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Havelchaussee 61
14193 Berlin – Grunewald

Tel.: +49 (0) 30 – 300 07 30
Fax: +49 (0) 30 – 30 00 73 18

Der Grunewaldturm hat keinen Aufzug. Außerhalb des Gebäudes sind 5 Stufen zu überwinden. Im Gebäude führen 204 Stufen auf die Aussichtsplattform.

Turmbesichtigung ist täglich ab 10:00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit.

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Verkehrsverbindungen:

Symbolbild S-Bahn
S1 Oranienburg – Wannsee,
S7 Potsdam – Ahrensfelde, Bahnhof Nikolassee oder Bahnhof Wannsee

weiter mit dem Bus

Symbolbild Bus
218 Theodor-Heuss-Platz – Pfaueninsel, Haltestelle Grunewaldturm

Mit dem PKW kann man direkt zum Turm und auch zum Aussichtsrestaurant vorfahren und auf dem sehr großen Parkplatz findet man selbst sonntags (im Hochsommer bei gutem Wetter) immer noch einen Stellplatz. Dies kann man von den anderen, kleineren Parkplätzen im Grunewald nicht behaupten. Auch dies: die einfache Parkmöglichkeit (auch an besonderen Tagen) macht diesen Ort sehr attraktiv.

Der Grunewaldturm

Für Rollstuhlfahrer sind schon die außerhalb des Gebäudes gelegenen Stufen kaum überwindbar und auch für nicht nur minimal Gehbehinderte ist der treppenförmige Aufstieg auf die Aussichtsplattform kaum möglich.

Aber auch die äußerliche Ansicht des Grunewaldturmes ist durchaus attraktiv und es gibt in seiner näheren und auch etwas weiteren Umgebung durchaus Spaziermöglichkeiten für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer und sehr attraktive Aussichten.

Die etwas weitere Umgebung des Grunewaldturmes ist nur bedingt begeh- oder befahrbar, denn der Turm liegt auf dem Gipfel des Karlsberges, der zweithöchsten natürlichen Erhebung Berlins, dessen Hänge teilweise relativ steil sind, welches ja auch am Anstieg der Havelchaussee sichtbar wird, der bei Fahrradfahrern, je nach technischer Ausstattung und Kondition, sehr beliebt oder gefürchtet ist. Allerdings umfasst die Gipfelplattform duchaus eine Fläche von ein bis zwei Hektar oder mehr (je nach Definition einer nur leichten Steigung).

Neben dem Aussichtsrestaurant liegt ein sehr schön gelegener und bespielbarer Mini-Golf-Platz.
Zur Geschichte und Konstruktion des Grunewaldturmes

Da bis zum Jahre 1920 weite Teile des Grunewaldes zum Landkreis Teltow gehörten, war es der Teltower Kreistag, der im Jahre 1897 beschlossen hatte, ein Ehrenmal für den preußischen König: Wilhelm I. zu errichten.

Wilhelm I. wurde am 22.3.1797 in Berlin geboren. Seit 1861 bis zu seinem Tode war er König von Preußen. Am 18.1.1871 wurde er zum ‘Deutschen Kaiser’ gekrönt und blieb dies bis zu seinem Tode in Berlin am 9.3.1888.

Somit lag sein Geburtstag, der im Jahre 1797 stattfand, am Ende des 18. Jahrhunderts einhundert Jahre zurück. Am 10. März 1897 erhielt der Architekt: Franz Schwechten von Kaiser Wilhelm II. die Ausführungsgenehmigung für seinen Entwurf eines Aussichtsturmes, der auf dem Gipfel des 78,5 Meter hohen ‘Karlsberges’ errichtet werden sollte.

Im Sommer 1897 wurde die Kuppe des Karlsberges gerodet und planiert und im Oktober begann die Bauausführung. Nach 18 Monaten, am 22. März 1899, war der Turm errichtet und am 9. Juni 1899 wurde er feierlich eingeweiht.

Bauplan des Grunewaldturmes

Der 56 Meter hohe Turm ist im Stil der ‘Märkischen Backsteingotik’ aus rotem Backstein konstruiert. Türmchen, Spitzbogenfenster, Giebelchen und Putzspiegel dienen als Verziehrungselemente.

Zeichnung des Grunewaldturmes – kurz nach seiner Errichtung

1902 wurde das überlebensgroße Standbild aus Marmor von Wilhelm I. in der Halle im unteren Teil des Turmes aufgestellt, welches Ludwig Manzel kreiert hatte. Ebenso schuf Manzel vier Eisenguss-Reliefplatten in den vier Ecken der Halle. Sie wurden 1908 integriert und zeigen die Feldherrenporträits von Albrecht von Roon, Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke, Otto von Bismarck und Prinz Friedrich Karl von Preußen.

Marmorstandbild von Wilhelm I. in der Ehrenhalle

Während die Gemeinde Teltow ursprünglich den Namen: “König-Wilhelm-Turm” gewählt hatte, gratulierte Kaiser Wilhelm II. bei der Einweihung des Turmes am 9. Juni 1899 zur Errichtung des: “Kaiser-Wilhelm-Turmes”. Dieser Name und auch der analoge Name: “Kaiser-Wilhelm-Gedächtnisturm” haben sich in der Folge durchgesetzt.

Die “Urkatastrophe des Zwanzigsten Jahrhunderts”, der ‘Erste Weltkrieg’, führte in Deutschland zur endgültigen Abschaffung der Monarchie. Der Nationalsozialismus radikalisierte in einmalig exzessiver Weise reaktionäre und militaristische Ideologien und Strömungen, die allesamt durchaus, wenn auch in weniger konzentrierten Formen, bereits eine lange Tradition in Preussen hatten. So führten die Resultate des ‘Zweiten Weltkrieges’ zu einer noch schärferen Diskreditierung der monarchisch-preußisch-militaristischen Traditionen.

Proklamation des Deutschen Reiches 1871 in Versailles

Ohne ein zunehmendes kritisches und selbstkritisches Geschichtsbewusstsein werden die Menschen kaum sich selbst und ihre Gegenwart realistisch verstehen können und damit auch nicht imstande sein, die immer komplexeren und komplizierteren, überlebenswichtigen Probleme der Zukunft vernünftig zu bewältigen.

Das Berliner Reichstagsgebäude wird (durch die moderne, transparente und aufklärende Kuppel) in eine Art: kritische Synthese aus Tradition und Moderne überführt.

Es verstieße gegen jedes selbstkritische und kritische Geschichtsbewusstsein und gegen alle, weithin anerkannten, Grundsätze jeglicher Architekturtheorie, wenn wir das Stadtschloss tatsächlich einfach wieder im äußerlichen Originalzustand errichteten, ohne zumindest partiell einige eindeutige, kritisch-transzendierende Elemente anzufügen.

In den ersten Jahren nach dem ‘Zweiten Weltkrieg’ versuchten die westlichen Alliierten in hohem Maße Entmilitarisierungs- und Demokratisierungsprozesse in Gang zu setzen. In diesem Zusammenhang war es dann selbstverständlich und für fast jeden einsehbar, dass am 15. September 1948 dem Aussichtsturm auf der höchsten natürlichen Erhebung Berlins ein weniger militaristischer, neuer und neutraler Name gegeben wurde. Man gab ihm, nach dem friedlichen ‘grünen Wald’, der ihn umgibt, den Namen: ‘Grunewaldturm’.

Peter Hille (1854 – 1904)

Im Wald

Wie dein grüngoldnen Augen funkeln,
Wald, du moosiger Träumer!
Wie deine Gedanken dunkeln,
Einsiedel, schwer von Leben,
Saftseurzender Tagesträumer!

Über der Wipfel Hin- und Wiederschweben
Wies Atem holt und voller wogt und braust
Und weiter zieht
und stille wird
und saust.

Über der Wipfel Hin- und Wiederschweben
Hoch droben steht ein ernster Ton,
Dem lauschten tausend Jahre schon
Und werden tausend Jahre lauschen
Und immer dieses starke, donnerdunkle
Rauschen.

Wegbeschreibung für Blinde und Sehbehinderte

• Zur Zeit nicht vorhanden

Symbolbild Bus
218 Richtung Theodor-Heuss-Platz, Haltestelle Grunewaldturm (auf der rechten Seite der Havelchaussee)

In diesem Falle müsste man die Havelchaussee überqueren und dann etwa 80 Meter geradeaus über den holprigen mit Kopfsteinpflaster belegten Vorplatz fahren oder gehen. Dieser große Parkplatz ist zwar etwas unbequem mit dem Rollstuhl befahrbar, doch dürfte sich die relativ kurze Strecke doch (im Allgemeinen) bewältigen lassen. Der Eingang des Grunewaldturmes ist dann nicht zu übersehen.

Die Buslinie 218 hält in der Fahrtrichtung ‘Pfaueninsel’ an der Haltestelle ‘Grunewaldturm’ auf der rechten Seite der Havelchaussee.

Direkt nach rechts kommt man über den holprigen mit Kopfsteinpflaster belegten Vorplatz geradeaus nach 80 Metern zum Eingang des Grunewaldturmes. Etwa 20 Meter links davon liegt das ‘Aussichtsrestaurant Grunewaldturm’. Der Weg ist nicht allzu bequem, aber doch überwindbar.
Belohnt wird man durch die wunderbare Aussicht, die man auch am Fuße des Grunewaldturmes in vielen Perspektiven genießen kann.

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