenschmiede und auch Sitz eines Musikverlages. Und nun, nach einer Sanierung, erstrahlt es wieder in altem Glanz. Seit 2007 hat es die Türen offen für alle, die heiraten wollen. Und als Geschäfts- und Dienstleistungszentrum zum Thema Trauung und Ehe ist es unter dem Namen “Hochzeithaus“ bekannt. Im Erdgeschoss lädt ein Restaurant ein.

Die Scharrenstraße und der Petriplatz

Das Zentrum der Stadt, der Cöllner Markt mit der städtischen Pfarrkirche und dem Köllner Rathaus lag im wörtlichen Sinne um die Ecke – an der Scharrenstraße und am Petriplatz. Nur war die ganze Gegend, die einmal den historischen Kern der Stadt Cölln bildete, schon zum Ausgang der Kaiserzeit zerstört und verbaut, und hatte vor allem ihre mittelalterlichen und barocken Maßstäbe verloren. Und das lässt sich nie wieder rückgängig machen. Nur die alten Straßenbezeichnungen geben noch einen Hinweis auf die ursprüngliche Stadtplanung.

Wegbeschreibung zur Station 14 – Die Friedrichsgracht und Neu-Cölln am Wasser

Von hier 90 Grad rechts und acht Meter auf Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts bis zum Ende der Gehwegplatten gehen und 90 Grad links. Dann zehn Meter mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts bis zum Ende der Gehwegplatten gehen. Nun einen Meter über Mosaikpflaster bis zu den Granitplatten vor und hier 90 Grad rechts. Nun fünf Meter vor und 90 Grad rechts mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts. Hier zwei Meter vor, es folgt die abwärts führende Treppe mit neun Stufen, dann ein zweieinhalb Meter breiter Absatz und weitere neun Stufen mit Orientierung am Treppengeländer rechts. Danach 90 Grad rechts, fünf Meter mit Orientierung an der Stützwand rechts bis zum Sockel des Ufergeländers gehen. Auf dem Weg steht links eine Laterne.

Hier 90 Grad links und etwa 100 Meter unterhalb der Verkehrsbrücke der Gertraudenstraße auf Gehwegplatten mit Orientierung rechts am Sockel des Ufergeländers bis zum Ende der Gehwegplatten gehen. Dann 14 Meter vor auf Asphalt am Ufergeländer rechter Hand entlang und 90 Grad links. Jetzt fünf Meter bis zu einer Sitzbank vorgehen. 
Eine Sitzgelegenheit.

Standort: Ufer des Spreekanals an der Südwestspitze der Fischerinsel.

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Station 14 – Die Friedrichsgracht und Neu-Cölln am Wasser

Die Friedrichsgracht

Heute ist die Friedrichsgracht ein Uferweg entlang des Spreearms von der Sperlingsgasse bis zur Gertraudenbrücke. Früher nannte man diesen Teil des Kanals Schleusengraben, oder auch Schiffsgraben. Das ist schon beim Bau der ersten Kammerschleuse um 1550 vermerkt. Die Friedrichsgracht kam etwas später.

Geschichte

Gracht ist die holländische Bezeichnung für einen Kanal oder einen Graben. Warum aber ausgerechnet eine holländische Bezeichnung?
1658, mit dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges, hat Friedrich Wilhelm von Brandenburg, bekannt als der Große Kurfürst, mit dem Bau einer Festungsanlage um Berlin und Cölln begonnen.

Der Kurfürst bestimmte persönlich den Grundriss der Festung. Die Planung wurde Johann Gregor Memhardt anvertraut. In diesem Zusammenhang musste auch der Spreearm kanalisiert und vertieft werden.
Zahlreiche für den Bau eingeladene Holländer ließen sich unmittelbar an dem neuen Uferweg nieder. So entstand hier 1681 eine Siedlung entlang des Spreearms, die von der Sperlingsgasse bis zur Inselbrücke an der Fischerinsel reichte. Die neue Vorstadt hieß “Neu-Cölln am Wasser“ und lag innerhalb der Fortifikationen. Den Seitenarm, der an der Südwestspitze der Spreeinsel vom Hauptstrom abzweigt, haben die holländischen Facharbeiter zur Friedrichsgracht ausgebaut.
Die Festungsbastionen verwandelten den Uferweg zu einer engen Gasse. Und bis zum Abbau der alten Memhardschen Stadtbefestigung im Jahre 1741 trugen die Teile des schmalen Wegs entlang der Mauer die Namen: Hinter der Mauer am Köpenicker Thor, Hinter der Mauer am Wursthofe und Hinter der Mauer an der Lappstraße.

Wegbeschreibung zur Station 15 – Die Grünstraßenbrücke

Von der Bank aufstehen und fünf Meter zum Ufergeländer vorgehen und 90 Grad links. Von hier etwa 100 Meter geradeaus auf Asphalt mit Orientierung am Sockel des Ufergeländers. Auf dieser Strecke folgen fünf Laternen, die im Laufweg stehen.  Zwei Meter hinter der fünften Laterne befindet sich eine abwärts führende Treppe, die zum Widerlager und zum Wasser führt.
Hier 90 Grad links, zwei Meter vor und 90 Grad rechts. Jetzt sechs Meter entlang des Ufergeländerssockels rechter Hand bis zur steinernen Brüstung der Grünstraßenbrücke gehen. Diesem drei Meter rechter Hand folgen. Dann vier Meter vor mit Orientierung rechts an der drei Zentimeter hohen Bordsteinkante und 90 Grad rechts mit Orientierung rechts und links an je einem Metallpoller. Nun drei Meter vor auf Gehwegplatten und etwa weitere zwölf Meter entlang der steinernen Balustrade rechter Hand bis zur Mitte der Brücke gehen und hier 90 Grad rechts.
Standort: Westliche Seite der Grünstraßenbrücke. Links von der Brücke beginnt die Neue Grünstraße und entlang des Kanals verläuft die Wallstraße.

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Station 15 – Die Grünstraßenbrücke

Brücke

Auf dieser kurzen, aber relativ breiten Brücke scheint die Zeit zu verharren. Kein Verkehr, kaum Fußgänger. Und trotzdem ist diese stille Brücke eine der ältesten in Berlin. Sie verband auf kürzestem Weg das Cöllnische Zentrum am Petriplatz mit der Bastion fünf an der heutigen Wallstraße, die auf dem anderen Ufer parallel des Kanals verläuft.

Geschichte

Die Brücke wurde 1699 gebaut. Ursprünglich handelte es sich um einen Weg für die Reiter und Kutschen, der mehr von militärischer Bedeutung war, da schon zwei weitere Brücken – die Roßstraßen- und die Inselbrücke vorhanden waren. Die Brücke war eine einfache flache Jochbrücke aus Holz mit einer Durchfahrtsöffnung für Kähne. Diese Öffnung wurde mit einem Klappenpaar überspannt. Sie war typisch für berlinisches Bauwesen und wie die anderen hölzernen Brücken dieser Art, war sie sehr reparaturanfällig. Und ständig – ist das nicht typisch – gab es Ärger und Streitereien zwischen dem König und dem Magistrat um die Höhe der Kosten und der Zuständigkeiten. 

Bis dann im Jahre 1767 die marode, baufällige Brücke endlich gesperrt wurde.
Das Leben ging aber weiter, und schon der erste König Friedrich Wilhelm I. hat die alte Festung schleifen lassen. Die Stadt wuchs, die Grünstraße wurde verlängert und übernahm den steigenden Verkehr. Damit wurde auch die Grünstraßenbrücke immer größeren Anforderungen ausgesetzt.
Im Jahr 1793 entstand hier ein neuer Bau – natürlich aus Holz, da zu damaligen Zeiten massive steinerne Brücken nur für den König gebaut wurden. Und die Auseinandersetzungen um die Wartung der Grünstraßenbrücke zwischen Magistrat und Fiskus – so nennt man das königliche Einkommen, schaukelte sich weiter hoch bis zum Gericht, wohin sich der Magistrat gewandt hatte. Am 1. Januar 1876 ging die Grünstraßenbrücke, wie auch alle anderen Brücken in Berlin, in das Eigentum der Stadt über. Damit war die Sache endgültig vom Tisch.
In den Jahren 1904 – 1905 wurde eine neue massive Brücke errichtet mit Granitfundamenten und einem Brückenbogen aus Muschelkalkstein. Die Brücke besaß einen Fahrtdamm von etwa elf Metern Breite und auf beiden Seiten Bürgersteige von jeweils vier Metern. Das Projekt stammte von dem Berliner Architekten Richard Wolfennstein. Er hat die Brücke sehr schlicht gestaltet.
Im Laufe des Straßenkampfes während des Krieges wurde die Brücke teilweise gesprengt. Dann wurde sie 1951 renoviert, wobei man die aus den Trümmern geborgenen Muschelkalksteine benutzte. 1969 wurde die Grünstraße auf der Fischerinsel überbaut und die Brücke verlor ihre Bedeutung für den Verkehr.

Die Grünstraßenbrücke steht unter Denkmalschutz.

Architektur und Brückenschmück

Die massive einjochige Korbbogenbrücke ist etwa 40 Meter lang und etwa 18 Meter breit. Die Spannweite des Korbbogengewölbes beträgt 19 Meter. Die Geländer und Stirnseiten des Gewölbes sind mit Muschelkalk verkleidet.
Die beiden, etwa 21 Meter langen Brückengeländer sind als Balustraden gestaltet. In der Mitte befindet sich ein zwei Meter 60 breites massives Brüstungsteil.
Rechts und links gibt es je drei, einen Meter breite Postamente, die in lichter Weite von zwei Metern voneinander gestellt sind. In den sechs 2 Meter breiten Räumen zwischen den Postamenten befinden sich jeweils sieben kegelförmige Baluster, die mit einer Basis und einer Plinthe versehen sind.
Die Balustraden gehen am Ende in die drei Meter lange, vollgemauerte Brüstung über und knicken dabei in einem Winkel von 45 Grad nach außen ab. Die Brüstung ruht auf der Ufermauer, die ihrerseits von dem Widerlager getragen wird.
Der mittlere Brüstungsteil trägt auf der Außenfläche einen plastischen Schmuck in Form eines reich verzierten Rahmens – einer sogenannten Kartusche. In der Kartusche ist ein Wandersmann abgebildet. Darüber steht das Baujahr: 1905. Die Kartusche ruht auf einem Bärenkopf. Das Wappentier verweist eindeutig auf den Brückeneigner – die Stadt Berlin.
Die abgewinkelten Brüstungen sind an der Innenseite mit einer eingemeißelten Inschrift “Grünstraßenbrücke“ und “Erbaut 1905“ versehen. Neben den Buchstaben sind flache Reliefs mit Abbildungen einer Schnecke, eines Aals und eines Froschs zu erkennen.
Die von den Widerlagern getragenen Ufermauern sind mit je einem Flachrelief, auch Basrelief genannt, verziert. Diese sind auf jeder Brückenseite identisch.

Das westliche Relief stellt eine Gruppe von Menschen dar. Einer hat hilfsbereit seine Hand einem Ertrinkenden entgegen gestreckt. Das östliche Flachrelief zeigt waschende Frauen. Die Reliefs sind aus witterungsanfälligem Material; sie sind bereits stark verwittert.

Wegbeschreibung zur Station 16 – Die Fischerinsel

Jetzt 180 Grad wenden und etwa 18 Meter geradeaus auf unterschiedlichen Bodenbelägen mit zwei Bordsteinkanten die sich im Laufweg befinden. Nun 90 Grad links und 10 Meter entlang der Brückenbalustrade bis zum Beginn der nordöstlichen Brüstung. Hier drei Meter vor bis rechts und links jeweils ein Metallpoller steht. Nach der folgenden abgesenkten Bordsteinkante 90 Grad rechts und vier Meter vor bis zur Ecke der Brüstung mit Orientierung an der Bordsteinkante rechts. Von dieser drei Meter vor bis zum Ende. Weiter sieben Meter geradeaus mit Orientierung rechts am Geländersockel bis zum Ende. Danach zwei Meter vor und 90 Grad rechts und zwei Meter vor bis zum Geländersockel und 90 Grad links.
Hinten befindet sich eine abwärts führende Treppe, die zum Widerlager und zum Wasser läuft.
Ab hier etwa 130 Meter geradeaus auf Asphalt mit Orientierung am Sockel des Ufergeländers.
Hinweis: Im Laufweg stehen fünf Laternen im Abstand von etwa 25 Meter.
Dann 90 Grad links und fünf Meter bis zu einer Sitzbank.  Eine Sitzgelegenheit.
Standort: Uferpromenade auf der Fischerinsel. Mit dem Gesicht zum Spreekanal, mit dem Rücken zu den Hochhäusern und einem Spielplatz. Links verläuft die Straße, die Fischerinsel heißt. Diese endet an der Roßstraßenbrücke.

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Station 16 – Die Fischerinsel

Fischerinsel

Wie in Alt-Cölln, so haben auch auf der Fischerinsel die Straßen Geschichte. Nicht so die Häuser, diese sieben Hochbauten, die 1969 das Grachtenufer und den gesamten Fischerkiez ersetzt haben und den die Berliner “Klein Mennhätten” nannten.
Früher gab es den Fischerkiez – das beliebte Motiv vom Maler Otto Nagel, heute gibt es die Fischerinsel. Früher gab es hier Straßen und Gassen, heute heißen alle Adressen einfach Fischerinsel.

Geschichte

Oben auf der Insel, wo das Schloss stand, wohnte der Fürst, hier unten, auf der Südspitze wohnten die einfachen Leute. Am Anfang siedelten hier Fischer und Schiffsbauer. Später kamen noch holländische Handwerker und französische Glaubensflüchtlinge hinzu.
Die Fischerstraße war sozusagen die Hauptstraße. Hier stand auch das Haus von Hans Kohlhase – dem wohl bekanntesten Einwohner der Fischerinsel. Seit 1530 besaß er die Bürgerrechte von Cölln. Er galt als rechtschaffener und ehrlicher sowie als durchaus wohlhabender Kaufmann. 1532 wurde er, seiner Darstellung nach, unterwegs von Cölln nach Leipzig von einem sächsischen Machthaber unrechtmäßig schikaniert und finanziell geschädigt. Nach dem Scheitern des Rechtsweges führte er von 1534 bis 1540 eine Fehde gegen den Sachsen. Schließlich wurde er dafür hingerichtet. In diese Angelegenheit waren unter anderen die Kurfürsten von Sachsen und von Brandenburg verwickelt, sowie der Reformator Martin Luther.
In die Geschichte ging er aber unter dem Namen Michael Kohlhaas ein. Mit seiner Novelle “Michael Kolhaas“ hat Heinrich von Kleist ihm ein literarisches Denkmal gesetzt.
Das Kolhaas-Motiv – streben nach Gerechtigkeit “Es soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe auch die Welt daran zugrunde!“ – spiegelt sich in vielen späteren Werken, sowohl in literarischen, wie auch in kinematografischen, wieder.
Mit dem Untergang des Gewerbes im 18. Jahrhundert, ging auch diese Gegend zugrunde. In der Zeit der Industrialisierung verwandelte sich der Fischerkiez in ein Armen-Viertel. Die Wohnverhältnisse waren oft katastrophal, die Arbeitszeiten dauerten über zehn-sechzehn Stunden am Tag. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts schmiedete der Magistrat Pläne, das Viertel aufzuräumen. Aber das ließ auf sich noch bis Ende der Sechziger Jahren warten.

Wegbeschreibung zur Station 17 – Die Roßstraßenbrücke

Von der Bank aufstehend fünf Meter zum Ufergeländer zurück, 90 Grad links. Dann etwa 20 Meter geradeaus auf Asphalt mit Orientierung am Sockel des Ufergeländers bis zur steinernen Brüstung der Roßstraßenbrücke rechter Hand gehen. Nach etwa 13 Metern steht eine Laterne im Laufweg.
Nach etwa 20 Metern 90 Grad rechts und zehn Meter der Brüstung entlang bis zur Mitte der Brücke und 90 Grad rechts.
Standort: Mitte der Brücke, westliche Seite. Mit dem Blick stromabwärts zur Grünstraßenbrücke. Rechts endet die Fischerinsel, links beginnt die Neue Roßstraße. Direkt vor der gusseisernen Gedenktafel für die Ereignisse der Märzrevolution 1848.

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Station 17 – Die Roßstraßenbrücke

Roßstraßenbrücke

Der Bau einer Brücke an dieser Stelle steht im Zusammenhang mit dem Bau des Mühlendamms, durch den die Spree gestaut wurde. Die ältesten Brücken, die Cölln über die Friedrichsgracht mit dem Umland verbunden haben, waren an den Wegen zu den Stadttoren nach Teltow und nach Köpenick. Heute heißen diese Brücken Gertraudenbrücke und Roßstraßenbrücke. Die Roßstraße heißt seit 1960 Fischerinsel.

Geschichte

Zum ersten Mal ist der Name Roßstraße im 17. Jahrhundert vermerkt. Die Brücke, damals noch Köpenickerbrücke genannt, war wie die anderen, aus Holz gebaut. Der Klappenaufzug mit sinusförmigem Oberteil versperrte Feinden den Weg und erlaubte Schiffen die Durchfahrt. Obwohl die Brücke ständig repariert werden musste, war sie trotzdem über Jahrhunderte in Betrieb. Ende des 19. Jahrhunderts beschloss der Magistrat, die alte hölzerne Brücke durch Steinwerk zu ersetzen. 1901 wurde eine neue Gewölbebrücke aus Sandstein errichtet. Der Berliner Stadtbaurat Ludwig Hoffmann hat das Bauwerk mit Skulpturen verziert, die aber im Krieg verloren gingen. Der Brückenname „Rossbrücke“ wurde durch die Aufstellung einer drei Meter hohen Säule mit einem springenden Pferd betont. Die massiven steinernen Geländer der Westseite wurden von außen mit Meerjungfrauen geschmückt. Heute ist die gut befahrene Brücke schmucklos. Nur eine gusseiserne Gedenktafel erinnert an die Ereignisse der Märzrevolution 1848.
Mindestens drei Mal in ihrer Geschichte war die Roßstraßenbrücke Zeuge bewaffneter Kampfhandlungen. Zum ersten Mal um 1435, als die Bürger von Berlin und Cölln sich mit dem Johanniter Orden um das Erbe der Tempelritter stritten. Der kleine Turm am Köpenicker Tor schien damals die schwächste Stelle in der Stadtbefestigung zu sein. Hier erfolgte der Angriff der Johanniter.
Zum zweiten Mal war die Brücke zum Schauplatz kriegerische Kämpfe während des Siebenjähriges Krieges geworden. Damals gelang es dem österreichischen Streitkorps bis zur Roßstraße vorzurücken.
Und im Revolutionsjahr 1848 fand hier wieder eine Schießerei statt. Genau in der Mitte wurde die Brücke durch eine Barrikade gesperrt. Hierhin zogen sich, nach heftigen Kämpfen in der Breite Straße, die letzten Verteidiger zurück. Soldaten nahmen einen Studenten namens Herrmann von Holzendorf fest und führten ihn in die Roßstraße in die Menge der erbitterten Bürger. Auf das Geschrei „Lass ihn los!“ ließ einer der Soldaten ihn frei, der andere aber erschoss den Gefangenen aus nächster Nähe. Eine vollständige Untersuchung des Falls hat nie stattgefunden. Daran erinnert die Gedenktafel an der westlichen Seite der Brücke.
Der Zweite Weltkrieg hat die Brücke nicht verschont. 1946 wurden die Gewölbe neu aufgemauert und die Decke geschlossen. Einige Jahre später ließ der Berliner Magistrat die Geländer aus Sandsteinquader neu errichten. Die Skulpturen waren nicht mehr vorhanden.
Die Roßstraßenbrücke steht unter Denkmalschutz.

Architektur

Die einjochige sandsteinerne Korbbogenbrücke ist etwa 30 Meter lang. Die lichte Weite des Korbbogens beträgt 18 Meter. Von 20 Metern Brückenbreite entfallen vier Meter auf jeder Seite auf die Bürgersteige. Diese sind mit einer Reihe von niedrigen Betonpollern markiert.
Die schmucklose Brüstung ist aus Sandsteinquadern gefertigt und mit 13 kleinen pilasterartigen Vorsprüngen gegliedert.

Die Roßstraßenbrücke steht unter Denkmalschutz.

Gedenktafel

Eine gusseiserne Gedenktafel wurde mittig, an der westlichen Seite auf der Brüstung befestigt. Sie wurde am 14. März 1998 enthüllt.

Die Inschrift lautet:

Für demokratische Tradition und revolutionären Geist.
1848 MÄRZREVOLUTION 1998

Hier versperrte am 18.März
eine Barrikade den angreifenden Truppen
das Überqueren der Rossbrücke. In unmittelbarer Nähe wurde
der Student Herrmann von Holzendorf als Gefangener
von Soldaten umgebracht.

Es kommt dazu trotz alledem,
daß rings der Mensch die Bruderhand
dem Menschen reicht trotz alledem!

Ferdinand Freiligrath (1848) nach Robert Burns (1795).

Wegbeschreibung zur Station 18 – Das Märkische Ufer

Hier 90 Grad rechts und zehn Meter bis zum Ende der Brüstung linker Hand gehen. Danach etwa 10 Meter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung an der fünf Zentimeter breiten Fuge zwischen Gehwegplatten und Asphaltbelag. Ab hier etwa 10 Meter weiter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung links an der Pflanzenbeeteinfassung. Nun 90 Grad rechts und drei Meter vor bis zur Bordsteinkante. Am Bordstein sind zwei Metallpoller.
Es folgt die Überquerung der Straße Fischerinsel. Eine temporäre Ampelanlage mit Anforderungsknopf auf dem Ampelsockel ist vorhanden. Die Bordsteine sind abgesenkt. Auf der anderen Straßenseite fünf Meter vorgehen bis zur Pflanzenbeeteinfassung und 90 Grad links.
Nun folgen Sie der Pflanzenbeeteinfassung für etwa 40 Meter, die auf diesem Weg dreimal nach rechts abknickt. Beim dritten Rechtsknick 45 Grad nach links und 10 Meter vor bis zum Sockel des Ufergeländers und 90 Grad links. Rechts ist abermals eine provisorische Baustellenabgrenzung.
Ab hier etwa 70 Meter geradeaus auf Asphalt mit Orientierung am Sockel des Ufergeländers. Im Laufweg sind drei Laternen. Nach der dritten Laterne noch zehn Meter weiter vor, dann 90 Grad links und fünf Meter bis zu einer Bank gehen. Eine Sitzgelegenheit.
Standort: Uferpromenade auf der Fischerinsel. Mit Blick auf das gegenüberliegende Märkische Ufer.

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Station 18 – Das Märkische Ufer

Märkische Ufer

Was früher “Neu-Cölln am Wasser“ war, ist heute das Märkische Ufer.
Seine wunderschönen edlen Bauten wirken auf den ersten Blick wie eine historische Häuserreihe. Aber diese malerische Ansicht hat das Ufer nicht nur seiner eigenen Bebauung aus neuester Zeit zu verdanken. Auch ein altes Patrizierhaus steht hier.

Ermelerhaus

Das dreigeschossige Ermelerhaus hat seinen Ursprung in der Breite Straße. Dort wurde es im Jahre 1720 als Patrizier Haus erbaut. Später wechselte es nicht nur seine Besitzer, sondern mit ihnen auch die Ausstattung vom Rokoko bis zum Klassizismus. 
Das weiß verputzte Gebäude hat ein Mittelrisalit, das über dem Portal ein Relief aus Zinkguss trägt

Das Werk zeigt Szenen des Tabakhandels: pflanzen, ernten, verarbeiten. Der Hauptfries direkt unterhalb der Fenster im zweiten Obergeschoss ist mit Masken, Rosetten, Palmetten und Ranken geschmückt. Oberhalb der Fenster sieht man noch einen schmalen Fries mit pflanzlichen Ornamenten. Ein Blickfang auf dem Dach sind die Balustrade und zwei Zinkgussstatuen. Eine von Merkur, den die Römer als Beschützer der Händler verehrten. Eine zweite von Justitia, die Gerechtigkeit verkörpert. Die beiden Statuen krönen den Mittelrisalit. Zwischen ihnen ist ein Relief mit dem Monogramm der Besitzer. Außerdem flankieren das Haus auf dem Dach zwei Kratervasen im antiken Stil.
Seinem Namen hat das Haus Wilhelm Ferdinand Ermeler zu verdanken. Er war ein Berliner Industrieller und geheimer Kommerzienrat. Nachdem er das Haus in der Breite Straße erworben hatte, setzte er es in Stand. Er restaurierte es und verzichtete aus Liebe zum Berliner Rokoko auf modische Veränderungen. Seine Nachfahren haben das prächtige Bürgerhaus an die Stadt Berlin verkauft, die es 1932 in ein Museum umwandelte. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den das Haus beinahe ohne Schaden überstanden hatte, diente es als Magistratsbibliothek und Stadtarchiv. Im Rahmen politischer Veränderungen und wegen des Baus des Staatsratsgebäudes entlang der Breite Straße, war der Abriss des Ermelerhauses eine klare Sache. Aber der Rat beschloss den Wiederaufbau an anderer Stelle – am Märkischen Ufer Nummer elf. Vor dem Abriss wurde das Haus sorgfältig dokumentiert, Innenausstattung und Fassadenschmuck wurden abgenommen. 1968 begannen die Bauarbeiten. Das neue Haus bekam einen Sockel und eine Wangentreppe. Die massive zweiflüglige Holztür musste durch eine moderne Metall-Glas-Konstruktion ersetzt werden.

Replik des alten Bürgerhauses

Das Nachbarhaus Nummer 12 wurde gleichzeitig errichtet und innen mit dem Ermelerhaus verbunden. Es ist eine Kopie des Hauses von der gegenüberliegenden Seite der Friedrichsgracht. Die Replik des Bürgerhauses aus der Zeit des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm. I hat drei Etagen und ist optisch in drei Abschnitte durch Pilaster geteilt.
In Gegensatz zum Original wurde die Replik wegen des hohen Grundwasserspiegels, auf einem hohen Sockel aufgebaut. Zusätzlich wurde die neue Freitreppe errichtet.
Der mittlerer Teil mit der Eingangstür zeigt über dem Portal die Daten: 1740 – 1969. 

Das zentrale Fenster ist mit einem Tympanon geschmückt. Der Neubau ist auch weiß verputzt und ist eine vereinfachte Nachbildung des Originals.

Otto-Nagel-Haus

Die beiden benachbarten Häuser, die Nummern 16 und 18, stehen seit ihrer Errichtung da und gehören als Einzige zur ursprünglichen historischen Bebauung von Neu-Cölln am Wasser. Beide Häuser dienten eine Zeitlang als Museum für den Maler Otto Nagel. Unter seinem Namen sind sie auch noch heute bekannt. Das Haus Nummer 18 entstand um 1700. Das verputzte Stadthaus hat drei Etagen und einen Mittelrisalit mit Fronton. Das Portal schmückt ein schmiedeeisernes Gitter. Das benachbarte Haus, Nummer 16, wurde um 1790 errichtet, ebenso als verputztes, dreigeschossiges barockes Stadthaus. Es hat ebenso einen Mittelrisalit und paarig angeordnete Fenster im zweiten und dritten Stock, was typisch für die Entstehungszeit war.
Otto Nagel, dessen Namen die Häuser bis heute tragen, war ein Berliner Maler. Er war eng mit Heinrich Zille und Käthe Kollwitz befreundet. Als Soldat war er im Ersten Weltkrieg und KZ-Häftling im Dritten Reich. Er lebte in der DDR und war Präsident der Akademie der Künste der DDR. In seinen letzten Jahren dokumentierte er in einer Pastell-Serie den “Abschied von Fischerkiez”.

Wegbeschreibung zur Station 19 – Die Inselbrücke

Von der Bank aufstehend fünf Meter geradeaus bis zum Ufergeländer zurück gehen und 90 Grad links. Von hier etwa 70 Meter geradeaus auf Asphalt mit Orientierung am Sockel des Ufergeländers rechts. Im Laufweg sind drei Laternen.  Nach der dritten Laterne befindet sich frontal eine abwärts führende Treppe, die zum Widerlager und zum Wasser läuft.
Hier 90 Grad links, zwei Meter vor und 90 Grad rechts weitere sieben Meter entlang dem Ufergeländer rechter Hand gehen bis zur steinernen Brüstung der Inselbrücke. Dann 90 Grad rechts. Ab hier etwa 25 Meter der Brüstung entlang bis zur Mitte gehen und 90 Grad rechts.
Standort: Westliche Seite der Brücke. Mit dem Gesicht zum Spreekanal stromabwärts. Links befindet sich das Märkische Ufer und der historische Hafen, rechts die Fischerinsel.

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Station 19 – Die Inselbrücke

Geschichte

Die Brücke hat ihre eigene Geschichte ab 1693. Laut Chronisten war sie unter dem Namen “Brücke vom Cöllnischen Wursthofe über den Kanal nach Neu-Cölln” bekannt. Wie alle anderen war sie eine aus Holz gebaute Pfahlbrücke mit Klappendurchlass für die Schiffe. Immer wieder musste sie repariert werden, aber trotzdem diente sie zuverlässig über 200 Jahre als wichtige Flussüberquerung. 

Als Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts die Spree dank der neuen Schleuse am Mühlendamm für den Schiffsverkehr zugänglich wurde, konnte auch die alte hölzerne Brücke am Kanal umgebaut werden. Den Bauauftrag bekam Ludwig Hoffman, der kurz davor die benachbarte Roßstraßenbrücke fertig gestellt hatte.
Seine interessante Konstruktion hat die Brücke dem Bau der U-Bahn Linie zwischen den Stationen Märkisches Museum und Klosterstraße zu verdanken.
Die Tiefbauarbeiten für den nördlichen Pfeiler der Brücke, trafen mit den Maßnahmen zu Sicherung des Tunnels, der unter der Spree verlaufen sollte, zusammen. Um den sicheren Übergang vom Bauwerk zum Boden herzustellen, wurden drei Klinkergewölbe auf einem Lehrgerüst aufgemauert. Das hölzerne Lehrgerüst dient dabei als Grundlage. Die einzelnen Bausteine werden direkt auf das Lehrgerüst gemauert. Hat das Gewölbe oder der Bogen die nötige Festigkeit erreicht, kann das Lehrgerüst vorsichtig abgesenkt und entfernt werden. Das Gewölbe trägt sich durch seine Form nun selbst. Diese Klinkergewölbe wurden mit Gelenken an den Kämpfern und im Scheitel versehen. Der Begriff Kämpfer bezeichnet bei einer Bogenbrücke eine besondere Bezeichnung eines Widerlagers. Der Scheitel markiert den höchsten Punkt des Bogens. Die Gelenke an der fertiggestellten Brücke waren verschlossen und die Ansichtsflächen waren mit Muschelkalk verblendet. So erhielt sie ihr Mittelteil, der eine Art niedrige Mauer darstellt. Anfangs trug die Brücke über den mittleren Pfeilern auch vier Obelisken. Diese sind im Krieg verloren gegangen. Nach der Wende wurde die Brücke umfassend saniert und danach für den Straßenverkehr gesperrt.

Die Brücke steht unter Denkmalschutz.

Architektur

Die Inselbrücke ist eine dreijochige aus Stein gebaute Korbbogenbrücke. Sie ist etwa 50 Meter lang und 20 Meter breit. Die Spannweite des mittleren Joches beträgt 18 Meter, die der beiden seitlichen 11 Meter.
Auffallend ist ihre mittig über die ganze Länge der Brücke verlaufende massive mauerähnliche Brüstung. 

Dieses Element ist aus konstruktiven Gründen entstanden und sieht so aus, als würden die beiden im Abstand von drei Metern nebeneinander verlaufenden Brückengeländer zusammengefasst. Die Höhe von einem Meter 30 und die Gliederung des 50 Meter langen Teils mit den pilasterartigen Postamenten entspricht der Höhe und Gliederung der äußeren Brückengeländer. Die Ganze ist mit Muschelkalk verblendet.
Ebenso auffallend sind die Geländer in Form einer Balustrade. Się sind im Stil des Neobarock aus dem gleichen Muschelkalk gefertigt.

Wegbeschreibung zur gegenüberliegenden Brückenseite

Hier 180 Grad wenden und acht Meter geradeaus auf unterschiedlichen Bodenbelägen bis zur mittleren Brüstung der Brücke vorgehen. Dann 90 Grad links und der mittleren Brüstung für etwa 50 Meter folgen, die auf diesem Weg zweimal nach rechts abknickt. Am zweiten Knick 90 Grad rechts und etwa 25 Meter geradeaus. Hier 90 Grad links und acht Meter bis zur gegenüberliegenden Balustrade.
Standort: Östliche Balustrade der Brücke an der Südspitze der Fischerinsel. Mit dem Blick auf die Stelle, wo der seitliche Spreearm vom Hauptstrom abzweigt. Auf der linken Seite befindet sich die Mühlendammschleuse. Die hintere Kulisse bildet das Rolandufer. Rechts liegen Schiffe vom historischen Hafen vor Anker.

Abschied vom Fischerkiez und der Friedrichsgracht

Franz Hessel, der berühmte Flaneur im Berlin der 20er Jahren schrieb in seinem Buch “Spazieren in Berlin”: Jetzt wollen wir im Vorbeifahren wenigstens auf die Brücken einen Blick werfen, Weisenbrücke, Inselbrücke und die schöne Roßstraßenbrücke, welche der Stadtbaurat Ludwig Hoffmann, dem Berlin so viel verdankt, gebaut hat. 

Nirgends ist die Spree so sehr wie in dieser Gegend ein Teil der Stadtlandschaft geworden und geblieben“. Den Zauber der Friedrichsgracht hat für uns Adolph Menzel auf seinem Gemälde „Friedrichsgracht bei Mondschein“ verewigt. Auf die alte Geschichte der Wasserstadt Berlin verweist auch die kleine, hier fest verankerte Flotte historische Schiffe. Und an dieser Stelle verabschiedet man sich, wenigstens vorübergehend, von dem stillen friedlichen Hafen.

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ZIEL!

Hier endet der Rundgang über die Südliche Spreeinsel.

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Symbolbild U-Bahn
U2 Richtung Ruhleben, Bahnhof Märkisches Museum

Nun 180 Grad und acht Meter zurück zur mittleren Brüstung. Dann 90 Grad links und etwa 25 Meter geradeaus auf Kopfsteinpflaster mit Orientierung an der Brüstung rechts bis zum Brüstungsende gehen. Zwei Meter vor Brüstungsende befindet sich ein Metallpoller im Laufweg.
Hier 90 Grad rechts und vier Meter am Brüstungssockel rechts orientieren bis er nach rechts abknickt. Nun weitere acht Meter ohne Orientierungsmöglichkeit bis zur westlichen Balustrade der Brücke vorgehen.
Standort: Die südwestliche Ecke der Brücke.
Von hier 90 Grad links und vier Meter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts bis zur abgesenkten Bordsteinkante vorgehen. Es folgt die Überquerung des Märkischen Ufers für sechs Meter. Eine Ampelanlage ist nicht vorhanden, der geringe Verkehr kommt von beiden Seiten. Danach etwa 60 Meter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts die Inselstraße entlang bis zur abgesenkten Bordsteinkante gehen. Auf diesem Weg befinden sich rechts Werbeaufsteller und am hinterem Ende des Weges Bestuhlung eines Cafès.
Es folgt die Überquerung der Wallstraße für vier Meter. Eine Ampelanlage ist nicht vorhanden, der Verkehr kommt von links. Vor und nach der Überquereung befinden sich rechts und links Metallpfähle.
Nach der Überqurung auf der Mittelinsel zwei Meter vor, dann 90 Grad rechts und sechs Meter auf dem Mosaikpflaster ohne Orientierungsmöglichkeit bis zum Gitterrost vorgehen. Einen Meter hinter dem Gitterrost beginnt die Treppe abwärts. Der Handlauf befindet sich rechts.
Standort: Der Eingang U-Bahn Station Märkisches Museum.
Nun elf Stufen abwärts, dann ein Absatz und zwölf Stufen abwärts bis zur Zwischenebene mit Orientierung am Handlauf rechts. Dann zwei Meter vor bis zur Wandecke rechter Hand und 90 Grad rechts. Einen Meter vor und 90 Grad links. Ab hier zwölf Meter geradeaus der Wand rechter Hand folgen bis zum Metallgeländer. Dort 90 Grad links. Dann einen Meter vor und 90 Grad rechts. Hier ist gleich die erste Stufe der abwärts führenden Treppe, mit acht Stufen, einem Absatz und neun Stufen mit Orientierung am Handlauf rechts. Am Bahnsteig angekommen einen Meter bis zum Blindenleitstreifen vor. Der Zug Richtung Ruhleben kommt auf der rechten Seite.

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Symbolbild U-Bahn
U2 Richtung Pankow, Bahnhof Märkisches Museum

Nun 180 Grad und acht Meter zurück zur mittleren Brüstung. Dann 90 Grad links und etwa 25 Meter geradeaus auf Kopfsteinpflaster mit Orientierung an der Brüstung rechts bis zum Brüstungsende gehen. Zwei Meter vor Brüstungsende befindet sich ein Metallpoller im Laufweg.
Hier 90 Grad rechts und vier Meter am Brüstungssockel rechts orientieren bis er nach rechts abknickt. Nun weitere acht Meter ohne Orientierungsmöglichkeit bis zur westlichen Balustrade der Brücke vorgehen.
Standort: Die südwestliche Ecke der Brücke.
Von hier 90 Grad links und vier Meter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts bis zur abgesenkten Bordsteinkante vorgehen. Es folgt die Überquerung des Märkischen Ufers für sechs Meter. Eine Ampelanlage ist nicht vorhanden, der geringe Verkehr kommt von beiden Seiten. Danach etwa 60 Meter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts die Inselstraße entlang bis zur abgesenkten Bordsteinkante gehen. Auf diesem Weg befinden sich rechts Werbeaufsteller und am hinterem Ende des Weges Bestuhlung eines Cafès.
Es folgt die Überquerung der Wallstraße für vier Meter. Eine Ampelanlage ist nicht vorhanden, der Verkehr kommt von links. Vor und nach der Überquereung befinden sich rechts und links Metallpfähle.
Nach der Überqurung auf der Mittelinsel zwei Meter vor, dann 90 Grad rechts und sechs Meter auf dem Mosaikpflaster ohne Orientierungsmöglichkeit bis zum Gitterrost vorgehen. Einen Meter hinter dem Gitterrost beginnt die Treppe abwärts. Der Handlauf befindet sich rechts.
Standort: Der Eingang U-Bahn Station Märkisches Museum.
Nun elf Stufen abwärts, dann ein Absatz und zwölf Stufen abwärts bis zur Zwischenebene mit Orientierung am Handlauf rechts. Dann zwei Meter vor bis zur Wandecke rechter Hand und 90 Grad rechts. Einen Meter vor und 90 Grad links. Ab hier zwölf Meter geradeaus der Wand rechter Hand folgen bis zum Metallgeländer. Dort 90 Grad links. Dann einen Meter vor und 90 Grad rechts. Hier ist gleich die erste Stufe der abwärts führenden Treppe, mit acht Stufen, einem Absatz und neun Stufen mit Orientierung am Handlauf rechts. Am Bahnsteig angekommen einen Meter bis zum Blindenleitstreifen vor. Der Zug Richtung Pankow kommt auf der linken Seite.

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Architektonische Fachbegriffe

Balustrade
Die Balustrade stammt aus dem Französischen und steht für eine individuell gestaltete niedrige Reihe säulenartiger Stützen, die als Brüstung oder Geländer an Treppen, Terrassen und Balkonen dient. Balustraden werden meist aus Holz oder Naturstein hergestellt, in neuerer Zeit auch aus Beton.

Barock
Barock ist die Hauptrichtung in der europäischen Kultur, deren Dauer sich vom Ende des 16. Jahrhunderts bis ins 18. Jahrhundert erstreckt. In der Architektur, Malerei und Skulptur war dieser Stil geprägt durch eine reichhaltige Symbolik. Er war reich an Verzierungen und zeigte fantasievolle Lösungen.

Basis
Eine Basis ist ein unterstes profiliertes Bauteil einer Säule, eines Pilasters oder eines Pfeilers.

Brückenköpfe
Die Brückenköpfe dienten ursprünglich als Wehranlagen, die zur Sicherung und Überwachung der Brücken errichtet werden. In der modernen Architektur versteht man darunter markante Bauten, die Brückenauffahrten markieren.

Fries 
Ein Fries ist ein horizontaler Ornamentenstreifen, der glatt oder mit figuralen oder pflanzlichen Motiven verziert ist.  

Fronton
Ein Fronton ist ein Dreieckgiebel.Frontspitz
Ein Frontspitz ist ein Gie

Gesims 
Das Gesims ist ein architektonisches Element, in der Regel in Form einer profilierten horizontalen Leiste, das aus einer Wand hervorragt. Außerdem schützt es die Fassade des Gebäudes vor Regenwassertropfen. Zusätzlich kann das Gesims als Gestaltungselement der Wandflächen und Fassaden dienen.

Gesprengter Giebel 
Ein gebrochener Fronton oder ein gesprengter Giebel – auch entrecoupé – ist ein Giebel dessen obere Mitte nicht geschlossen ist. Es wurde vor allem in der Architektur des Barock verwendet.  

Giebel
Der Giebel ist die obere abschließende Wandfläche eines Gebäudes im Bereich des Daches.

Historismus
Historismus ist eine nicht schöpferische Strömung des 19. Jahrhunderts in der Architektur und Baukunst in Anlehnung an Stile der vergangenen Epochen. Stilistische Unterarten sind u. a. die Neoromanik, Neogotik, Neorenaissance und der Neobarock.  

Iroko-Holz
Iroko-Holz ist der Handelsname für das Holz des Baumes Milicia. Milicia ist ein in Afrika beheimateter Baum, der zur Familie der Maulbeergewächse gehört.

Joch
Das Joch bezeichnet den Gewölbeabschnitt eines Kirchenschiffes zwischen zwei Pfeilern oder Säulen. Im technischen Bauwesen das Bauteil zwischen zwei Brückenpfeilern.

Kartusche
Die Kartusche ist die von einem reich dekorierten Rahmen umgebene schildartige Fläche, die in der Form eines Ornaments in Renaissance und Barock zur Aufnahme von Inschriften, Wappen, Initialen diente.

Klassische Architektur
Zur klassischen Architektur (antiken Stil) gehören die Baustile im antiken Griechenland und im antiken Rom die sich vom sechsten Jahrhundert vor Chr. bis mindestens zum zweiten Jahrhundert unserer Zeit entwickelt haben. Die Merkmale dieser Architektur sind Symmetrie und Säulen. Die Baustile dieser Epoche sind: dorische Ordnung, ionische Ordnung, korinthische Ordnung und komposite Ordnung.

Klassische Moderne
Klassische Moderne auch Modernismus (klassisch-rationaler Stil) ist ein allgemeiner Begriff für die Strömungen der Weltarchitektur, der sich in den Jahren 1918 bis 1975 entwickelt hat. Er bezeichnet die totale Abkehr nicht nur von historischen Stilen, sondern auch von allen Stilisierungen. Die Architektur des Modernismus basierte auf der Annahme einer neuen kreativen Methode, die die Form, die Funktion und die Gestaltung des Bauwerkes fast ausschließlich aus vorhandenen materiellen Bedingungen ableitet.

Klassizismus
Der Klassizismus ist in der Architektur ein Stil, der sich an den architektonischen Formen des antiken Roms und Griechenlands orientiert. Er hat sich um 1750 in der Architektur entwickelt als Reaktion auf die Pracht des Barock und des Rokoko und wurde etwa bis 1850 angewandt

Lager
Als Lager (Auflager) einer Brücke werden die Kontaktpunkte zwischen Über- und Unterbau bezeichnet.

Lehrgerüst
Ein Lehrgerüst ist eine meistens hölzerne, oft auch lösbare Form, die als Unterstützung zum Erstellen von Ziegelgewölben dient.

Lisene 
Eine Lisene ist eine flache, schmale, vertikale Verstärkung einer Wand.

Palmette
Eine Palmette ist ein dekoratives Motiv in Form stilisierter Palmenblättern, die fächerförmig angeordnet sind.

Pilaster
Der Pilaster ist eine lokale Verdickung der Wand in Form einer flachen Säule. Der Pilaster dient der Wandgliederung, kann aber auch eine tragende statische Funktion haben.

Plinthe
Eine Plinthe ist ein quadratisches oder rechteckiges Plättchen, das unterhalb der Basis der Säule platziert ist.

Portal
Das Portal bezeichnet dekorative Türen in Kirchen, Palästen, Rathäusern und in wohlhabenden Häusern.

Pylon
Pylon – ist eine Toranlage mit Flankentürmen. Die Türme wurden auf einem rechteckigen Grundriss gebaut und verjüngten sich nach oben. Im alten Ägypten, befand sich zwischen den Türmen der Eingang zum Tempelhof. 
Im Brückenbau ein Pylon ist das Konstruktionselement der Hängebrücken. 

Renaissance
Renaissance war eine Periode in der Geschichte der europäischen Kultur des 16. Jahrhunderts und wurde oft als „Wiedergeburt der Künste und Wissenschaften“ bezeichnet, die sich in Italien entwickelt hat. Neben vielen Sakralbauten wurden immer mehr Profanobjekte wie Paläste, Herrenhäuser und öffentliche Gebäude gebaut.

Risalit
Ein Risalit, auch Avantkorps genannt, ist ein Vorsprung aus der Fluchtlinie eines Baukörpers. Er zieht sich meist über die ganze Höhe hin und dient als Mittel zur Fassadengliederung.

Rokoko
Das Rokoko ist eine Stilrichtung, die vor allem im Innenausbau, in der Ornamentik und der Malerei der europäischen Kunst zwischen 1720 und 1790 präsent war. Es wird als Endphase des Barock betrachtet. Rokoko steht für Leichtigkeit, für flüssige Formen und Asymmetrie.

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Quellen

Eckhard Thiemann, Dieter Desczyk „Berliner Brücken: Gestaltung und Schmuck“. Lukas Verlag

Susanne Gänshirt-Heinemann, „Der Krögel: eine Gasse im Alten Berlin. Haude und Spener, 2000

Carl-Peter Stenmann, „Im Fluss der Zeit: Geheimnisse links und rechts der Spree“. Ausgabe 2004

Franz Hessel „Spazieren in Berlin“ Berlin Verlag, 2012

Wilhelm Raabe Die Chronik der Sperlingsgasse auf http://www.zeno.org/Literatur/M/Raabe,+Wilhelm/Romane/Die+Chronik+der+Sperlingsgasse

Heinrich von Kleist „Michael Kohlhaas“ auf www.gutenberg.org/ebooks/664

http://www.transalbien.de/fach.htm

http://www.berlinstreet.de/6515

http://www.luise-berlin.de/bms/bmstxt01/0104prob.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Badehaus_%28Museumsinsel%29

http://berlingeschichte.de/stadtentwicklung/texte/articles/2_01_schloss

http://www.lexikus.de/bibliothek/

http://www.berliner-historische-mitte.de/1237.html

http://www.ghb-online.de/themen/alt-berlin/alt-coelln.html

http://www.diegeschichteberlins.de/

http://www.stadtbild-berlin.de/

http://mittemuseum.de/deutsch/ausstellung/vergangene-ausstellung/otto-nagel/otto-nagel.html

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