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Südliche Spreeinsel – Leben am Wasser

Teil 1

Klosterstraße
10179 Berlin-Mitte

Berlin – Mitte

Ankunft: U-Bahnhof Klosterstraße

Zielgruppe

Der Spaziergang ist vor allem gedacht für blinde und sehbehinderte Personen, die Interesse an Architektur, Kunst und Geschichte haben.

Für Rollstuhhlfahrer ist der Saziergang nicht geeignet.

Strecke

Der knapp 3 Kilometer lange Spaziergang führt über die Gründungsorte Berlins und seine ersten Brücken, am Molkenmarkt vorbei durch den Krögel zur Mühlendammbrücke. Das Spreeufer entlang geht man über die Rathausbrücke in die Breite Straße und zum Schlossplatz. Danach von der Schleusenbrücke den Spreekanal entlang zur Jungfernbrücke und in die Sperlingsgasse. Die Friedrichsgracht führt weiter an der Gertraudenbrücke vorbei auf die Fischerinsel. Die gemütliche Uferpromenade läuft von der Grünstraßenbrücke zur Roßstraßenbrücke und zur Inselbrücke an der Spitze der Fischerinsel, am Märkischen Ufer vorbei zum historischen Hafen.

Thema

Es wird erzählt über die Geschichte und Architektur von Gründungsorten Berlins.

Konzept

Um die Umgebung und Objekte besser zu erkennen, hat die Strecke den Charakter eines Spaziergangs. Oft werden Objekte umlaufen, um ein Gefühl für die Räumlichkeit zu bekommen. Es werden mehrere Sitzgelegenheiten vorgeschlagen.

Begriffe

Um einige architektonische Begriffe leichter verständlich zu machen, haben wir ein Verzeichnis der wichtigsten Begriffe mit Erklärungen erstellt und ans Ende der Beschreibungen gesetzt.

Verkehrsverbindungen:

Symbolbild U-Bahn
U2 Pankow – Ruhleben, Bahnhof Klosterstraße für Start

Symbolbild U-Bahn
U2 Pankow – Ruhleben, Bahnhof Märkisches Museum für Ziel

Symbolbild U-Bahn
U2 Richtung Ruhleben, Bahnhof Klosterstraße, südlicher Ausgang U-Bahnhof Klosterstraße.

Nach dem Ausstieg vorne zwei Meter vor, 90 Grad rechts und sechs Meter geradeaus bis zur aufwärts führenden Treppe gehen. Dann neun Stufen, Absatz und zehn Stufen mit Orientierung am Handlauf rechts. Oben angekommen befinden Sie sich in der Zwischenebene. Nun etwa 30 Meter geradeaus mit Orientierung an der Wand rechter Hand bis zur Ecke gehen und 90 Grad rechts. 
Dann sieben Meter die Wand rechter Hand entlang und 90 Grad links. Von hier zehn Meter geradeaus mit Orientierung an der Wand rechts bis zur aufwärts führenden Treppe gehen. Jetzt elf Stufen, dann Absatz und weitere elf Stufen mit Orientierung am Handlauf rechts aufwärts gehen.
Standort: Klosterstraße, südlicher Ausgang U-Bahnhof Klosterstraße.

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Symbolbild U-Bahn
U2 Richtung Pankow, Bahnhof Klosterstraße, südlicher Ausgang U-Bahnhof Klosterstraße

Nach dem Ausstieg hinten drei Meter vor, 90 Grad links und sechs Meter geradeaus bis zur Treppe aufwärts, neun Stufen, Absatz und zehn Stufen mit Orientierung am Handlauf rechts. Oben angekommen befinden Sie sich in der Zwischenebene. Nun 90 Grad rechts und fünf Meter geradeaus mit Orientierung am Geländer rechts und weitere drei Meter entlang der abwärts führenden Treppe mit Orientierung an der ersten Stufe rechter Hand. Danach 90 Grad links und etwa 30 Meter geradeaus mit Orientierung an der Wand rechts bis zur Ecke gehen und 90 Grad rechts. 
Dann sieben Meter die Wand rechter Hand entlang und 90 Grad links. Von hier zehn Meter geradeaus mit Orientierung an der Wand rechts bis zur aufwärts führenden Treppe gehen. Jetzt elf Stufen, dann Absatz und weitere elf Stufen mit Orientierung am Handlauf rechts aufwärts gehen.
Standort: Klosterstraße, südlicher Ausgang U-Bahnhof Klosterstraße.

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START!

Standort: Klosterstraße, südlicher Ausgang U-Bahnhof Klosterstraße.

Das Leben am Wasser

Berlin und seine Spree, sie haben ein besonderes Verhältnis und sind viel enger, als man denkt, miteinander verbunden.
Seit der Gründerzeit wurden für den Bau Berlins und Cöllns mit Kähnen Sand, Kies und Steine aus den Rüdersdorfer Brüchen transportiert. Der Weg führte über die Märkischen Wasserstraßen, woran auch der Spruch “Berlin ist aus dem Kahn gebaut” erinnert. Flüsse und Kanäle waren die Landstraßen dieser Zeit.

Aber die Geschichte ist viel weiter in die Vergangenheit zurückzuführen, denn schon seit dem 13. Jahrhundert gründeten sich zwei Städte, getrennt durch die Spree. 1307 wurden sie zu “Berlin-Cölln” vereint, dann 1442 wieder getrennt, um später im Jahr 1710 endlich in einer Stadt zu verschmelzen.

Und die Spree? Schon damals wie heute verband der Fluss und trennte zugleich. Die Spree hatte immer eine große wirtschaftliche Bedeutung. Sie war die Karawanenstraße und die Warenherberge, Antrieb von Mühlen, aber auch Fischgrund. Der Rundgang führt uns durch die ältesten Teile Berlins und seine ersten Brücken.

Wegbeschreibung zur Station 1 – Der Molkenmarkt

Oben angekommen zwei Meter bis zum Gitterrost vorgehen. Dann 90 Grad links und drei Meter über den Gitterrost und über Mosaikpflaster bis zu den Gehwegplatten gehen. Dann 90 Grad rechts und etwa zehn Meter geradeaus auf den Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts die Klosterstraße entlang bis zur Gebäudeecke. Ab hier etwa 15 Meter weiter geradeaus mit Orientierung an der Fassade rechts des Alten Stadthauses bis zur Ecke gehen.
Standort: Klosterstraße Ecke Stralauer Straße.
Hier 90 Grad rechts und vier Meter vor, 90 Grad links und drei Meter bis zur abgesenkten Bordsteinkante geradeaus gehen. Es folgt die Überquerung der Stralauer Straße für etwa 20 Meter. Eine taktile Ampelanlage ist vorhanden. Auf der anderen Straßenseite steht derzeit wegen einer Baustelle ein Betonquader mittig im Wege.
Nach der Überquerung drei Meter vor. Jetzt 90 Grad rechts und etwa 40 Meter geradeaus auf verschiedenen Belägen mit Orientierung am Bauzaun aus Holz links bis zum Zaunende gehen. Dann etwa 70 Meter durch den Arkadengang geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster links, der Hausfassade entlang linker Hand bis zur Ecke des Mosaikpflasters gehen. Nun vier Meter vor bis zur abgesenkten Bordsteinkante.
Standort: Stralauer Straße Ecke Neue Jüdenstraße.
Es folgt die Überquerung der Neuen Jüdenstraße mit abgesenkten Bordsteinen für sieben Meter. Eine Ampelanlage und Zebrastreifen sind nicht vorhanden. Der Autoverkehr ist gering und kommt von beiden Seiten.
An der anderen Straßenseite fünf Meter geradeaus auf Gehwegplatten bis zur Ecke des Gebäudes der Berliner Wasserbetriebe vorgehen. Von hier etwa 45 Meter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung links am Mosaikpflaster einem weiteren Arkadengang bis zu einem Gitterrost im Boden folgen.
Standort: Straulauer Straße Ecke Am Krögel. Rechts, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, erstreckt sich der westliche Teil des ehemaligen Molkenmarktes.

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Station 1 – Der Molkenmarkt

Geschichte

Das war auch damals vor 750 Jahren so. Hier stand ein Standbild des Roland – eines Ritters mit bloßem Schwert. Er galt als Sinnbild der Stadtrechte. Deshalb schmückte er oft Marktplätze und präsentierte stolz bürgerliche Freiheit und Eigenständigkeit einer Stadt mit Marktrecht und eigener Gerichtsbarkeit.

Im Laufe des “Berliner Unwillen” – so nennt man die 1440 begonnene Auseinandersetzung Berliner und Cöllner Stadtbürger mit dem märkischen Landesherren Friedrich II – wurde der Roland in der Spree versenkt. Der Name Roland Ufer erinnert daran.

Seinen Namen “Molkenmarkt” erhielt der Platz erst 1685. Seitdem ist er zum innerstädtischen Zentrum geworden. Einst schmückte den Markt die Statue von Friedrich I. Dadurch hat der Schlossbaumeister Andreas Schlüter ihn zum “Königsplatz” geehrt.

Hier fand auch der erste Weihnachtsmarkt statt, der seitdem in Berlin Tradition ist. Mehr oder weniger erfolgreich hat sich der Molkenmarkt bis Anfang des 20. Jahrhunderts durchgeschlagen. 1935 wurde er Opfer nationalsozialistischer Stadtplanung und später der Verkehrspolitik. Ebenso wie der “Krögel”. Glück hatten nur das Palais Schwerin und das Neue Stadthaus gehabt, denn beide standen den Planungen nicht im Wege.

Heute tobt hier rund um die Uhr Straßenverkehr von Osten nach Westen, von Norden nach Süden. Zur Ruhe kommt der Platz nie.

Wegbeschreibung zur Station 2 – Am Krögel

Jetzt 90 Grad links, zwei Meter vor bis zum Sockel der Gabäudesäule des Hauses gehen und 90 Grad rechts.
Am Krögel ist eine Fußgängerzone und wird mit vier Metallpollern von der Stralauer Straße abgegrenzt.
Dann vier Meter geradeaus auf Mosaikpflaster und hinter dem zweiten Metallpoller 90 Grad links in die Straße Am Krögel einbiegen.
Von hier acht Meter geradeaus auf Mosaikpflaster ohne Orientierungsmöglichkeit gehen. 
Danach etwa 80 Meter geradeaus mit Orientierung links an der unteren Stufe einer dreistufigen Treppe aufwärts, die etwa 80 Meter lang ist. In dieser Treppe sind zwölf Baumscheiben integriert. Dann 90 Grad links und drei Meter bis zur einer Metallwand mit Verglasung vorgehen. Links gibt es eine Sitzgelegenheit auf einer 20 Zentimeter hohen Stufe.
Standort: Straße Am Krögel. Gelände der ehemaligen Reichsmünze (heute Alte Münze). Rechts steht das alte Palais Schwerin, vorne das Verwaltungsgebäude, das sogenannte Direktorenhaus.
Es ist heute ein Anlaufpunkt für die Kunst- und Designszene Berlins.

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Station 2 – Am Krögel

Geschichte

Krögel – so hieß laut einer Urkunde im 14. Jahrhundert die Bucht an der Spree. Die Hafenbucht diente zur Entladung der Warenkähne. Hier baute man einen Stichkanal bis an den Molkenmarkt.
Der Krögel war ebenfalls im stolzen Besitz einer der ältesten Badestuben Berlins. Die Badehäuser spielten im Mittelalter eine wichtige gesellschaftliche Rolle als Treffpunkte. Neben der Reinigung konnte man sich frisieren lassen oder ärztlich behandeln lassen. Es gab hier auch Musik und Unterhaltung. Laut Chronisten zogen am Hochzeitstag Braut und Bräutigam mit allen Gästen zum Bade in die “Kröuwelstube2, wie die hieß, in der anschließend auch gespeist wurde.
Später wurden der Kanal und teilweise die Bucht zugeschüttet und mit Wohn- und Lagerhäusern überbaut. So entstand im 16. Jahrhundert der Handelshof, den die Berliner gewöhnlich mit Krögel bezeichneten. Die schmale Krögelgasse blieb bestehen. Sie war der kürzeste Weg zur Spree, um bei Feuergefahr schnell Löschwasser zu holen.
Am Krögelhof befand sich auch eine Sonnenuhr mit der Inschrift “Mors certa, hora incerta“ (“Der Tod ist gewiss, seine Stunde aber ungewiss”). Sie ging beim Abriss des Hauses verloren.
Mit seinen mittelalterlichen alten und engen Häusern galt der Krögel bis zu seinem Ende als Sinnbild für die menschenunwürdigen Wohnungsverhältnisse Berlins.

Gegenwart

Heute ist die Gasse Am Krögel eine kleine ruhige Privatstraße inmitten der ehemaligen Reichsmünze. Das Viertel, das einst eine steile Karriere vom schmutzigen rückständigen Ort bis zur Hauptattraktion der Stadtführungen in den Zwanzigern gemacht hatte, wurde abgerissen.

Die neue Geldfabrik (Alte Münze) wurde nach Plänen der Architekten Fritz Keibel und Arthur Reck errichtet. Im Neubau integrierte man auch das alte Palais Schwerin, dessen originale barocke Frontfassade jetzt die Ecke Stralauer Straße und Mühlendamm schmückt.

Wegbeschreibung zur Station 3 – Der Mühlendamm

Von der Stufe aufstehend zwei Meter bis zur Fassadenecke linker Hand gehen und weitere zwei Meter vor bis zu einer Säule. Nun 90 Grad links und etwa 50 Meter geradeaus auf Mosaikpflaster mit Orientierung an zehn runden Säulen rechts gehen. Dann zwei Meter auf dem gleichen Belag bis zu den Gehwegplatten vorgehen und 90 Grad rechts.
Ab hier acht Meter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts bis zur Zufahrtsstraße der ehemaligen Münze. Es folgt die Überquerung der Zufahrtsstraße Am Krögel auf sieben Meter. Danach etwa 16 Meter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts der Seitenwand des Direktorenhaus bis zur Ecke entlang gehen. Weitere fünf Meter auf Kopfsteinpflaster mit Orientierung an der Steinkante rechts bis der Sandboden beginnt.
Nun 90 Grad rechts und sieben Meter geradeaus auf Sandboden mit Orientierung an der Pflanzenbeeteinfassung bis zu deren Ende.
Hier fängt eine zwölf Meter lange Nische an, in der sich drei Sitzbänke im Abstand von zwei Metern befinden. Eine Sitzgelegenheit.
Standort: Rolandufer direkt an der Spree und an der Mühlendammschleuse. Im Hintergrund erstreckt sich die Fischerinsel mit modernen Hochbauten, rechts überspannt die Mühlendammbrücke die Spree.

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Station 3 – Der Mühlendamm

Mittelalter

Die ersten Ansiedlungen auf der Spreeinsel begannen im 12. Jahrhundert und sind Niederlassungen von Kaufleuten und Händlern. Seit seinem Ursprung war der Inselteil Cölln eng mit der “Schwesterstadt” Berlin am östlichen Ufer der Spree verbunden. Der Bau von Brücken förderte auch das gemeinsame Leben und Wachsen. Zur Gründerzeit legte man hier einen Damm, um die beiden Siedlungen zu verbinden. Die Stelle war etwas flach und geeignet für einen Knüppeldamm – einer Überführung aus Rundholz, die auf Bohlen befestigt ist, die wiederum im Boden stecken. Bohlenwege waren in Mittelalter weit verbreitet, vor allem, um Moore und Sümpfe zu überqueren. An Flüssen verhinderten sie den Schiffsverkehr. Das war natürlich ein großer Nachteil. Aber die ersten Siedler waren mehr am Fernhandel auf den Landwegen interessiert, obwohl sie auch immer die Kraft der Spree nutzten. Erste Wassermühlen entstanden hier vermutlich um 1220. Seit dem 13. Jahrhundert diente die Mühlendammbrücke als Wehr und Mühlenstau. Bis ins 14. Jahrhundert wurden die flachen Spreeufer alljährlich überflutet. Bis schließlich der Fluss erfolgreich besiegt und eingedämmt wurde. Tausende Eichen- und Kiefernstämme waren über Jahrzehnte hinweg in das Flussbett gerammt worden. Große Steine, Rüdersdorfer Kalkblöcke und Granitfindlinge verstärkten den Dammbau. Danach gehörte der Mühlendamm an der Spree weder Berlin, noch Cölln, sondern unterstand dem Markgrafen. Dementsprechend hielt hier die militärische Besatzung der markgräflichen Kurie Wache. Sie residierte in der Nähe des Molkenmarktes.

16. – 18. Jahrhundert

1572 legte man im Auftrag des Berliner Rates über den Wasserlauf der Mühlen eine Wasserleitung aus hölzernen Röhren. So floss Spreewasser in die Höfe der Bürgerhäuser. Während des Dreißigjährigen Krieges ging sie verloren. Der Damm und die Mühlen unterbanden den Schiffsverkehr auf der Spree. Die Waren mussten daher auf andere Schiffe jenseits des Mühlendammes umgeladen werden. Erst 1578 wird hier eine Schleuse erwähnt. Natürlich nutzte die Doppelstadt das Stapelrecht aus und der Molkenmarkt und der gegenüberliegende Fischermarkt entwickelten sich zu lebhaften Handelsorten.
Ende des 17. Jahrhunderts fanden unter Kurfürst Friedrich Wilhelm, bekannter als Großer Kurfürst, am Mühlendamm umfassende Erneuerungen statt. Die Läden wurden umgebaut und Kolonnaden vorgesetzt. So entstanden die ersten Arkadenhallen, bedeckt mit Kreuzgewölben. Bei den Zeitgenossen galt der Mühlendamm als nobles Kaufmannsviertel. Die Zahl der Mühlen in den folgenden Jahren stieg auf zehn. Sie waren die wichtigste Energiequelle der Stadt.

19. – 20. Jahrhundert

Nach dem schweren Brand 1883 wurde trotzt heftiger Proteste des Stadtrates gegen den Aufbau der Mühlen inmitten vom Stadtzentrum, mit dem Neubau am Mühlendamm begonnen. Und bald schmückten wieder zwei Mühlen die Spree – eine große und eine kleine.

Erst 1888, mit dem Bau einer neuen Schleuse, wurde der Mühlenbetrieb eingestellt. Das Spreebett für die zunehmenden Schiffstransporte wurde vertieft und die Brücke umgestaltet. Sie erhielt eine 15 Meter breite Fahrbahn für den inzwischen enorm angewachsenen Kutschenverkehr. Für die Fußgänger gab es beiderseits breite Gehwege.
Doch schon zwanzig Jahre später war die Schleuse wieder zu klein für den Verkehr geworden. Wie zu Wasser, so zu Land. Aber erst in den Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts begann der Umbau der Schleuse. Doch sollte eine neue Brücke noch lange auf sich warten lassen. Erst nach dem Krieg wurde im Auftrag des Ostberliner Magistrats die überbreite Mühlendammbrücke gebaut. Sie wurde im Jahre 1968 eröffnet und sieht bis heute unverändert aus. Die große schmucklose Betonbrücke die heute acht Fahrtspuren breit ist gilt als einer der ältesten Orte Berlins.

Wegbeschreibung zur Station 4 – Das Spreeufer

Von der Bank aufstehen und vier Meter geradeaus bis zur Beetabgrenzungskante. Jetzt 90 Grad rechts und etwa 140 Meter geradeaus auf dem Sandweg mit der Orientierung an der Beetabgrenzungskante links bis zum Ende des Sandweges gehen.
Zu beachten ist, dass im Laufweg dicke Baumwurzeln auf der Gesamtstrecke herausragen.
Weiter der nach links abbiegenden Abgrenzungskante entlang bis zum Geländer an den Ufern der Spree auf vier Meter folgen. Dann 90 Grad rechts und etwa 15 Meter auf Beton mit Orientierung am Geländer links bis zur Ecke der Stützwand der Brücke gehen.
Standort: Linke Stützwand unterhalb der Mühlendammbrücke am rechten Spreeufer.
Danach etwa 40 Meter geradeaus auf dem gleichen Boden entlang der Betonstützwand links, unterhalb der Brücke bis zur Ecke gehen und 90 Grad links. Nun drei Meter bis zum gusseisernen Geländer vorgehen, 90 Grad rechts und acht Meter dem Geländer entlang linker Hand folgen bis zur aufwärts führenden Treppe aus Beton. Nun neun Stufen, zwei Meter Absatz, neun Stufen, zwei Meter Absatz und acht Stufen mit der Orientierung an der Treppenwange links gehen. Nach der letzten Stufe zwei Meter vor, 90 Grad links und einen Meter vor und 90 Grad links.
Standort: Südliche Ecke des Nikolaiviertels. Hier fängt die Spreeuferpromenade an. Man steht direkt vor der Abbildung des Löwen. Von hier kann man einen Blick nach links auf die Mühlendammbrücke und die Fischerinsel werfen.

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Station 4 – Das Spreeufer

Spreeufer

Das Spreeufer, das früher Burgstraße hieß, begrüßt uns mit einem Löwenpaar. Zwei Skulpturen flankieren oben den Aufgang zum Gehweg. Ursprünglich stand das Tierpaar vor der Reichsmünze am Molkenmarkt. Ihr Schöpfer und ihr Geburtsort bleiben ein Geheimnis der Geschichte.

Die Löwenskulptur

Der Löwe liegt auf einem Sockel aus grauem Sandstein. Der Sockel ist 90 Zentimeter hoch, zwei Meter lang und einen Meter breit. Das Tier ist in etwa Lebensgröße abgebildet.

Wegbeschreibung zur Station 5 – Das Nikolaiviertel

Während des Sommers befinden sich rechts und links Tische und Stühle der umliegenden Cafés.
Jetzt 180 Grad wenden und etwa 130 Meter geradeaus auf Betonformsteinen mit der Orientierung links an Restaurantbestuhlung in verschiedenen Abständen und am Spreeufergeländer bis zu einer Reihe von acht Fahrradständern. Diese linker Hand umgehen und nach dem letzten 45 Grad rechts und sechs Meter ohne Orientierung bis zu einer Sitzbank vorgehen. Eine Sitzgelegenheit. Zwei andere Bänke befinden sich rechts im Abstand von zwei Metern.
Standort: Die Einmündung der Propststraße auf die Spreeuferpromenade. An der Skulptur des Heiligen Georgs.

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Station 5 – Das Nikolaiviertel

Geschichte

Die Bebauung des heutigen Nikolaiviertels wurde während des Zweiten Weltkriegs fast komplett zerstört.
Über zwanzig Jahre lehnte man die Rekonstruktion der alten Strukturen immer wieder ab.
Erst in den 80er Jahren beschlossen Staatsführung, Parteigremien und Stadtverwaltung den Wiederaufbau von Berlins ältester Kirche und dem umliegenden Nikolaiviertel in ursprünglicher Dichte.

Den Wettbewerb zur Gestaltung gewann das Team von Günter Stahn.

Die Architekten haben vorgeschlagen, die historische Gliederung des Gebiets mit den ursprünglichen Straßen und Plätzen weit möglichst wieder herzustellen, aber gleichzeitig ein Ensemble zu schaffen aus einer einzigartigen Mischung von historischen Gebäuden, Repliken und modernen Bauten.

“Uns ging es nicht um die Rekonstruktion der Berliner Altstadt,
sondern um die Rekonstruktion eines städtischen Raums,
der das alte Berlin erlebbar macht“,
sagte Günter Stahn in einem Interview.
www.taz.de/!3227/

Dafür dachten sich die Ingenieure einige originelle Sonderlösungen aus: Bürgerhäuser im Stil des 17. und 18. Jahrhunderts wurden durch modernen Plattenbau ergänzt. Die tragenden Wandkonstruktionen aus Beton wurden monolithisch vor Ort gefertigt, danach montierte man Außenplatten aus strukturiertem Waschbeton. Schließlich wurden die Lisenen, Gesimse, Sockel, Platten und Schaufenster-Rahmungen angehängt. So gewann zumindest eine Hälfte Berlins seinen Gründungsort zurück.

Die Nachbarschaft

Auf dem gegenüberliegenden Ufer stützt sich der 176 Meter lange Seitenflügel des Neuen Marstall direkt ins Wasser.
Einst diente er zur Unterbringung der 300 Pferde sowie der Kutschen und Schlitten des kaiserlichen Hofes.

Seine 93 Meter lange Hauptfassade im Stil des Neobarocks hat sich zwischen Spree und Breite Straße ausgedehnt und weist zum Schlossplatz. Der vordere Teil wurde für die Nutzung der Hochschule für Musik Hanns Eisler umgebaut.

Geschichte des Badeschiffs

Und bevor der Spaziergang weiter geht, möchte ich noch gerne einen Mann erwähnen; Georg Adolph Welper. Der Berliner Ober-Medizinalrat und Stadtphysikus war ein überzeugter Freund des Schwimmens und des gründlichen Waschens. Aber damals gab es in Deutschland kaum private Bäder oder Duschen; und große Badeanstalten nach Pariser oder Wiener Art schon überhaupt nicht. Deswegen leistete er Pionierarbeit, als er 1802 ein Badeschiff im klassischen Stil an der Spree zwischen Langer Brücke und den Mühlen, wo nach seinen Untersuchungen das Spreewasser am reinsten war, vor Anker legen ließ.
Das Schiff war in der Mitte offen und nicht als geschlossenes Bassin konstruiert, so dass die Badenden direkt im Spreewasser planschten. Die Badezellen waren durch einen Umgang verbunden, die Wasserseiten mit Säulen geschmückt. Das Badeschiff an der Langen Brücke war bis 1827 in Betrieb.

Wegbeschreibung Richtung Kurfürstenhaus

Von der Bank aufstehend 90 Grad rechts und fünf Meter mit Orientierung an der Beeteinfassung rechts bis zur Ecke gehen und 90 Grad rechts. Dann acht Meter auf Betonformsteinen dem Beet rechter Hand folgen. Links steht eine Straßenlaterne.
Hinter der Laterne 90 Grad links.
 Hier zwei Meter bis zum schmalen, längs verlaufenden Abflussgitter. Hier 90 Grad rechts und dem Abflussgitter für sechs Meter folgen. Dann sieben Meter geradeaus bis zum nächsten Abflussgitter und auch diesem für zehn Meter folgen bis dieses endet. Ab hier etwa 18 Meter geradeaus auf dem asphaltierten Boden mit Orientierung an den Betonformsteinen links. Dann 90 Grad rechts und vier Meter vor.

Standort: Spreeufer Nummer 5, das Eingangsportal des Kurfürstenhauses.

Kurfürstenhaus

Spreeufer Nummer 5, das sogenannte Kurfürstenhaus, gilt als eines der schönsten Gebäude hier. Es ist ein imposantes Geschäftshaus. Es wurde 1897 erbaut nach dem Entwurf des Architekten Carl Gause im Stil der Neorenaissance. Das Haus ist unübersehbar wegen seiner roten Sandsteinfassade mit dem Mittelrisalit.

Das Haus ist mit einem Giebel als krönendem, schmückendem Abschluss versehen. Die einflügelige Tür mit den zwei feststehenden Seitenteilen hat prächtige Verzierungen aus gusseisernem Gitter. Vertikale Stäbe im floralen Stil sind kunstvoll durch Schnörkel miteinander verbunden. Die Seitenteile haben je drei vertikale Elemente, die zentrale Tür hat fünf davon. Das Kurfürstenhaus ist eines der wenigen, die den Zweiten Weltkrieg beinahe schadlos überstanden haben. Über zwei Höfe kommt man vom Spreeufer in die Poststraße, wo 1620 in einem früheren Haus der Kurfürst Johann Sigismund verstarb, was auch den Namen Kurfürstenhaus erklärt.

Das Kurfurstenhaus steht unter Denkmalschutz.

Wegbeschreibung zur Station 6 – Die Rathausbrücke

Vor dem Eingang stehend 90 Grad links und etwa 16 Meter auf unterschiedlichen Bodenbelägen das Kurfürstenhaus rechter Hand entlang gehen und weitere etwa 16 Meter mit Orientierung rechts an der Betonpalisade bis zur Ecke. Dann etwa 16 Meter geradeaus auf Gehwegplatten ohne Orientierung bis zur aufwärts führenden Treppe. Hier 90 Grad links, bis zur Treppenwange vorgehen und 90 Grad rechts.
Die freie Treppe besteht aus elf Stufen, die zehn Zentimeter hoch und 70 Zentimeter tief sind. Orientierung am Handlauf aus Edelstahl links.
Oben angekommen einen Meter vor, 90 Grad links, einen Meter vor und dann 90 Grad rechts der Treppenwange folgen.
Standort: Rathausstraße Ecke Spreeufer, das hier endet. Im Hintergrund weiter vorne erscheint die Kuppel des Berliner Doms. Man steht in einer Nische an der südöstlichen Seite der Rathausbrücke. Links befindet sich einer der vier Brückenleuchter.

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Station 6 – Die Rathausbrücke

Die neue Rathausbrücke

Heute überspannt die Spree hier eine neue Brücke im klassisch-rationalen Stil (Klassische Moderne). Sie ist etwa 55 Meter lang und 19 Meter breit. Die Bürgersteige beiderseits sind vier Meter.

Auf beiden Ufern sind Promenaden unter der Brücke vorgesehen. Mit den Aussichtsplattformen oben auf der Brücke sind sie durch Treppen verbunden. Die Aussichtsplattformen, zwei an jeder Seite, laden zum kurzen Verweilen ein und um einen Blick über die Spree zu werfen.

Vom Spreeufer im Nikolaiviertel führt eine elegante Freitreppe aus Granit in Pyramidenform auf die Brücke.
Vier massive Pylone mit teilweise schrägen Außenflächen, die mit Granit verblendet sind, ergänzen die Auflager. Sie steigen auf vier Meter über der Brückenoberkante empor wie die mächtigen Brückenköpfe. Sie werden von Laternen vervollständigt. Die Leuchter aus Stahl und Glas sind etwa zwei Meter hoch und bilden mit den Pfeilern eine optische Einheit.
Ebenfalls mit Granit sind alle massiven Bauteile verblendet.

Interessant sind die Geländer. Dafür hat die Senatsverwaltung einen extra Wettbewerb ausgeschrieben, den der Schweizer Architekt Erik Steinbrecher gewann. Seine Idee war, die Geländerstreben in Form von Ästen mit der Aluminiumummantelung darzustellen. Die Handläufe sind aus afrikanischem Iroko-Holz.
Vielleicht erinnert damit diese schöne, breite und durchaus moderne Brücke an die Tatsache, dass hier einmal die älteste hölzerne Spree-Überquerung Berlins war.

Wegbeschreibung über die Rathausbrücke

Nun aus der Nische rauskommen, 90 Grad links zwei Meter auf Granitplatten vor und 90 Grad links. Danach etwa 40 Meter entlang des Brückengeländers linker Hand über die Brücke gehen. Unterwegs sind die Geländer-Streben zu ertasten. Am Ende des Geländers 90 Grad links und zwei Meter vor bis zu einer weiteren Nische mit Sitzbank aus Granit. Eine Sitzgelegenheit.
Standort: Aussichtsplattform an der südwestlichen Seite der Brücke. Stromabwärts, vorne auf dem linken Ufer dominiert die Fassade des Schlosses. Wenn man sich um 180 Grad dreht und stromaufwärts schaut, befindet sich links das Nikolaiviertel und rechts der Neue Marstall, heute Hochschule für Musik Hanns Eisler.

Chronologie

Die Rathausbrücke ist auch als Lange oder Kurfürsten Brücke in die Geschichte eingegangen. Lang war sie schon deshalb, weil sie im Mittelalter nicht nur den Flusslauf, sondern auch das sumpfige Ufer überspannen sollte.

Mittelalter

Seit 1307 verband Berlin und Cölln ein Spree-Übergang. Es war der zweitälteste nach dem Mühlendamm und er war auf 14 Bögen aus Holz über das Wasser gebaut. Eine Durchfahrt für Schiffe war nicht möglich; sie mussten hier anlegen. Alten Geschichten zufolge haben hier, mitten im Fluss, die Berliner und Cöllner ein Pfahlhaus errichtet. Die Magistrate von beiden Seiten kamen hier zusammen, um sich zu beraten. Schon seit dem 13. Jahrhundert waren die Siedler von beiden Ufern der Spree durch gemeinsame Not gezwungen, sich zu vertragen und anzunähern. So bot die Brücke einen neutralen Platz. Genau hier sollte später das Denkmal des Großen Kurfürsten stehen.

17. Jahrhundert

Drei Jahrhunderte später war die alte Brücke ziemlich abgenutzt und musste ersetzt werden. 1661 entstand ein wiederum hölzernes, einfaches und schmuckloses Bauwerk mit einem gedrungenen Geländer und einer mit Sand bestreuten Fahrbahn.
Doch schon nach 30 Jahren fanden die Regierenden die Brücke wieder zu klein. Auf Veranlassung des Kurfürsten Friedrich III. wurde die hölzerne Brücke abgebrochen zugunsten eines steinernen Bauwerkes.
Da die Gebäude vom Schloss und vom Alten Marstall schon vorhanden waren, hat der Architekt Johann Arnold Nering auch den Brückenbau entsprechend angepasst. Die neue Brücke ruhte auf fünf Gewölben und präsentierte stolz das Reiterstandbild des Großen Kurfürsten. Der Herrscher schaute zum Schloss hin. Vier Sklaven baten am Sockel um Gnade. Der Platz ermöglichte einen freien Blick den Fluss hinauf bis zum Mühlendamm und hinab bis zur Schlossfassade. Der Alte Marstall in der Breiten Straße ergänzte harmonisch das Ensemble.

19. Jahrhundert

Nach 200 Jahren intensiver Nutzung von Straßen- und Schiffsverkehr war ein Brückenneubau unentbehrlich geworden. 1895 wurde die alte Lange Brücke durch eine neue Brücke mit drei Bögen ersetzt. Das Standbild des Großen Kurfürsten – ein Meisterwerk von Andreas Schlüter – , befand sich wieder an gleicher Stelle. Danach erhielt die Brücke offiziell den Namen, den ihr der Volksmund bereits seit Generationen gegeben hatte: Kurfürstenbrücke.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Am Ende des Zweiten Weltkrieges war die Brücke schwer beschädigt. Das Reiterbild des Kurfürsten war zum Schutz vor Bombenangriffen abgebaut worden. Beim Rücktransport im Jahr 1947 versank der tonnenschwere Koloss im Tegeler See. Zwei Jahre später barg man das Monument und brachte es nach Charlottenburg, wo es bis heute den Ehrenhof des Schlosses schmückt. Es gab auch Rufe, den Herrscher auf dem Kurfürstendamm reiten zu lassen – ähnlich wie Friedrich der Große Unter den Linden. Dieser Vorschlag stieß aber auf taube Ohren.
Da der westliche Teil der Brücke durch die Wehrmacht zerstört wurde, entstand hier gleich nach dem Krieg eine provisorische Spree-Überquerung. Das östliche Gewölbe wurde später ganz abgetragen und über die alten Fundamente wurden Stahlkonstruktionen gelegt. Dieses “Provisorium“ ersetzte man beim Bau des Palasts der Republik durch eine einfache Stahlkonstruktion. Seitdem war die Rathausbrücke, wie sie seit 1951 offiziell heißt, wiederum nur noch dem Fußgänger- und Radfahrverkehr vorbehalten.

Nach der Wiedervereinigung

Nach der Wiedervereinigung war die Erneuerung fällig. Geplant wurde eine pfeilerlose Brücke ohne seitliches Denkmalpodest.
Den Gestaltungswettbewerb gewann der Entwurf des Architekten Walter A. Noebel.
Eine leichte, moderne Brücke sollte mit dem damals noch stehendem Palast der Republik gut harmonieren. 

2002 bestätigte der Deutsche Bundestag dann den Wiederaufbau des Berliner Schlosses, der nicht ins Ensemble passte. Doch der Brückenbau wurde nach den alten Plänen fortgesetzt. Der Mittelpfeiler, der einst das Podest mit dem Denkmal trug, wurde endgültig entfernt.

Wegbeschreibung zur Station 7 – Die Breite Straße

Nun aus der Nische raus und zwei Meter geradeaus auf Gehwegplatten und 90 Grad links. Danach 5 Meter geradeaus auf Gehwegplatten bis diese enden. Nun etwa 25 Meter geradeaus auf Asphalt ohne Orientierungsmöglichkeit gehen. Jetzt 90 Grad links und etwa 10 Meter vor bis zur Fassade der Hochschule für Musik “Hanns Eisler2 und 90 Grad rechts. Von hier bis zur Hausecke gehen, drei Meter weiter vor und 90 Grad links in die Breite Straße einbiegen. Dann etwa 90 Meter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster links. Nun 90 Grad links und drei Meter vorgehen.
Standort: Breite Straße 35, direkt vor dem Ribbeck-Haus. An der Freitreppe zum Eingangsportal. Links befindet sich der Alte Marstall, rechts sind die Gebäude der Stadtbibliothek.
Zur Eingangstür führt eine zwei Meter breite Freitreppe mit vier Stufen. Orientierung an den Treppenwangen beiderseits und am Geländer auf dem Podest. Dieser Eingang wird nicht benutzt; man kann sich auf die Stufen setzen.

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Station 7 – Die Breite Straße

Die Geschichte

Die Breite Straße trug im Mittelalter den Namen Große Straße. Und so war sie wirklich – ganze 30 Meter breit. Zweifellos gehört die Breite Straße zu den ältesten im Siedlungskern von Cölln. Ihre Geburtsstunde verliert sich im zwölften Jahrhundert. Letzte archäologische Forschungen machen auch denkbar, dass der erste Spree-Übergang nicht am Mühlendamm, sondern an der heutigen Rathausbrücke gelegen haben könnte. Und schon damals war die Große Straße lang und parallel zum Spreeufer ausgebaut. Fernhändler siedelten sich hier an, um leichten Umschlag vom Schiffs- zum Straßenverkehr haben zu können.

Dadurch lässt sich auch die besondere Breite des Weges erklären.
Eine besondere Rolle im Leben der Straße soll der Bau des Schlosses gespielt haben. Da das Portal und die Südfassaden sich in Richtung Breite Straße orientierten, erwarb der kurfürstliche Hof an ihr entlang Grundstücke zur Bebauung für Hofbeamte und Bedienstete. Und so entwickelte sich die Breite Straße rasch zu einer der prominentesten Adressen ihrer Zeit. Zu ihren Bewohnern zählten Architekten und Baumeister wie Karl Friedrich Schinkel, Andreas Schlüter, Michael Mathias Smids und der reiche Tabakhändler Wilhelm Ermeler.
Heute erinnern an die Pracht und den Glanz der Straße nur noch zwei Häuser. Beide Bauwerke sind einzigartig und präsentieren, als letzte Überreste ihrer Zeit, die Berliner Spätrenaissance.

Ribbeck-Haus

Manchmal geht es den Häusern wie den Menschen, je älter desto größer. So wie das Ribbeck-Haus, das mit der Zeit um ein Stockwerk wuchs. Anfangs stand hier ein zweistöckiges Gebäude. Laut Inschrift über dem Portal, erwarben im Jahre 1624 der Geheime Rat Hans Georg von Ribbeck und seine Frau Katharina von Brösicke das Haus und bauten es in eines der prächtigsten Häuser dieser Straße um. Aber bald wieder wurde es verkauft an Herzogin Anna Sophie von Braunschweig-Lüneburg. Die neue Herrin des Hauses ließ auch wieder Veränderungen vornehmen. Vielleicht hat ihr das Haus sein drittes Geschoss zu verdanken.
Als die Herzogin im Jahr 1659 starb, fiel das Haus an den Kurfürsten zurück. Und ein paar Jahre später wurde es mit dem benachbarten Alten Marstall verbunden.
Ein Blickfang sind die vier, für die Renaissance typischen kunstvollen Staffel-Zwerchgiebel, die mit schneckenförmigen Voluten und mit Zierobelisken geschmückt sind. Ebenso auffällig ist ein markantes Portal aus der Spätrenaissance.
Eine einfache hölzerne Tür ist in das prächtige Rundbogenportal eingelassen. Die Pfosten aus Sandstein sind mit stilisierten floralen Motiven verziert. Das Portal wird mit einem gebrochenen Fronton, einem sogenannten entrecoupé gekrönt. Das Treppenpodest flankieren gusseiserne Geländer. Jedes besteht aus drei vertikalen Elementen.

Das Ribbeck-Haus steht heute unter Denkmalschutz.

Alte Marstall

Ein erster Marstall stand hier schon im fünfzehnten Jahrhundert. Nach dem Brand von 1665 wurde er wiederaufgebaut nach alten Plänen von Johann Gregor Memhardt. Der Architekt und Baumeister Michael Mathias Smids hat in den Bau auch nebenstehende Gebäude mit einbezogen, darunter auch das Ribbeck-Haus.

Im Laufe seiner Geschichte war der Marstall samt dem Ribbeck-Haus vielen baulichen Veränderungen und Nutzungen ausgesetzt. Der Hof organisierte hier die ersten Berliner Theater- und Opernaufführungen. Seit dem 18. Jahrhundert diente das Gebäude-Paar der Justiz als Sitz des Oberappellationsgerichtes. Später nahm es Teile der Stadtbibliothek auf. Der Zweite Weltkrieg hatte das Haus nicht verschont, aber Anfang der Fünfziger Jahren wurde es restauriert und 1964 zeigte sich das Duo wieder in der vollen Pracht der Spätrenaissance. Die Anbauten aus dem neunzehnten Jahrhundert auf dem Ribbeckhaus wurden entfernt.

Der Alte Marstall steht heute unter Denkmalschutz.

Wegbeschreibung zur Station 8 – Alt Cölln und der Schlossplatz

Von der Treppe aus zwei Meter vor, 90 Grad rechts und etwa 90 Meter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts bis zum Ende der Gehwegplatten gehen bis der Asphalt beginnt. Ab da noch etwa 12 Meter auf dem Asphalt weiter geradeaus, und 90 Grad links. Nun drei Meter vor bis zur Riffelplatte der Ampelanlage.
Standort: Breitestraße Ecke Schloßplatz.
Es folgt die Überquerung der Breite Straße in zwei Phasen. Eine taktil-akkustische Ampelanlage ist vorhanden, die Bordsteine sind abgesenkt. Dann fünf Meter Fahrbahn, drei Meter Mittelinsel und sieben Meter Fahrbahn.
Nach der Überquerung etwa 25 Meter geradeaus ohne Orientierungsmöglichkeit. Danach 90 Grad links und zehn Meter vor bis zur Hauswand. Dann 90 Grad rechts und etwa 60 Meter geradeaus auf Asphalt der Wand linker Hand folgen. Nach diesen 60 Metern sind zwei Betonquader im Laufweg an der Hausfassade. Diese linker Hand für 10 Meter umgehen. Nach dem zweiten Quader 90 Grad rechts und 3 Meter geradeaus. Nun 90 Grad links und etwa 40 Meter ohne Orientierungsmöglichkeit auf unterschiedlichen Bodenbelägen bis zum Sandboden vorgehen. Hier 90 Grad rechts und etwa 20 Meter geradeaus auf Sandboden mit einer Unterbrechung mit Kopfsteinpflaster. Orientierung rechts am Mosaikpflaster. Dann 90 Grad links und sieben Meter vor bis zur Sitzgelegenheit aus Stein. Eine Sitzgelegenheit.
Standort: Schlossplatz. 
Hinten hört man die Schleuse am Spreekanal. Rechts befindet sich das ehemalige Staatsratsgebäude der DDR und heute Managerhochschule. Links ist das Berliner Stadtschloss.

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Station 8 – Alt Cölln und der Schlossplatz

Alt-Cölln und Schloßplatz

Während andere Metropolen stolz eine komplette Altstadt präsentieren können, hat Berlin nichts Vergleichbares zu bieten. Und mit “Spuren der frühen Geschichte” werden die Gäste von Spree Athen auch nicht verwöhnt.

Es sind zwei Dinge, die Berlin zerstört haben:

“Bomben im Krieg und Mutwillen im Frieden”

schrieb Walther Kiaulehn in seinem Buch “Berlin. Schicksal einer Weltstadt

Für diese Aussage liefert kein anderer Platz mehr Beweise, als das Alte Cölln. Hier ist kein Stein auf dem anderen übrig geblieben. Und nur wenige historische Ortsnamen erinnern an die ursprüngliche Gestaltung der Stadt.
Zum Beispiel die Brüderstraße: Um 1300 siedelten sich auf der Spreeinsel, an der nördlichen Grenze der Stadt Cölln, Dominikaner, auch als Schwarze Brüder bekannt, an. Sie errichteten ein Kloster mit einer gotischen Kirche an der Stelle, wo später das Staatsratsgebäudes der DDR und wo heute die Managerhochschule steht. Von den Dominikanern, auch als Brüder im Geiste bezeichnet, kommt der heutige Name Brüderstraße. Heutzutage reicht sie nur noch bis zur Sperlingsgasse und zählt mit der Breiten Straße zur ältesten Berlins.
Oder zum Beispiel die ehemalige Straße An der Stechbahn: Sie erinnert an einen Turnierplatz – eine Kampfarena für Ritterspiele, Ringstechen oder Ringrennen, den der Kurfürst Joachim II. 1538 zwischen der Breiten Straße und der Langen Brücke errichten ließ. Hier gab es richtige Volksfeste mit Musik und Köstlichkeiten. Später entstand ein Markt mit Verkaufsbuden, der “an der Stechbahn“ hieß.
Wo also lag Cölln? Auf dem Stadtplan es ist nicht mehr zu finden. Aber die Stadt Cölln begann hier, auf der Spreeinsel, wo einst die Burg, danach das Schloss der märkischen Landesherren, der Preußenkönige und deutschen Kaiser stand.

Geschichte

Die Insel wurde von der natürlichen Spaltung der Spree in einen Haupt- und einen Seitenarm gebildet. Schon im Mittelalter wurden beide Gewässer aufgestaut und eine Nebenrinne zum Kanal ausgebaut. Die frühste Erwähnung einer Schleuse und Brücke findet sich in Verbindung mit dem sogenannten “Berliner Unwillen“. Dieser bezeichnet die Auseinandersetzungen zwischen dem Markgrafen und den Bürgern der Doppelstadt.
Seit 1442 gab es zwei kleine Inseln am Cöllnischen Graben, umgeben von Wasser und Sumpf. Sie gehörten zum Wirtschaftsbereich des kurfürstlichen Hofes in Cölln. Der Kurfürst Friedrich II., auch als “Eisenzahn“ bekannt, ließ hier eine Schleuse bauen um Schiffsverkehr und den Betrieb die Werderschen Mühlen zu ermöglichen. Die Mühlen standen an der heutigen Schleusenbrücke. Später wurde dort das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal aufgestellt, das bis 1950 das Ufer schmückte.
Der Kurfürst war fest entschlossen, das Duo an der Spree zu seiner Residenz zu machen. Dabei hat er den Zusammenschluss der beiden Städte aufgehoben und verbot ihnen Bündnisse einzugehen. Er hatte vor, ein Schloss zu bauen, das weit über die alte Stadtgrenze hinausging. Die Stadtmauer von Cölln – stolzes Symbol der Selbstständigkeit, wurde kurzerhand abgerissen. Im Bereich des heutigen Schlossplatzes wurde den Bürgern das Grundeigentum entzogen. Das nahmen die Untertanen ihrem Landesherrn besonders übel. Ein Schloss will er hier bauen, eine Zwingburg für Berlin und Cölln? Kann er haben, aber nur unter Wasser! So befanden es die Bürger: Die Spree wurde wieder zur Grenze, aber auch zur Waffe der Rache. Anfang 1448 öffneten die Berliner das Stauwehr des Mühlengrabens, der von der Spree abgezweigt worden war, und fluteten die fürstliche Baustelle.
Der bürgerliche Aufstand wurde niedergeschlagen und sein Schloss hat Eisenzahn natürlich doch gebaut. 1451 war es fertig. So begann die fünfhundert-jährige Geschichte des Schlosses, die eng mit Berlins Geschichte verbunden ist.

Wegbeschreibung zur Station 9 – Die Schleusenbrücke und die Schleuse

Jetzt die Bank umgehen und in gegenüberliegender Richtung sich hinsetzen.
Standort: Schlossplatz. Mit dem Blick zum Spreekanal befindet sich rechts die Schleusenbrücke. Auf der anderen Seite des Kanals dominiert das weiße moderne Gebäude des Auswärtigen Amtes.

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Station 9 – Die Schleusenbrücke und die Schleuse

Schleusenbrücke

Wenn man heute den Schiffsverkehr auf der Spree beobachtet, lässt sich kaum vorstellen, dass die Spree in ihrem Hauptlauf bis 1894 für Schiffe nicht passierbar war. Dafür nutzte man ihre Nebenrinne.

Hier war die erste Verbindung über den Cöllner Stadtgraben nach Friedrichwerder. Am Anfang bestand der aus zwei hölzernen Brücken; aus der östlichen “An den Werderschen Mühlen“ und der westlichen über die Schleuse.
Die Brücke ist 24 Meter lang und ebenso breit. Etwa fünf Meter davon entfallen auf die Bürgersteige auf beiden Seiten. Die Ecksockel, die das Widerlager markieren, sind aus massivem Stein angefertigt. Die kunstvollen Geländer auf jeder Seite bestehen aus 13 Gitterelementen. Das Erste, Fünfte, Neunte und Dreizehnte davon tragen die Medaillons. Die Gitterfelder sind durch schmale vertikale Elemente voneinander getrennt. Das siebte mittlere Feld im oberen Abschnitt ist mit der Inschrift “Schleusen Brücke“ versehen.

Die Schleusenbrücke steht unter Denkmalschutz.

Geschichte

Im Jahre 1578 wird am Cöllnischen Stadtgraben der Bau einer hölzernen Schleuse erwähnt. Zwischen dem heutigen Auswärtigen Amt und der Schinkelschen Bauakademie wurde ein schlichter Schiffsdurchlass errichtet. Die Schiffe konnten vom Oberwasser ins Unterwasser geschleust werden. 

Nach dem Dreißigjährigen Krieg änderten sich die Wasserstandverhältnisse, so dass auch der Cöllnische Stadtgraben reguliert werden musste. Arnold Nering, der damalige Oberbaudirektor des Kurfürsten Friedrich III, schuf 1694 hier die erste massive Schleuse aus Rüdersdorfer Kalkstein. Danach wurde auch eine neue, 18 Meter breite massive Brücke gebaut.
Eine Kammerschleuse besteht aus einem Wasserbecken, dessen Durchfahrtsöffnungen durch Tore verschließbar sind und je nach Bedarf mit der tieferen oder höheren Wasserfläche gefüllt werden können. Die Kammer, welche zur Aufnahme der Schiffe dient, wird bei geschlossenen Toren durch besondere, verschließbare Öffnungen gefüllt oder entleert. Diese Teile einer Schleuse heißen Oberhaupt und Unterhaupt.
Mitte des neunzehnten Jahrhunderts war die Schleuse den Anforderungen des Schiffs- und Straßenverkehrs nicht mehr gewachsen. Dazu musste noch bei jeder Schleusung die Brücke hoch gezogen werden, was den Straßenverkehr behinderte. Der Neubau begann im März 1861. Die klappbare Schleusenbrücke wurde versetzt und die Kammer wurde vergrößert, um zwei Kähne gleichzeitig nebeneinander schleusen zu lassen. Danach konnte die Stadtschleuse täglich von 40 Schiffen passiert werden.
Um die Spree schiffbar zu machen veröffentlichte 1881 der Bauingenieur Adolf Wiebe die “Denkschrift betreffend die Kanalisierung der Unterspree von den Dammmühlen in Berlin bis Spandau“. Das war der Zeitpunkt, um die Mühlanlagen sowohl am Mühlendamm als auch die Werderschen Mühlen zu beseitigen und die Stadtschleuse am Cöllnischen Graben aufzugeben zugunsten einer Schleuse auf der Spree.
Die Aufstellung des Nationaldenkmals und der weiter steigende Verkehr forderte eine neue Brücke, die von 1914 bis 1916 gebaut wurde. Das klappenlose Bauwerk aus Eisenträgern war sieben Meter lang und 17 Meter breit. Die neue Brücke bekam ein schönes Geländer im Jugendstil aus gusseisernen Gittern. Es war geschmückt mit Medaillons, die Stadtansichten aus den Jahren 1650 und 1688 präsentierten. Sie stammen von den Künstlern Robert Schirmer und Otto Market. Bei der Erneuerung der Brücke 1937 kamen noch zwei Bronzereliefs dazu mit historischen Blicken auf die Jahre 1650 und 1688. Das war die Arbeit von Kurt Schumacher. Dem bekannten Künstler und Antifaschisten ist eine Gedenktafel am östlichen Ecksockel gewidmet.
Nach umfassender Sanierung glänzt jetzt die Brücke in voller Pracht.

Wegbeschreibung Richtung Schleusenbrücke

Von der Sitzbank aufstehen und zwei Meter bis zu den Granitgehwegplatten vorgehen und 90 Grad rechts. Dann etwa 15 Meter geradeaus mit Orientierung am Sandboden links bis zum Ende der Gehwegplatten, 90 Grad links und zwei Meter vorgehen.

Standort: Direkt vor dem südöstlichen Ecksockel der Schleusenbrücke.

Gedenktafel

Mittig in Höhe von einem Meter befindet sich eine Gedenktafel für Kurt Schuhmacher mit einer Inschrift in Reliefschrift. Sie lautet:

Die beiden inneren Medaillons schuf 

Kurt Schumacher 

Geb. am 6.Mai 1905
Ermordet am 22.Dezember 1942


Mitglied der 
antifaschistischen
Widerstandsgruppe

Schulze-Boysen – Harnack

Wegbeschreibung über die Brücke

Der gesamte Weg über die Brücke beträgt 24 Meter.
Dann 90 Grad rechts, einen Meter vorgehen und 90 Grad links den Brückensockel umgehen bis das Brückengeländer linker Hand anfängt. An diesem sind vier Medaillons angebracht.
Standort: Vor dem ersten Geländerfeld mit dem Medaillon, das Berlin um 1657 zeigt.

Das Medaillon, Berlin um 1657

Das erste Medaillon zeigt Berlin um 1657 und wurde vom Berliner Bildhauer Robert Schirmer gefertigt.

Auf dem Medaillon ist ein Kanal abgebildet, an dem links und rechts Reihen von Häusern sich befinden. Das Bild zeigt die Schleuse vom Hafen Richtung Jungfernbrücke. Vorne befindet sich das Unterhaupt, hinten das Oberhaupt, dazwischen die Brücke. Die Öffnungen des Unterhaupts sind gerade geöffnet und das Wasser läuft ab. Links und rechts ganz vorne warten zwei Boote. Eines davon – links – hat seinen Anker hochgezogen, das Schiff rechts wird vom einem Schiffer beobachtet, der den Wasserspiegel kontrolliert. 

Auf dem Bild ist auch die Jundfernbrücke abgebildet. Und zwar ganz weit vom Betrachter, hinter dem Oberhaupt.

Weiterführende Wegbeschreibung über die Brücke

Nun siebeneinhalb Meter weiter gehen.
Standort: Vor dem Medaillon, das Berlin um 1650 zeigt.

Das Medaillon, Berlin um 1650

Das zweite Medaillon präsentiert Berlin im Jahre 1650 in einem Ausschnitt aus dem ältesten bekannten Stadtplan von Johann Gregor Memhard und wurde vom Bildhauer Kurt Schumacher gefertigt.

Es zeigt den Cöllner Graben, der damals viel breiter war, als heute, und sich in drei Wasserläufe teilte. Der erste Lauf von oben, mit der kleinen Brücke auf der linken Spitze der Insel, bildet die sogenannte Arche für den Mühlenbetrieb. Der kleinere, mittlere Strom zeigt die Schleuse mit einer Kammer und zwei Häuptern. Der dritte untere Wasserlauf zeigt die Flutschleuse, oder Freiarche. Dieser Wasserlauf diente zur Abführung von überschüssigen, den Mühlenbetrieb belästigenden Wasserzuflüssen, regelte also die Senkung des Oberwassers.
 Ein abgezäuntes Viereck auf der Insel zeigt den Hofgarten.

Auf der linken Spitze dieser Insel stand seit 1670 der Packhof am Hafen. Hier legten die Schiffe aus Hamburg und Holland an. Auf dem Medaillon ist die Stelle mit zwei angedockten Schiffen markiert.

Weiterführende Wegbeschreibung über die Brücke

Dann dreieinhalb Meter weiter gehen.
Standort: Vor dem siebten, mittleren Geländerfeld.

Das mittlere Geländerfeld

Im siebten, mittleren Geländerfeld befindet sich im oberen Abschnitt die
Inschrift “Schleusen Brücke“.


Weiterführende Wegbeschreibung über die Brücke

Nun dreieinhalb Meter weiter gehen.
Standort: Vor dem Medaillon, das Berlin um 1688 zeigt.

Das Medaillon, Berlin um 1688

Das dritte Medaillon präsentiert einen Abschnitt aus dem sogenannten Schultz Plan von 1688, der eine perspektivisch-bildliche Stadtansicht aus der Vogelschau zeigt und wurde vom Bildhauer Kurt Schumacher gefertigt.

Auf dem Medaillon ist der Werdersche Markt aufgezeichnet. Unten am Rande des Bildes schräg nach links verläuft eine Reihe von Häusern – das ist der kurfürstliche Reithof. Ein bisschen höher nimmt den zentralen Platz des Bildes das Friedrichwerdersche Rathaus ein – ein großes Gebäude mit einem Turm, der ein Banner trägt. Hinter ihm, am Rande links, befindet sich der Packhof, der 1670 gebaut wurde. Weiter zum Rand des Medaillons hin findet man einen Hafen. Im oberen Teil des Medaillons ist das Berliner Schloss abgebildet.

Wenn wir von dort zur Mitte des Bildes schauen, findet man die Schlossmühlen und die Schleusenbrücke über den Kanal, der weiter nach rechts läuft. Weiter unten trifft man auf die Werdersche Kirche. Die Doppelkirche für die deutsche und französische Gemeinde diente Reformierten und Lutheranern als Gotteshaus.

Weiterführende Wegbeschreibung über die Brücke

Und jetzt siebeneinhalb Meter weiter gehen.
Standort: Vor dem Medaillon, das Berlin um 1774 zeigt.

Das Medaillon, Berlin um 1774

Das vierte Medaillon zeigt Berlin um 1774 und wurde vom Bildhauer Otto Markert gefertigt.

Auf dem Medaillon ist der Alte Packhof abgebildet. Er spielte damals eine zentrale Rolle für die Berliner Wirtschaft.
Dort mussten alle Waren, die zur Aus- oder Einfahrt vorgesehen waren, zur behördlichen Kontrolle ausgeladen und zwischengelagert werden. 
Am Wasser befand sich eine Anlegestelle für Schiffe, am Kai oben stand ein Kran. Damit wurden die Güter hochgehoben und in die Niederlagen, wie man zur Barockzeit die Lagerhäuser nannte, getragen. Dort wurden die Waren abgewogen und versteuert. 


Am linken Rand des Medaillons befindet sich ein Hafenkran mit einem Wellrad und Lastenausleger, an dem ein Seil mit Haken hängt. Ein weiterer Kran, der im Turm versteckt ist, ist rechts abgebildet; unten am rechten Rand steuern zwei Schiffe in den Hafen.

Wegbeschreibung in die Unterwasserstraße zur alten Stadtschleuse

Hinter dem Ecksockel 90 Grad links und zwei Meter vorgehen bis das Geländer links beginnt. Ab hier etwa 80 Meter auf Mosaikpflaster mit Orientierung am Ufergeländer entlanggehen.

Standort: Direkt an der alten Stadtschleuse an ihrem Oberhaupt.

Alte Stadtschleuse

Arnold Nering, der damalige Oberbaudirektor des Kurfürsten Friedrich III, schuf 1694 hier die erste massive Schleuse aus Rüdersdorfer Kalkstein.
Die Stadtschleuse am Kupfergraben – damals Cöllnischer Stadtgraben genannt, wurde zugunsten einer Schleuse auf der Spree im Jahr 2000 aufgegeben.

Wegbeschreibung zur Station 10 – Die Jungfernbrücke

Ab hier etwa 160 Meter auf dem gleichen Belag dem Ufergeländer bis zum Ende folgen. Jetzt zwei Meter entlang der Treppenwange weiter gehen bis zur Treppe der Jungfernbrücke und 90 Grad links.

Standort: Westliches Ende der Jungfernbrücke. 

Zur Brücke hinauf führt eine Treppe mit zehn Stufen aus Granit. Orientierung an der Treppenwange und am Handlauf links. Oben zwei Meter geradeaus auf Mosaikpflaster mit Orientierung an der Holzkonstruktion der Brücke links. Dann vier Meter auf Holzbohlen mit Orientierung am gusseisernen Brückengeländer links.

Standort: Die Mitte der Jungfernbrücke.
Nun 90 Grad links mit Aussicht nach Norden in Richtung alte Schleuse und Schleusenbrücke. Rechts ist die Straße Friedrichsgracht, links beginnt die Unterwasserstraße mit der Fassade des Auswärtigen Amtes.

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Station 10 – Die Jungfernbrücke

Geschichte

Wie aus dem Märchen erscheint diese romantische Brücke mit ihren schönen rundlichen Formen.
Sie wurde im 17. Jahrhundert von Holländern erbaut und stolz präsentiert sie sich als einzige hölzerne Zugbrücke, die Berlin für sich behalten hat.
Und zwar nahezu unverändert seit 1798.

Ursprünglich hieß sie Spreegassenbrücke. Aber wo kommt der Namen Jungfernbrücke her?
Darüber wurden mehre Legenden geflochten. Weniger romantisch, aber mehr realistisch erscheint folgende Geschichte, von Ernst Grau erzählt:

“In der Friedrichsgracht, gleich gegenüber der Brücke, befand sich früher der Gasthof “Französischer Hof”. Hier wohnten viele ihres Glaubens wegen aus der Heimat vertriebene Franzosen, darunter auch eine Familie Blanchet. Die Blanchets mit ihren neun Töchtern, so berichtete seinerzeit die illustrierte Berliner Wochenschrift “Der Bär”, beschäftigten sich in einer Bude an der Brücke mit dem Nähen feiner Wäsche, mit dem Reparieren und Waschen von Kanten und Spitzen und seidenen Strümpfen. Sie hatten hierin den besten Ruf in ganz Berlin. Nur ihre spitze Zunge hatte einen noch größeren Ruf.
Wollten nun unsere Voreltern eine feine Arbeit machen lassen, die sie gewöhnlichen Wäscherinnen nicht anvertrauen mochten, dann hieß es: Wir wollen es zu den Jungfern an der Brücke schicken. Hatte aber der Stadtklatsch irgendeine Neuigkeit verbreitet und wollte man möglichst viel davon hören, dann hieß es wieder: Lass uns zu den Jungfern an der Brücke gehen.
So kam es, dass zu einer Zeit, da Berlin noch eine kleine Stadt war, neun mund- und handfertige Mädel den offiziellen Namen einer Brücke umtaufen konnten.“

Die Brücke war eine typische, nach berlinischer Art gebaute, Zug-Brücke mit zwei Flügeln. Noch im neunzehnten Jahrhundert gab es in Berlin fünfzehn Klappbrücken, die per Hand hochgezogen wurden, um den Segelschiffen die Weiterfahrt zu gestatten.
Als 1932 – 1936 die Schleuse am Mühlendamm neu gebaut und geöffnet wurde, war der Spreearm für den Schiffsverkehr nicht mehr im Gebrauch. Der Kettenzug der Jungfernbrücke wurde stillgelegt und der Klappmechanismus dadurch außer Funktion gesetzt. Später hat das schöne Stück ein neues Fundament erhalten und der klappbare Mittelteil wurde durch Stahlträger ersetzt, die durch Holzbelag verdeckt sind.
Seitdem erscheint diese märchenhafte Brücke etwas unwirklich zwischen den Betonbauten und ist unwiderstehlich für Touristen und Romantiker.

Die Jungfernbrücke steht unter Denkmalschutz.

Jungfernbrücke

Die hölzerne Klappbrücke auf Steinwiderlagern ist etwa 22 Meter lang und vier Meter 50 breit. Sie hat zwei ungleich breite gewölbte Seitenöffnungen zwischen Widerlager und Pfeilern. Die Brückenpfeiler und Brückenbogen sind mit rotem Sandstein verblendet.
Die hoch klappbaren Brückenteile sind von vier Portalpfeilern aus massivem Holz flankiert, zwei auf jeder Seite. Sie sind etwa drei Meter hoch und tragen die oberen Rollen für die Zugketten.
Bogenförmige Kästen an den Pfeilern sind ebenfalls aus Holz verarbeitet. Sie befinden sich über beiden Seitenöffnungen und dienten als Bahnen für die Fußrollen und tragen die Winden. Zusammen mit bogenförmigen Metallstäben, die in die Mitte der klappbaren Flügel weisen, bilden sie mit ebenfalls gebogenen Kästen Halbrunden. Deren Halbmesser erreichen etwa anderthalb Meter.
Die Metallträger hielten die klappbaren Teile fest und beim Hochziehen glitten sie in die Kästen rein. Die Zugketten sind an Klappenspitzen befestigt und über das Rollenpaar oben und unten führen sie zu den Winden, deren Handräder eine schöne Form haben. Sie erinnern an alte Schiff-Steuerräder. Die kreisförmigen oberen Segmente harmonieren mit den gewölbten Seitenöffnungen, und verleihen der Brücke ihren unvergesslichen Charme. Die Widerlager beiderseits sind mit Treppen versetzt.

Weiterführende Wegbeschreibung über die Jungfernbrücke

In der Mitte der Brücke stehend 90 Grad rechts und vier Meter auf den Holzbohlen und zwei Meter auf dem Mosaikpflaster das Brückengeländer entlang mit der Holzkonstruktion linker Hand gehen. Am Ende des Holzkastens 90 Grad links und eineinhalb Meter vor bis zum Brückengeländer. Hier 90 Grad links, zwei Meter vor und 90 Grad links.
Standort: Vor dem Handrad der Winde.
Das Handrad hat eine Größe von einem Meter. Man kann es mit den Händen abtasten. Jetzt 90 Grad rechts und sechs Meter vor mit Orientierung am Brückengeländer links bis zur abwärts führenden Treppe. Vier Stufen hinab mit Handlauf links.
Standort: Friedrichsgracht, die östliche Seite der Jungfernbrücke.

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