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Alt Berlin – Klosterviertel – Nikolaiviertel – Architektur und Geschichte

Teil 2 – Nikolaiviertel

10179 Berlin-Mitte

Fortsetzung des Rundgangs durch den Alt Berlin – Klosterviertel – Nikolaiviertel

Wegbeschreibung zur Station 9 – Das Nikolaiviertel

Nun 90 Grad rechts und etwa 140 Meter auf Sandweg dem Ufergeländer linker Hand bis zur Ecke folgen.
Hinweis: Zu beachten ist, dass im Laufweg Bestuhlung eines Restaurants und dicke Baumwurzeln auf der Gesamtstrecke herausragen. Die Bestuhlung auf etwa 20 Meter linker Hand umgehen. Nach etwa 140 Metern 90 Grad rechts und den Sandweg auf vier Metern überqueren. Hier fängt eine zwölf Meter lange Nische an, wo sich fünf Sitzbänke im Abstand von zwei Metern befinden.  Eine Sitzgelegenheit
Standort: am Spreeufer


Station 9 – Das Nikolaiviertel

Geschichte

Berlin entwickelte sich um zwei Zentren; aus der größeren Siedlung Berlin östlich der Spree, und aus der kleineren Siedlung Cölln, die gegenüber auf dem westlichen Flussufer lag. Beide Siedlungen wurden mit dem Mühlendamm verbunden. Um 1230 wurden den Siedlungen die Stadtrechte verliehen und das Jahr 1237 gilt als Geburtsjahr Berlins.
Und schon 1264 wurde die Kirche des Heiligen Nikolai, eine aus dem Jahre 1200 stammende Basilika, von wohlhabenden Stadtbürgern als gotische Hallenkirche ausgebaut.
1307 haben sich die beiden schnell zusammengewachsenen Siedlungen zur Stadt Berlin-Cölln vereinigt und sich in einen wichtigen Handelsplatz verwandelt. In den engen, winkeligen Gassen des mittelalterlichen Nikolaiviertel wohnten und arbeiteten vor allem Handwerker. Später, im Laufe der Jahrhunderte wurden hier auch im Stil von Barock, Rokoko oder der deutschen Renaissance, Häuser wie das Ephraim-Palais, das Knoblauch Haus und das Kurfürstenhaus, gebaut. Das Viertel wurde durch Gasthöfe, Läden, Höfe, Handwerksbetriebe und Ateliers vieler Künstler geprägt.
1937 sollte anlässlich der 700-Jahr-Feier Berlins und im Zuge der Planungen zur “Welthauptstadt Germania“ das Nikolaiviertel zu einem “Altstadtforum“ umgestaltet werden.

Die aus den Gebieten der geplanten Germania abgetragenen Fassaden wertvoller historischer Bürgerhäuser wurden hier aufgestellt.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Viertel durch Bombenangriffe stark zerstört. Nach Kriegsende wurden die Überreste der in den Ruinen stehenden Häuser beseitigt. Ende der 50er Jahre wurde anstelle des Nikolaiviertels eine Spree-Erweiterung mit einem Hafenbecken für Ausflugsdampfer geplant. Das wurde aber nicht realisiert.
Erst im Zusammenhang mit der 750-Jahr-Feier Berlins wurde das Viertel wieder aufgebaut. Die wenigen noch vorhandenen Gebäude wie Gerichtslaube, Ephraim-Palais, Knoblauchhaus, Nikolaikirche, die Gasthäuser “Zur Rippe“ und “Zum Nußbaum“ wurden restauriert.
Die Bürgerhäuser hinter der Nikolaikirche wurden originaltreu rekonstruiert. Die verbliebenen Baulücken wurden durch Neubauten in industrieller Plattenbauweise bebaut. Sie erhielten historisierende Fassaden und Elemente, die die Atmosphäre des historischen Stadtviertels wieder aufleben ließen.

Wegbeschreibung zur Station 10 – Der Heilige Georg

Von der Bank aufstehen und vier Meter geradeaus bis zur Beetabgrenzungskante gehen. Jetzt 90 Grad rechts und etwa 100 Meter geradeaus auf Sandweg mit Orientierung an der Beetabgrenzungskante links bis zum Ende des Sandweges. Weiter der nach links abbiegenden Abgrenzungskante vier Meter folgen bis zum Geländer an den Ufern der Spree.
Dann 90 Grad rechts und etwa 15 Meter auf Beton mit Orientierung am Geländer links bis zur Ecke der Stützwand der Brücke gehen.
Standort: linke Stützwand unterhalb der Mühlendammbrücke am rechten Spreeufer
Danach etwa 40 Meter geradeaus auf dem gleichen Boden entlang der Betonstützwand links, unterhalb der Brücke bis zur Ecke gehen und 90 Grad links. Nun drei Meter bis zum gusseisernen Geländer vorgehen, 90 Grad rechts und acht Meter dem Geländer entlang linker Hand folgen bis zur aufwärts führenden Treppe aus Beton. Nun neun Stufen, zwei Meter Absatz, neun Stufen, zwei Meter Absatz und acht Stufen mit Orientierung an der Treppenwange links gehen.
Standort: Südliche Ecke des Nikolaiviertels. Hier fängt die Spreeuferpromenade an.
Während des Sommers befinden sich rechts und links Tische und Stühle der umliegenden Cafés.
Nach der letzten Stufe etwa 130 Meter geradeaus auf Betonformsteinen mit Orientierung links an Restaurantbestuhlung in verschiedenen Abständen und am Spreeufergeländer bis zur einer Reihe von acht Fahrradständern. Diese linker Hand umgehen und nach dem letzten 45 Grad rechts und sechs Meter ohne Orientierung bis zu einer Sitzbank vorgehen. Eine Sitzgelegenheit. Zwei andere Bänke befinden sich rechts im Abstand von zwei Metern.
Standort: Die Einmündung der Propststraße auf die Spreeuferpromenade. An der Skulptur des Heiligen Georgs.

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Station 10 – Der Heilige Georg

Der Heilige Georg – Lebensgeschichte

Georg wurde in der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts geboren. Er stammt aus einer christlichen Familie, die in Kappadokien, einem uralten Land der Türkei, wohnte.
Seine Mutter war Jüdin aus Lyddi, dem heutigen Lod, in Israel. Dorthin kehrte sie nach dem Tod ihres Mannes mit dem Sohn zurück.

Der gut ausgebildete junge Georg trat in die römische Armee ein. Weil er guter Soldat war, stieg er im Militär rasch auf. Als Volkstribun erhielt er den Titel eines Grafen. Durch ein Edikt von Kaiser Diokletian im Jahre 303 wurde die Verfolgung der Christen verfügt.
Georg musste an dieser Christenverfolgung teilnehmen, hat sie aber kritisiert. Wütend über diese Kritik, ordnete Diokletian an, ihn zu fassen. Nach Folter wurde Georg unter den Mauern der Stadt Nikomedia durch Enthauptung getötet.
Sein Leichnam wurde nach Lyddi gebracht und dort begraben. Bald darauf begannen die Christen zu ihm als Märtyrer zu beten.

Der Heilige Georg und der Drache

Die Geschichte des Heiligen Georg und des Drachen ist eine Legende, die während der Kreuzzüge nach Europa gekommen ist. Der Mythos kommt aus Kappadokien und entstand Anfang des 11. Jahrhunderts.
Die Legende erzählt von einem Drachen, der sein Nest in der Nähe einer Quelle hat. Um Wasser aus der Quelle schöpfen zu können, haben die Bewohner dem Drachen jeden Tag ein Schaf angeboten, um ihn aus seinem Nest zu lockern.
Als keine Schafe mehr übrig waren, opferten sie junge Mädchen, die durch Los bestimmt wurden.
Eines Tages fiel das Los auf Prinzessin Sabre. Ihr Vater, der König, flehte um ihr Leben, aber ohne Erfolg. Da tauchte der heilige Georg auf. Im Angesicht des Drachens zeigte er das Zeichen des Kreuzes. So konnte er ihn besiegen und die Prinzessin retten.
Aus Dankbarkeit für diese Tat wandte sich die Stadt vom Heidentum ab und wandte sich dem Christentum zu.

Wegbeschreibung zur Skulptur des Heiligen Georg

Nun von der Sitzbank aufstehen und sechs Meter bis zum Regenabflussgitter vorgehen. Im Abstand von einem Meter befindet sich der Sockel aus rotem Granit, auf dem die Skulptur des Heiligen Georg steht.
Den Sockel gegen den Uhrzeigersinn auf drei Seiten umgehen mit Orientierung am Sockel links. An der dritten Seite stehen Sie vor dem Standbild des Heiligen Georg. Hier 90 Grad links.
Standort: Probststraße, vor dem Standbild des Heiligen Georg.

Skulptur

Die Skulptur des St. Georg, der auch “Der Drachentöter“ genannt wird, wurde vom Bildhauer August Kiss errichtet und 1859 in der Kunst- und Glockengießerei Lauchhammer, im Landkreis Oberspreewald-Lausitz gegossen.
Ursprünglich stand die Skulptur im Hof des Stadtschlosses und nach dessen Sprengung im Volkspark Friedrichshain. 

Nach dem Aufbau des Nikolaiviertels hat das Denkmal seinen neuen Platz am Spree-Ufer mit Blick auf die Nikolaikirche gefunden.
Stilistisch ist das Reiterstandbild zwischen Spätklassizismus und Neubarock anzusiedeln.

Wegbeschreibung zur Station 11 – Die Gerichtslaube

Jetzt, vor dem Standbild des Heiligen Georg stehend, 90 Grad rechts, zweieinhalb Meter vor bis zur Ecke des Regenabflussgitters und wieder 90 Grad rechts. Hier vier Meter vor bis zur Ecke der Blumenbeeteinfassung linker Hand gehen. Dann sechs Meter der Blumenbeeteinfassung bis zur Ecke folgen, 90 Grad links und drei Meter vor. Hier 90 Grad rechts und sieben Meter vor bis zur ersten von mehreren eckigen Stützen rechter Hand gehen. Hier nun links von der Stütze eine fünf Zentimeter hohe Kante aufwärts gehen.
Standort: ein Arkadengang in der linken Häuserflucht der Propststraße
Dann etwa 50 Meter geradeaus auf den roten Fliesen des Arkadenganges mit Orientierung an den eckigen Arkadenstützen rechter Hand gehen. Vor der siebzehnten Stütze 90 Grad links.
Standort: im Arkadengang der Propststraße Ecke Poststraße
Jetzt etwa 40 Meter geradeaus mit Orientierung an den Arkadenstützen rechter Hand die Poststraße entlang bis zu einer Wand gehen und hier 90 Grad rechts.
Standort: Poststraße 4 bis 5, gegenüber der Gerichtslaube

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Station 11 – Die Gerichtslaube

Geschichte

Ursprünglich wurde die Gerichtslaube in gotischem Stil als zweigeschossiger Backsteinbau direkt am Alten Berliner Rathaus an der Spandauer Straße um 1270 gebaut und zählte zu den ältesten Profanbauten Berlins.
Im Erdgeschoss des Gebäudes stand der Schöffenstuhl, der Ratsstuhl war im Obergeschoss. Hier wurde Recht gesprochen.
Neben der Eingangstür befanden sich ein Galgen und ein Pranger.
Ende des siebzehntes Jahrhunderts, anlässlich der Erweiterung des Alten Rathauses wurde die Fassade der Gerichtslaube in barockem Stil umgestaltet.

Mit dem Bau des Roten Rathauses wurde das Gebäude 1871 abgetragen und als Geschenk an Wilhelm I. im Park Babelsberg wiedererrichtet.
Bei der Neugestaltung des Nikolaiviertels wurde die Gerichtslaube an der heutigen Stelle als verputzter Betonfertigungsbau mit barocker Fassade noch mal errichtet.

Wegbeschreibung zur Gerichtslaube

Nun zwei Meter aus den Arkaden herausgehen bis zur abwärts führenden Kante. Den Bürgersteig mit unterschiedlichem Untergrund auf drei Meter bis zur Bordsteinkante überqueren. Und nun die Poststraße sechs Meter auf Kopfsteinpflaster überqueren. Der Autoverkehr ist hier sporadisch. Auf der anderen Straßenseite zwei Meter über Mosaikpflaster bis zum Granitplattenweg vorgehen.
Standort: Poststraße 28, direkt vor der Gerichtslaube
Zehn Meter links von Ihnen befindet sich rechts der Zugang zum Gastgarten und Restaurant.

Architektur

Die Gerichtslaube wurde 1270 in gotischem Stil als zweigeschossiger Backsteinbau mit vierjochigen Rippengewölben in den beiden Geschossen errichtet.
Drei Strebepfeiler in der Frontfassade, Spitzbogenöffnungen mit Maßwerken der beiden Geschosse und eine krönende Attika mit Fialen – das waren die charakteristischen Merkmale für das gotische Erscheinungsbild des Gebäudes.
Um 1400 wurde die Fassade um zwei dreieckige gotische Giebel, ein Türmchen in der Mitte und vier zusätzliche Fialen ergänzt.
1500 hat die Gerichtslaube ein neues Renaissance Aussehen bekommen. 

Die Spitzbogenöffnungen im Erdgeschoss wurden zugemauert und insgesamt vergittert; die Maßwerkfenster des Obergeschosses wurden durch rechteckige Fenster mit umlaufendem Band ersetzt. Anstelle des gotischen Giebels kam ein Renaissancegiebel. Das Ganze wurde verputzt.
Um 1695 wurden die Spitzbogen Öffnungen des Erdgeschosses durch rechteckige Fenster ersetzt.
Das heutige Erscheinungsbild des1986 frei rekonstruierten, verputzten Duplikats der Gerichtslaube ist eine Mischung von gotischen gemauerten Spitzbogenfenstern im Erdgeschoss, Renaissancefenstern im Obergeschoss und einem Barockgiebel.

Gedenktafel

An der Seitenwand, in einer schlecht zugänglichen Ecke wurde eine Erinnerungstafel angebracht. Die Inschrift der lautet:

Gerichtslaube
Zeugnis frühbürgerlicher Rechtsprechung ab 1270;
ursprünglich verbunden mit dem Rathaus
an der Spandauer Strasse, Ecke Rathausstrasse.
Im Erdgeschoss stand der Schöffenstuhl,
im Obergeschoss der Ratsstuhl.
1871 Abbruch im Zusammenhang
mit dem Bau des Roten Rathauses
1985-1987 Rekonstruktion
auf Beschluss des Magistrats von Berlin.

Gerichtslaube heute

Das Original der Gerichtslaube steht heute im Babelsberger Park. Die Flächen im Gebäude sind ungenutzt.
Ein 1986 frei rekonstruiertes, verputztes Duplikat der Gerichtslaube steht heute in der Poststraße 23. Es ist eine Mischung von gotischen gemauerten Spitzbogenfenstern im Erdgeschoss, Renaissancefenstern im Obergeschoss und einem Barockgiebel.
Die heutige Gerichtslaube beherbergt ein Restaurant mit altberlinerischem Speiseangebot. Im Erdgeschoss kann man den rustikalen Kreuzgewölberaum mit großen Butzenscheibenfenster und Steinfußboden bewundern.

Gerichtslaube heute

Das Original der Gerichtslaube steht heute im Babelsberger Park. Die Flächen im Gebäude sind ungenutzt.
Ein 1986 frei rekonstruiertes, verputztes Duplikat der Gerichtslaube steht heute in der Poststraße 23. Es ist eine Mischung von gotischen gemauerten Spitzbogenfenstern im Erdgeschoss, Renaissancefenstern im Obergeschoss und einem Barockgiebel.
Die heutige Gerichtslaube beherbergt ein Restaurant mit altberlinerischem Speiseangebot. Im Erdgeschoss kann man den rustikalen Kreuzgewölberaum mit großen Butzenscheibenfenster und Steinfußboden bewundern.

Wegbeschreibung zur Station 12 – Das Gasthaus “Zum Nußbaum”

Jetzt 90 Grad rechts und etwa 30 Meter geradeaus auf Granitplatten bis diese enden. Orientierung am Mosaikpflaster links. Jetzt zwei Meter vor auf Mosaikpflaster und 90 Grad links. Innerhalb dieser Strecke befindet sich eine vier Meter breite Zufahrt mit Kopfsteinpflaster.
Standort: Poststraße 25, vor dem Standbild des Heinrich Zille. Das Standbild steht in einer Pflanzbeeteinfassung.
Jetzt 90 Grad rechts und zehn Meter geradeaus auf Granitplatten mit Orientierung an der Pflanzenbeetkante bis zur Ecke gehen.
Standort: Poststraße Ecke Propststraße
Danach dem Verlauf der Pflanzenbeetkante linker Hand folgen und nach links in die Propststraße einbiegen und fünf Meter bis zur Ecke des Hauses in der Propststraße 5 vorgehen. Dann etwa 46 Meter geradeaus auf Granitplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts der Fassaderflucht der Häuser linker Hand folgen.
Zur Information: Nach etwa 15 Metern befinden sich auf dieser Strecke Auslagen mehrerer kleiner Souvenirläden. Nach 45 Meter orientieren Sie sich für etwa 12 Meter links an der Restaurant-Bestuhlung beziehungsweise am Holzzaun.  Links, hinter dem kleinen Holzzaun befindet sich das Gasthaus zum Nußbaum mit seinem etwa fünf mal zehn Meter großem Biergarten.
Standort: Propststraße Ecke Am Nussbaum
Hier 90 Grad links und sieben Meter geradeaus auf Granitplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster links bis zur Ecke des Gasthauses vorgehen und 90 Grad links.
Hier auf der Ostwand des Gasthauses wurde eine große Gedenktafel aus Metall zur Geschichte des Gasthauses angebracht.

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Station 12 – Das Gasthaus “Zum Nußbaum”

Geschichte

Das um 1571 eröffnete Gasthaus “Zum Nußbaum” befand sich bis zu seiner Zerstörung durch einen alliierten Bombenangriff 1943 in der Fischerstraße (heute Fischerinsel), 700 Meter vom heutigen Standort entfernt.
Die Kopie des zerstörten Gasthauses wurde in den Jahren 1975 bis 1987, anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins in der Probststraße am Nikolaiplatz vom Architekten Günter Stahn errichtet.

Früher stand dort die Probstei der Nikolaikirche. Der Name “Zum Nußbaum” bezieht sich auf einen Nussbaum, der vor dem ursprünglichen Gasthaus stand. An der neuen Stelle wurde ein amerikanischer Schwarznuss-Baum gepflanzt.
Zu den prominenten Stammgästen des Gasthauses gehörten der Milieuzeichner und -fotograf Heinrich Zille, der Berliner Maler Otto Nagel und die Schauspielerin Claire Waldoff. Heinrich Zille und Otto Nagel gaben gemeinsam die Satirezeitschrift “Eulenspiegel“ heraus.
Einige Milieuzeichnungen von Heinrich Zille, die in dem alten Gasthaus in der Fischerstraße hingen, sind in dem Brand nach der Bombardierung verloren gegangen.
Das Gasthaus ist eine der ältesten Gaststätten Alt-Berlins.

Architektur

Das 1507 in spätmittelalterlichem Stil erbaute und 1987 rekonstruierte zweigeschossige Giebelhaus mit ausgebautem Dachgeschoss ist mit einem Walmdach abgedeckt.
Die verputzte Fassade ist in Ockerfarbe gehalten.
An den Fenstern im Erdgeschoss sind Fensterläden angebracht.

Gedenktafel

Die Inschrift in Relief lautet:

Zum Nußbaum
bis zur Zerstörung im Faschistischen Weltkrieg 1943
älteste Gaststätte Berlins.
Um 1571 in Cölln, Fischerstraße 21, errichtet.
Zu den Besuchern der Gaststätte gehörten
unter anderen Friedrich Zille und Otto Nagel.
1986-1987 Wiederaufbau.

Lied vom Nußbaum

Hans Bennert, ein deutscher Schriftsteller, Bühnen- und Drehbuchautor schrieb ein Lied über das Gasthaus “Zum Nußbaum” das wie folgt lautet:

Im Nußbaum links vom Molkenmarcht,
da hab ick manche Nacht verschnarcht,
da malt der Vater Zille!
Der Kellner hats Delirium,
die Wirtin latscht ins Hemde rum,
die Jäste, die sind knille.

Im Nußbaum links vom Molkenmarcht
da sind die Fenster dick verzarcht
von wejen die Polente!
Da tanzt die dicke Spreemarie
mit ihrem Holzbeen, juchheidi,
wie eene lame Ente.

Im Nußbaum links vom Molkenmarcht,
da wird mit Zaster nich jekarcht
und trinkt man keene Lorke.
Es fliecht ja leider manches Mal
een Backzahn ooch durch det Lokal.
sonst aber is et knorke:

Im Nußbaum links vom Molkenmarcht
da hat man mir een Ding verarscht:
der Mann war lange kränklich!
Ick stieß ihn an, da fiel er um,
ick kam uff det Präsidium;
jetz sitz ick lebenslänglich!

Im Nußbaum links vom Molkenmarcht,
die ihr so oft euch dort verbarcht,
jrießt mir die Prachtdestille!
Durch meine Zelle zieht ein Traum;
jrießt mir det Haus, den jrienen Baum
und och den Vater Zille!

Wegbeschreibung zur Station 13 – Der Gründungsbrunnen

Vor der Tafel stehend 90 Grad links und acht Meter geradeaus bis zur Bordsteinkante gehen. Es folgt die Überquerung der Propststraße, sechs Meter auf Kopfsteinpflaster ohne Ampelanlage. Der Verkehr ist gering. Danach 90 Grad rechts und etwa 30 Meter geradeaus auf Granitplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster links der Nikolaikirche entlang bis zur Ecke der Kirche gehen.  Auf den letzten fünf Metern dieser Strecke sind große Berliner Bären aus Plüsch rechts ausgestellt.
An der Kirchenecke linker Hand vorbei gehen und weitere etwa 19 Meter geradeaus auf Granitplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts gehen bis zu einem Laternenpfahl. Dann 90 Grad links und acht Meter bis zur ersten Sitzbank vorgehen.  Eine Sitzgelegenheit
Standort: Sitzbank am Nikolaikirchplatz, rechts steht die Nikolaikirche, hinter der Bank befindet sich der Gründungsbrunnen.

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Station 13 – Der Gründungsbrunnen

Brunnen

Auf dem kleinen Platz vor der Nikolaikirche befindet sich der Gründungsbrunnen, der 1987 nach einem Entwurf von Gerhard Thieme aus Sandstein und Stahl errichtet wurde.
Zu dem achteckigen Brunnenbecken von vier Metern Durchmesser führen rundum drei Stufen. An jeder Seite des Beckens sind Wappen angebracht.

Auf einer sechs Meter hohen Säule, die mittig im Brunnenbecken platziert ist, steht ein Bär. Er hält ein Wappen mit einem Adler.
Die Ganze wird von einem drei Meter hohen schmiedeeisernen Kuppelgitter bekrönt. Getragen wird die Kuppel von acht runden geschmiedeten Stäben, die acht Meter in die Höhe ragen.
Die ganze Anlage wurde mit Bronzeketten umzäunt. Die Ketten hängen an acht Betonpollern. Die Betonpoller sind 40 Zentimeter hoch und stehen in einem Abstand von etwa eineinhalb Metern rund um die Brunnenstufen. Zwischen den Betonpollern steht jeweils eine Sitzbank.

Wegbeschreibung zur Station 14 – Die Nikolaikirche

Jetzt von dieser Bank aufstehend 90 Grad links und etwa 24 Meter entgegen dem Uhrzeigersinn um den Gründungsbrunnen herum bis zur achten Sitzbank gehen.  Eine Sitzgelegenheit.

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Station 14 – Die Nikolaikirche

Geschichte

An der Stelle, wo sich heute die Nikolaikirche befindet, haben schon mindestens zwei Vorgängerbauten gestanden.
Der Name der Kirche bezieht sich auf den Heiligen Nikolaus von Myra, den Patron der Kaufleute.
Da die Kirche in einem kaufmännischen Stadtviertel stand, wurde sie ihm gewidmet.
Der erste spätromanische Bau war eine Pfeilerbasilika aus Feldstein. Sie wurde 1230 gebaut. Es war eine 40 Meter lange, dreischiffige Basilika mit Querschiff und Ostapsiden. Der westliche Teil des Baukörpers, wo sich die Türme befinden, ist noch bis heute erhalten geblieben

Ende des 13. Jahrhunderts wurde die Feldsteinbasilika durch eine frühgotische Backsteinkirche ersetzt.

Zwischen 1460 und 1480 wurde die Kirche weitgehend im gotischen Stil um einen Umgangschor, eine zweigeschossige Sakristei und einen Kapellenanbau erweitert. Damals hatte die Kirche nur einen Spitzturm.
1878 erhielt die Kirche die heutige neogotische Doppelturmfassade. Die feldsteinernen Untergeschosse der Zwillingsturmanlage gelten als die ältesten Räume Berlins, die heute noch erhalten sind.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche infolge von Luftangriffen zerstört. Weitere Schäden sind durch Witterungseinflüsse und Raubzüge entstanden.
1987 wurde die Kirche anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadtgründung Berlins nach alten Vorlagen detailgetreu rekonstruiert.

Architektur

In der Fassade der heutigen Kirche kann man die verschiedenen Bauperioden erkennen. Die drei Geschosse des massiven Westbaus, der zu einer spätromanischen Basilika gehörte, sind aus grau-braun-violetten Feldsteinen. Das vierte Geschoss des Westbaus wurde später ebenfalls aus Feldsteinen gebaut, die aber mehr einheitlich aussehen. Die schmalen Rundbogenfenster, die sich in dem feldsteinernen Westbau befinden, sind in spätromanischem Stil errichtet.

Das spätere fünfjochige Langhaus, die in Backstein gebaute gotische Halle ist auf 1380 – 1470 datiert.
Oberhalb des feldsteinernen Westbaus wurde in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts, der neogotische Doppelturm aus Backstein mit hohen Spitzen errichtet. Die nördliche Spitze ist mit einem vergoldeten kugelförmigen Blitzableiter ausgestattet. 

Die südliche Spitze erhielt als Erinnerung an den ursprünglich existierenden mittelalterlichen Turm, eine Nachbildung des historischen Berliner Stadtwappens als Wetterfahne.

Weitere Wegbeschreibung Richtung Gedenkplatte Berliner Stadtsiegel

Jetzt von der Bank aufstehend 45 Grad links und sieben Meter bis zur Gedenkplatte Berliner Stadtsiegel vorgehen.

Gedenkplatte Berliner Stadtsiegel

Das Siegel ist eine Marke, die die Authentizität eines Dokuments gewährleistet. Mithilfe dieser Marke wird ein Abdruck auf plastischem Material (zum Beispiel Siegellack oder Wachs) gemacht. In der Regel werden diese Siegel aus Metall oder Stein, früher auch aus Holz gemacht. Die Oberfläche der Marke wird mit gravierten Symbolen oder Initialen versehen.

Im Mittelalter wurden die Siegel von den Fürsten verliehen. Das erste Siegel Berlins wurde auf 1253 datiert. Die Gedenkplatte Berliner Stadtsiegel wurde von Gerhard Thieme 1987 geschaffen und befindet sich vor dem Eingang der Nikolaikirche.
Die aus Bronze bestehende Platte hat einen Durchmesser von zwei Meter zwanzig. In der Mitte wird ein Adler als Wappen gezeigt. Der um das Siegel umlaufende Text erinnert daran, das die askanischen Markgrafen Johan I. und Otto III. der bestehender Handelsniederlassung Berlin um 1230 die städtischen Privilegien verliehen haben.
Um das Berliner Stadtsiegel zu ertasten, muss man sich bücken. Es liegt unmittelbar auf dem Boden und ist etwa 30 Zentimeter dick.

Weitere Wegbeschreibung in Richtung Nikolaikirche

Jetzt im 4 Meter Halbkreis gegen den Uhrzeigersinn die Gedenkplatte Berliner Stadtsiegel rechter Hand umgehen. Dann 90 Grad links und fünf Meter bis zum Kircheneingang vorgehen.
Standort: direkt vor dem Haupteingang der Nikolaikirche.
Einen Meter vor der Tür ist ein Regenabflussgitter. Die zweiflüglige Eingangstür aus massivem Holz öffnet nach innen links.
Ohne Eintritt zu bezahlen, gelangt man zu einem Tresen, von dem man den Westbau besichtigen kann.
Jetzt durch die Tür in die Kirche hineingehen. Danach fünf Meter vor 90 Grad links und zwei Meter vor.
Standort: Vor einer Seitenkapelle im Westbau. Hier kann man das ornamentierte Gittertor ertasten.
Dann 180 Grad wenden, zwei Meter vor und 90 Grad links. Dann vier Meter bis zur zweiflügligen Glaspendeltür gehen. Diese Pendeltür wurde in eine Spitzbogenöffnung eingebaut und öffnet nach rechts und links. Als Türgriffe dienen hier senkrechte runde Stäbe aus Edelstahl.
Weiter durch die Tür in den Kirchenraum hineingehen. 45 Grad rechts und vier Meter bis zum Tresen, wo Eintrittskarten, Bücher und Ansichtskarten verkauft werden.

Weitere Wegbeschreibung in Richtung Nikolaikirche

Jetzt im 4 Meter Halbkreis gegen den Uhrzeigersinn die Gedenkplatte Berliner Stadtsiegel rechter Hand umgehen. Dann 90 Grad links und fünf Meter bis zum Kircheneingang vorgehen.
Standort: direkt vor dem Haupteingang der Nikolaikirche.
Einen Meter vor der Tür ist ein Regenabflussgitter. Die zweiflüglige Eingangstür aus massivem Holz öffnet nach innen links.
Ohne Eintritt zu bezahlen, gelangt man zu einem Tresen, von dem man den Westbau besichtigen kann.
Jetzt durch die Tür in die Kirche hineingehen. Danach fünf Meter vor 90 Grad links und zwei Meter vor.
Standort: Vor einer Seitenkapelle im Westbau. Hier kann man das ornamentierte Gittertor ertasten.
Dann 180 Grad wenden, zwei Meter vor und 90 Grad links. Dann vier Meter bis zur zweiflügligen Glaspendeltür gehen. Diese Pendeltür wurde in eine Spitzbogenöffnung eingebaut und öffnet nach rechts und links. Als Türgriffe dienen hier senkrechte runde Stäbe aus Edelstahl.
Weiter durch die Tür in den Kirchenraum hineingehen. 45 Grad rechts und vier Meter bis zum Tresen, wo Eintrittskarten, Bücher und Ansichtskarten verkauft werden.

Öffnungszeiten der Nikolaikirche:

Die Kirche ist täglich zwischen 10:00 Uhr und 18:00 Uhr geöffnet.

Innenbereich

Die Kreuzgewölbe des Hauptschiffes werden von kreuzförmigen Strebepfeilern getragen. Die Wände, Pfeiler und Gewölbe sind in weiß gestrichen. Nur die Bögen sind in einer Backsteinfarbe gehalten. Unter dem Chor, gleich nach dem Eingang ins Langhaus, befinden sich an den Wänden rechts und links die Grabstätten von Christian und Lampert Distelmeier sowie die barocken Grabmäler für den Hofgoldschmied Daniel Männlichl von Andreas Schlüter und für den Finanzminister von Kraut von Johann Georg Glume.

Wegbeschreibung Richtung Kirchenausgang

Jetzt vor dem Tresen stehend 180 Grad wenden, vier Meter bis zur gegenüberliegenden Glastür vorgehen. Durch diese zweiflüglige Pendelltür aus Glas, die sich beidseitig öffnet, aus dem Kirchenhauptschiff in den Vorraum hinausgehen. Danach zehn Meter geradeaus bis zur Ausgangstür aus massivem Holz vorgehen. Die Tür öffnet nach innen rechts. Aus der Kirche heraustretend einen Meter vor, 90 Grad links, acht Meter der Kirchenwand linker Hand folgen und 90 Grad links.
Standort: direkt vor einer Gedenktafel der Nikolaikirche.

Gedenktafel

An der Wand links vom Hauptportal der Nikolaikirche ist eine Gedenktafel angebracht. Die Inschrift lautet:

Die Nikolaikirche ist das älteste erhaltene und eines der ehrwürdigsten Gebäude Berlins.
Früher war sie die Hauptpfarrkirche, die 1938 außer Gottesdienst gestellt wurde.
Wiederaufgebaut nach schweren Kriegszerstörungen dient sie seit der 750-Jahr-Feier Berlins 1987 als Museum.
Zugleich ist die Nikolaikirche auch ein Ort, an dem sich Berliner Demokratie-geschichte ereignet hat.

In dem Wissen um die Würde und Bedeutung der Nikolaikirche als ein Ort gelebter Demokratie stiftete das Abgeordnetenhaus von Berlin diese Gedenktafel.
1809 wurde infolge der Stein-Hardenberg‘schen Reformen die erste gewählte Stadtverordnetenversammlung Berlins in der Nikolaikirche eingesegnet und vereidigt.
1991 trat in der Nikolaikirche nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 das erste frei gewählte Gesamtberliner Abgeordnetenhaus zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen.
Die Nikolaikirche ist der Begräbnisort vieler bedeutender Berliner.
Auch Samuel von Pufendorf durch Kurfürst Friedrich Wilhelm 1688 als Hofhistoriograph und Hofrat nach Berlin berufen, ist in der Nikolaikirche bestattet.
Von Pufendorf entwickelte eine der Toleranz verpflichtete Naturrechtslehre, die mit ihren erstmals formulierten Grundwerten von Menschenwürde und Gleichheit der Menschen auf die geistigen Väter der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung und der französischen Revolution eingewirkt hat sowie nicht zuletzt auch in den Grundwertekatalog des deutschen Grundgesetzes einging.
Abgeordnetenhaus von Berlin Berlin-Mitte im Jahre 2001.

Wegbeschreibung zur Station 15 – Das Knoblauchhaus

Jetzt vor der Gedenktafel stehend 90 Grad rechts und etwa 22 Meter geradeaus auf Mosaikpflaster mit Orientierung an der Abgrenzungskante des Pflanzenbeets bis diese im linken Bogen abbiegt. Hier jetzt drei Meter weiter geradeaus bis zur Bordsteinkante gehen. Es folgt die Überquerung des Nikolai-Kirchplatzes, ohne Ampelanlage für sechs Meter auf Kopfsteinpflaster. Danach einen Meter bis zur Hausecke vor. Die Hausecke linker Hand umgehen und etwa 15 Meter auf Granitplatten die nordwestliche Fassade des Knoblauchhauses linker Hand entlang bis zum Ende der Granitplatten gehen.  Rechts eventuell parkende Autos.
Dann noch einen Meter auf Mosaikpflaster vorgehen und dann 90 Grad links in die Poststraße einbiegen.
Links der Knoblauchhauswand entlang auf zehn Meter Länge erstreckt sich die Freitreppe zum Knoblauchhaus.
Dieser acht Meter linker Hand folgen und 90 Grad links. Jetzt drei Stufen bis zur Eingangstür aufwärtsgehen.
Standort: Poststraße 23, vor der Eingangstür vom Museum des Knoblauchhauses.

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Station 15 – Das Knoblauchhaus

Geschichte

Das einzige im alten Stadtkern Berlins original erhaltene und am ursprünglichen Ort verbliebene Bürgerhaus des 18. Jahrhunderts, ist das Knoblauchhaus. Es wurde 1759 bis 1761 für Johan Christian Knoblauch errichtet, und war mehr als 170 Jahre der Wohnsitz der Familie Knoblauch.

In seinem Handwerksbetrieb fertigte Johan Christian Knoblauch Nähnadeln, Strick- und Schusternadeln, auch Siebe und Fenstergitter. Für das Militär fertigte er Haken, Ösen und Ketten. Später wurde der Betrieb auf die Herstellung und den Handel mit Seidenbändern für das Eiserne Kreuz, für Orden und Ehrenzeichen umgestellt.
In der “bel étage” des Hauses befand sich für fast hundert Jahre bis 1918 ein Familienmuseum. Da nach dem Ende des Ersten Weltkrieges große Wohnungsnot herrschte, musste das Museum geräumt werden, um Platz für Mieter zu schaffen. 1929 verkaufte die Familie Knoblauch das Haus an die Stadt Berlin, hat aber bis 1946 einen Teil des Erdgeschosses für den Seidenbandhandel und als Comptoir genutzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude, das den Bombenkrieg gut überstanden hatte, als Mietshaus bis 1980 genutzt.
Nach der gründlichen Sanierung, 1989 wurde hier die Außenstelle des Märkischen Museum eröffnet.
Seit 2005 gehört das Museum zur Stiftung Stadtmuseum Berlin.

Architektur

Das auf einem unregelmäßigen trapezförmigen Grundriss im Stil des Rokoko gebaute Gebäude ist mit einem Mansardendach bedeckt.
Die leicht geschwungene siebenachsige Frontfassade ist dort, wo das Eingangsportal mit einer dekorativen Umrahmung beschmückt ist, mit einem Mittelrisalit betont.
Bei den umfangreichen Renovierungen im Jahre 1806 erhielt die Fassade unterhalb der Fenster des zweiten Obergeschosses einen umlaufenden klassizistischen Spiralrankenfries und einen Blumenerker über dem Eingang.

Das Gesims über dem Erdgeschoss ist mit einem Kymation, einem speziellen Ornament beschmückt.
Die Tür im Hauptportal ist mit einem Band aus pflanzlichen Ornamenten verziert. Die, aus massivem Holz gebaute zweiflügelige Tür ist mit Holzkassetten und mit Rosetten versehen. Die Tür öffnet nach innen rechts.

Knoblauchhaus heute

Das Knoblauchhaus ist ein Museum des Berliner Biedermeier und gehört zur Stiftung Stadtmuseum Berlin.
Das Museum ist außer montags, täglich zwischen 10:00 Uhr und 18:00 Uhr geöffnet.
In den originalgetreu rekonstruierten Wohn- und Geschäftsräumen kann man Möbel, Gemälde, Porzellan, Fotografien und vieles mehr aus dem Leben der Bürgerfamilie Knoblauch bewundern. Briefe und Geschäftsbücher geben Einblick in das Leben der Bürgerfamilie Knoblauch.
Der Eintritt ist frei. Das Haus steht unter Denkmalschutz.

Wegbeschreibung Richtung Gedenktafel

Jetzt 180 Grad wenden, drei Stufen abwärts gehen und 90 Grad links. Aufsteller rund um die Treppe eventuell vorhanden. Drei Meter auf Mosaikpflaster und einen Meter auf Granitplatten mit Orientierung am Metallgeländer links vor gehen und 90 Grad links.
Standort: Vor der Gedenktafel

Gedenktafel

Auf dem Metallgeländer ist eine ein Meter auf ein Meter große Metalltafel angebracht. Die Relief-Inschrift lautet:

KNOBLAUCHHAUS
ZEUGNIS BÜRGERLICHER WOHNKULTUR
BAUHERR JOHANN CHRISTIAN KNOBLAUCH
ERWARB 1750 IN BERLIN DAS BÜRGERRECHT
UND LIESS DAS GEBÄUDE ERRICHTEN.

SEIN ENKEL CARK KNOBLAUCH, STADTRAT, ABGEORDNETER DES KURMÄRKISCHEN LANDTAGS,
VERFASSTE DIE DENKSCHRIFT ÜBER DIE NEUORDNUNG DER GEWERBEORDNUNG IM ZUGE DER STEIN-HARDENBERGSCHEN REFORMEN.
ALS VORSTAND UND SCHATZMEISTER DES VEREINS DER KUNSTFREUNDE BESUCHTEN IHN IN DIESEM HAUS SCHINKEL, BEUTH, SCHADOW, SCHLEIERMACHER, RAUCH, TIECK, BEGAS.
EDUARD KNOBLACH, ARCHITEKT FÜR DEN BAU DER RUSSISCHEN BOTSCHAFT UND DER JÜDISCHEN SYNAGOGE, BEGRÜNDETE DEN BERLINER ARCHITEKTENVEREIN.
ARMAND KNOBLAUCH GRÜNDETE 1868 DAS BÖHMISCHE BRAUHAUS.
BERNHARD KNOBLAUCH RICHTETE UNFALLSTATIONEN UND DAS KRANKENTRANSPORTWESEN EIN UND GRÜNDETE DEN VERBAND DER ERSTEN HILFE.

Wegbeschreibung zur Station 16 – Das Ephraim-Palais

Vor der Gedenktafel stehend 90 Grad rechts und etwa 30 Meter geradeaus auf Granitplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts bis die Granitplatten im linken Bogen abbiegen. Hier jetzt einen Meter weiter geradeaus auf Mosaikpflaster bis zur Bordsteinkante gehen. Es folgt die Überquerung der Poststraße ohne Ampelanlage für sechs Meter auf Kopfsteinpflaster. Danach zehn Meter auf unterschiedlichen Belägen bis zur ersten Stufe der aufwärts führenden Treppe gehen. Nun vier Stufen aufwärts, dann fünf Meter auf dem Absatz mit Orientierung an einer 30 Zentimeter hohen Steinmauer links bis zu deren Ecke gehen. Hier 90 Grad rechts.
Die Steinmauer bietet eine Sitzgelegenheit.

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Station 16 – Das Ephraim-Palais

Geschichte

Auf dem Grundstück Mühlendamm/Ecke Poststraße stand einst die älteste Apotheke Berlins. 1762 hat der Hofjuwelier und Münzunternehmer Veitel Heine Ephraim dieses Grundstück erworben, um die vorhandene Bausubstanz zu einem Palais umzubauen.

Dafür beauftragte er den Architekten Friedrich Wilhelm Diterichs, der auf dem Eckgrundstück bis 1766 ein zweiflügeliges viergeschossiges Rokokopalais errichtet hat. Die Familie Ephraim wohnte in den oberen Geschossen, die Flächen im Erdgeschoss wurden als Ladenflächen vermietet. Im Hof befand sich eine Silberscheideanstalt. Das Palais blieb bis 1823 in Familienbesitz, 1843 hat die Stadt Berlin es erworben um hier Polizeioffiziere und das Einwohnermeldeamt unterzubringen.1888 gingen wegen der Verbreiterung und Anhebung des Mühlendamms die Läden im Erdgeschoss verloren. Zwischen 1892 und 1895 wurde das Dachgeschoss ausgebaut. 1936 wurde das Palais dann wegen einer nochmaligen Verbreiterung des Mühlendamms abgetragen. Im Ortsteil Wedding (also in Westberlin) wurden die Fasadenteile und einzelne Bauteile eingelagert. Dort haben sie den Zweiten Weltkrieg gut überstanden. Anlässlich der Vorbereitungen der 750-Jahr-Feier Berlins 1982 hat das ­West-Berliner Abgeordnetenhaus die noch erhaltenen Bauteile des Ephraim-Palais dem Ostteil der Stadt zur Verfügung gestellt. Das Ephraim-Palais wurde bis 1987 wiederaufgebaut. Allerdings etwa 12 Meter nördlich des ursprünglichen Standorts, was durch eine erneute Verbreitung der Mühlendamm verursacht wurde.

Weiterführende Wegbeschreibung zum Ephraim-Palais

Von hier drei Meter bis zu weiteren Stufen der aufwärts führenden Treppe vorgehen. Jetzt 90 Grad rechts und vier Meter mit Orientierung an der unteren Treppenstufe links bis zum Treppengeländer gehen und 90 Grad links. Jetzt 16 Stufen mit Orientierung am Treppengeländer rechts, aufwärts gehen. Nun einen Meter vor und 90 Grad rechts. Dann vier Meter dem Geländer bis zur Ecke folgen. Hier 90 Grad links und weitere vier Meter bis zur Wand des Ephraim-Palais gehen und 90 Grad links.
Standort: die Terrasse vom Ephraim-Palais

Treppengeländer

Das Treppengeländer ist in Schmiedekunst gearbeitet und stellt pflanzliche Formen dar.

Weiterführende Wegbeschreibung zum Ephraim-Palais

Nun acht Meter geradeaus auf Mosaikpflaster der Palaiswand entlang bis zum ersten von zwei Sockeln mit zwei runden Säulen gehen. Diese zwei Sockel mit den zwei Säulenpaaren acht Meter im leichtem Bogen nach rechts umgehen. Hinter dem zweiten Sockel beziehungsweise der vierten Säule zwei Meter vor und 90 Grad rechts.
Standort: Poststraße 16, direkt vor dem Eingangsportal zum Ephraim-Palais

Architektur

Da die beiden Palaisflügel in stumpfem Winkel aufeinanderstoßen, hat der Architekt den Grundriss des Hauses an der Ecke abgerundet. Die Palaisfassade ist in fünf Abschnitte geteilt, wobei im abgerundeten mittleren Teil das Hauptportal platziert ist.
Die vertikale Gliederung der Fassade wird durch riesige korinthische Doppelpilaster im ersten und zweiten Obergeschossen betont.
Der mittlere Teil ist zusätzlich mit frei stehenden toskanischen Doppelsäulen im Erdgeschoss und Balkonen in den Obergeschossen versehen.
Die Balkone sind mit einem filigranen vergoldeten Gitter und mit Puttenfiguren verziert.
Als Pendant zum Gesims, das zwischen den Geschossen horizontal verläuft, wurde im mittleren Teil, über dem obersten Geschoss, auf Dachniveau eine mit Vasen besetzte Balustrade errichtet.
Im Erdgeschoss ist die Fassade in Sandfarbe und in den oberen Geschossen in altrosa gehalten.

Die ovale Form der Fassade wird auch in den Innenräumen aufgenommen. Es gibt dort zum Beispiel ein ebenfalls ovales Treppenhaus mit spiralförmig ansteigenden Stufen.
Die zweiflügelige mächtige Außentür ist aus massivem Holz und öffnet nach innen rechts. Die Türflügel sind jeweils mit 4 Holzkassetten und einer Rosette in der Mitte versehen.

Ephraim-Palais heute

Heute gehört das Ephraim-Palais zur Stiftung Stadtmuseum Berlin und bietet auf drei Etagen wechselnde Ausstellungen zur Berliner Kunst- und Kulturgeschichte.

Gedenktafel

Links vom Haupteingang befindet sich eine 60 mal 30 Zentimeter große Gedenktafel mit einer Inschrift. Die Relief-Inschrift lautet:

Im Ephraim-Palais wurde am 20. Juli 1925 der Verein Museum
für Leibesübungen gegründet.

Die Eröffnung des Museums erfolgte im Oktober 1925
im Berliner Stadtschloss.

Die Nationalsozialisten lösten dieses erste
allgemeine Sportmuseum der Welt 1934 auf.

Seit 1970 führt das Sportmuseum Berlin die Tradition
des Museums für Leibesübungen fort.

Wegbeschreibung zur Station 17 – Das Lessinghaus

Vor dem Ephraim-Palais stehend 180 Grad wenden. Dann etwa 15 Meter geradeaus auf Kopfsteinpflaster ohne Orientierung bis zu den Gehwegplatten gehen und 45 Grad links. Nun etwa 10 Meter geradeaus auf den Gehwegplatten mit Orientierung am Kopfsteinpflaster links. Jetzt weiter etwa 30 Meter mit Orientierung an der niedrigen Rasen abgrenzung links bis zur Ecke gehen.
Standort: Mühlendamm Ecke Poststraße
Dann 90 Grad links und in die Poststraße einbiegen. Danach etwa 20 Meter geradeaus auf Granitplatten mit Orientierung weiter links an der Rasenabgrenzung bis diese nach links abbiegt. Nun zwei Meter weiter bis zur Bordsteinkante gehen. Es folgt die Überquerung der Poststraße für 6 Meter auf Kopfsteinpflaster ohne Ampelanlage. An der anderen Straßenseite vier Meter bis zu einer Hauswand gehen und 90 Grad rechts. Jetzt acht Meter geradeaus auf Mosaikpflaster der Hauswand entlang bis zur Ecke gehen.
Standort: Poststraße Ecke Nikolaikirchplatz
Dann 90 Grad links in den Nikolaikirchplatz einbiegen. Dann etwa 20 Meter geradeaus auf Granitplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster links bis zu einem massiven Metallgitter links, das im Boden unmittelbar an der Hauswand eingebaut ist. Hier 90 Grad rechts und einen Meter bis zur Bordsteinkante vorgehen. Es folgt die Überquerung der Fahrbahn des Nikolaikirchplatzes für sechs Meter auf Kopfsteinpflaster ohne Ampelanlage. Nach der Überquerung vier Meter auf unterschiedlichem Untergrund geradeaus.
Standort: Eine Grünanlage, welche die Nikolaikirche umrandet.
Jetzt etwa 15 Meter auf Sandboden dem kleinen, abgerundeten Metallzaun, der die Pflanzenbeete abgrenzt, rechter Hand folgen. Rechts ist hier eine halbkreisförmige Sitzbank aus Holz. Dem Bankverlauf rechter Hand folgen. Eine Sitzgelegenheit

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Station 17 – Das Lessinghaus

Bürgerhäuser

Hinter der Nikolaikirche, in der Straße ­Nikolaikirchplatz, südöstlich des Nikolaiviertel, zwischen Poststraße und Eiergasse, befindet sich eine Reihe von Bürgerhäusern. Diese wurden als Rekonstruktion barocker Wohnhäuser, anlässlich des Wiederaufbaus des Nikolaiviertels errichtet.
Ursprünglich wurde das Nikolaiviertel mit giebelständigen Holzfachwerkhäusern bebaut. Gewohnt wurde in den Obergeschossen. Im Erdgeschoss befanden sich die Feuerstellen.
Nach einem Brand 1380 wurden die Holzhäuser durch Backsteinhäuser ersetzt, die mit der Traufseite zur Straße standen.
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Bürgerhäuser am Nikolaiplatz zerstört und später wurden die Ruinen abgeräumt.

Architektur

Anlässlich des Wiederaufbaus des Nikolaiviertel zum 750. Geburtstag Berlins wurden diese Häuser in den Jahren 1984 bis 1986 anhand der guten Dokumentation der Bauten, mit traditionellen Materialien wiederaufgebaut.
Die für die Berliner Architektur typischen schmuckarmen Fassaden sind mit Zunftschildern versehen. Die Häuser sind über schmale drei bis fünf stufige Freitreppen zugänglich.
Das schmalste Haus in der Reihe, das Haus mit der Nummer 7, das nur fünf Meter breit ist, unterscheidet sich leicht vom Rest der Häuser. Anders als die benachbarten Häuser ist es mit Erkern in den oberen Geschossen versehen.

Weitere Wegbeschreibung zum Lessinghaus

Von der Bank aufstehend 90 Grad rechts und einige Meter dem Bankverlauf rechter Hand folgen. Danach 90 Grad rechts und vier Meter auf Sandboden dem abgerundeten niedrigen Metallzaun rechter Hand folgen bis zum Ende des Sandbodens. Jetzt einen Meter vor und 90 Grad links. Ab hier etwa 20 Meter auf Granitplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts oder links bis zur frontal stehenden Kirchenwand.
Man steht vor der in Backstein gemauerten Außenwand der Nikolaikirche mit einem Strebewerk.
Jetzt 90 Grad rechts und einen Meter vor bis zur Bordsteinkante und sechs Meter geradeaus auf Kopfsteinpflaster die Fahrbahn der Straße Nikolaikirchplatz ohne Ampelanlage überqueren und bis zu einer dreistufigen Treppe aufwärts vorgehen.
Standort: Nikolaikirchplatz 7 (bis 1986 Nikolaikirchhof 10), direkt vor dem Lessinghaus.

Bekannte Anwohner des Lessinghauses

Hier wohnte von 1752 bis 1775 der bedeutende Dichter der deutschen Aufklärung Gotthold Ephraim Lessing.
Er schrieb hier “Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück“, ein Lustspiel, das in der historischen Mitte Berlins spielt. Beendet hat er das Stück aber in seinem späteren Wohnung am Königsgraben 10 (dort, wo heute am Alexanderplatz der Brunnen der Völkerfreundschaft steht).

Gedenktafel

Auf der Tafel, die unter dem Fenster des Ersten Obergeschosses angebracht ist, ist ein ovales Medaillon zu sehen. Es zeigt ein Porträtrelief Lessings, umgeben von Pflanzenzweigen.
Die Inschrift lautet:

Hier stand das Haus in dem LESSING
1765 MINNA VON BARNHELM beendete
Die Stadt Berlin 1913

Wegbeschreibung zur Station 18 – Die Eiergasse und das Gasthaus Zum Paddenwirt

Vor dem Lessinghaus stehend 90 Grad links und zwei Meter vor auf Mosaikpflaster bis zur Bordsteinkante gehen. Gleich an der Bordsteinkante rechts befindet sich ein Betonpoller. Der Gehweg ist hier zu schmal um ihn bequem zu nutzen.
Weiter etwa 20 Meter auf Kopfsteinpflaster mit Orientierung an der Bordsteinkante des Gehwegs rechts, die Straße Nikolaikirchplatz entlang gehen. Die Bordsteinkante biegt auf den letzten fünf Metern nach rechts ab. Am Ende des Bordsteinbogens knickt dieser 90 Grad nach links ab. Hier einen Meter über die Bordsteinkante weiter geradeaus bis zum Gehweg.
Standort: Nikolaikirchplatz Ecke Eiergasse
Hier 90 Grad links und drei Meter bis zu einem Brunnen gehen und 90 Grad rechts. Der Brunnen hat die Form eines großen einen Meter hohen Blumentopfes und ist aus Kalkstein mit einem Durchmesser von eineinhalb Metern. Er steht auf einer achteckigen 20 Zentimeter hohen Platte. Der Durchmesser der Platte beträgt etwa zweieinhalb Meter. Eine nicht ganz bequeme Sitzgelegenheit
Auf dem Brunnensockel sitzend ist geradeaus, in der Entfernung von zehn Metern, das mit der Apsis geschlossene Presbyterium der Nikolaikirche zu sehen.
Hinten links ist das Gasthaus ­mit Gastgarten “Zum Paddenwirt” und hinten rechts sind Antiquitätenläden.

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Station 18 – Die Eiergasse und das Gasthaus Zum Paddenwirtaus

Eiergasse

Der Name der Gasse, die in der unmittelbaren Nähe von Berlins ältestem Marktplatz, dem Molkenmarkt liegt, hat Tradition.
Hier wurde schon im Mittelalter um Eier gefeilscht und seitdem heißt die Gasse Eiergasse.
Sie zählt zu den ältesten Straßen Berlins. Die ursprünglich 50 Meter lange Gasse teilte das Schicksal des Viertels und wurde während des Zweiten Weltkriegs vollkommen zerstört.

1984, im Rahmen des Wiederaufbaus des Nikolaiviertels wurde die Eiergasse erneut angelegt, allerdings gekürzt auf 16 Meter.
Seitdem ist die Eiergasse die kürzeste Straße Berlins und ist auf kaum einem Stadtplan verzeichnet.

In der Eiergasse ist gerade mal Platz für zwei Häuser, die sich beidseitig der Gasse auf ganzer Länge erstrecken.
An der Nordseite der Eiergasse findet man ein Antiquariat und ein Antiquitätengeschäft. Die zum Verkauf gestellten Stadtpläne und Bücher sind so alt, wie die Gasse selbst.
Die südliche Gassenseite wird vom Gasthaus ­”Zum ­Paddenwirt” mit seinem Biergarten beherrscht.

Gasthaus “Zum Paddenwirt”

Der Name des Gasthauses geht auf eine Geschichte aus dem 19. Jahrhundert zurück. Schon damals gab es einen Gasthof in der Eiergasse. Üblicherweise wurden damals die Waren per Kahn über die Spree transportiert.

Das betraf auch das Bier für den Gasthof in der Eiergasse. Eines Abends hatte der Wirt keine Lust die Bierfässer auszuladen. Über Nacht lief Bier aus einem undichten Fass aus. Durch den Geruch des auslaufenden Getränkes wurden tausende Frösche angelockt. Am nächsten Morgen, als der Wirt zu seinem Kahn kam, quakten die betrunkenen Frösche ihm entgegen.
Die Geschichte machte schnell die Runde und der Wirt erhielt so seinen Namen. Denn Frösche wurden damals “Padden“ genannt. Der Begriff kommt aus dem niederdeutschen oder auch niederländischen. Sei diesem Zeitpunkt ist das Gasthaus als “Paddenwirt“ bekannt. Bis heute überwacht an der nordöstlichen Ecke des Hauses in etwa drei Metern Höhe, ein großer Frosch, also eine Padde, das Haus.

Wegbeschreibung zur Station 19 – Der U-Bahnhof Klosterstraße – südlicher Ausgang

Mit Blickrichtung zum Brunnen stehend 90 Grad links und fünf Meter geradeaus auf Granitplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts bis zur Hausecke gehen und 90 Grad rechts. Dann etwa 16 Meter geradeaus auf Granitplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts die Eiergasse entlang gehen. Am Ende dieser Strecke stehen Metalpollern quer zur Gehrichtung. Diese gegebenenfalls umgehen. Dann zwei Meter an den Metallpollern vorbeigehen.
Standort: Eiergasse Ecke Mühlendamm
Jetzt 90 Grad links und in den Mühlendamm einbiegen und etwa 16 Meter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster links bis zur Ecke des Mosaikpflasters gehen. Danach 45 Grad rechts und fünf Meter auf Gehwegplatten bis zur Ecke einer Pflanzenbeeteinfassung gehen. Nun 90 Grad links und sechs Meter vor mit Orientierung an der Gehwegplattenkante links bis zu einer Hecke linker Hand gehen und 90 Grad rechts. Ab hier vier Meter bis zur abgesenkten Bordsteinkante vorgehen. Im Laufweg ist der Ampelmast.
Standort: Mühlendamm Ecke Spandauer Straße.
Es folgt die Überquerung des Mühlendamms in zwei Phasen. Die Ampelanlage im Kreuzungsbereich ist ohne akustische und taktile Signale. Erste Phase etwa fünfzehn Meter Fahrbahn, dann etwa 18 Meter Mittelinsel und zweite Phase etwa fünfzehn Meter Fahrbahn. An der anderen Straßenseite vier Meter vorgehen, 90 Grad links und sechs Meter bis zur abgesenkten Bordsteinkante gehen. Es folgt die Überquerung des Molkenmarktes in zwei Phasen. Die Ampelanlage im Kreuzungsbereich ist ohne akustische und taktile Signale. Erste Phase etwa sieben Meter Fahrbahn dann vier Meter Mittelinsel und zweite Phase etwa . zwölf Meter Fahrbahn. An der anderen Straßenseite 45 Grad links und etwa 20 Meter geradeaus auf Betonform-Pflaster bis zur Rasenbeetumrandung gehen.
Standort: Molkenmarkt
Ab hier beginnt die Marktfläche mit ihren rechteckigen Rasenflächen, die acht Meter mal zehn Meter groß sind.
In den Mitten der Rasenflächen befinden sich entweder Wasserbecken oder kleine Skulpturen. Zwischen den Rasenflächen verlaufen zwei Meter breite Wege. Dann 90 Grad links mit Orientierung an der Rasenbeetumrandung rechts bis zum Ende der Umrandung gehen. Hier 90 Grad rechts. und acht Meter geradeaus auf Betonform-Pflaster dem Bordsteinkantenverlauf rechter Hand folgen. Jetzt zwei Meter Unterbrechung durch einen Querweg. Danach acht Meter geradeaus dem Verlauf der Rasenbeetumrandung rechts weiter folgen bis diese nach rechts abknickt.
Nun etwa 15 Meter ohne Orientierung geradeaus bis zur Bordsteinkante. Einen Meter vor der Bordsteinkante 90 Grad rechts. Es folgt die Überquerung eines Parkplatz-Zufahrtweges für acht Meter auf Kopfsteinpflaster. Danach drei Meter vor, 90 Grad links und drei Meter geradeaus bis zur nicht abgesenkten Bordsteinkante gehen.
Es folgt die Überquerung der Jüdenstraße für acht Meter. Eine Ampelanlage und Zebrastreifen sind nicht vorhanden. Der beidseitige Verkehr ist gering.
An der anderen Straßenseite angekommen etwa zehn Meter geradeaus auf Gehwegplatten ohne Orientierung bis zur Hauswand gehen und 90 Grad links. Man steht an der westlichen Fassade des Alten Stadthauses.
Jetzt der Hauswand rechter Hand bis zur Ecke folgen.
Standort: Jüdenstraße Ecke Parochialstraße
Nun 90 Grad rechts und in die Parochialstraße einbiegen. Dann etwa 40 Meter auf Granitplatten geradeaus mit Orientierung rechts an der Gebäudewand bis zu einer Freitreppe gehen. Hier die Freitreppe rechter Hand für etwa 15 Meter bis zur Gebäudewand umgehen und 90 Grad links. Jetzt etwa 35 Meter bis zu einer Ein- und Ausfahrt. Nun diese für drei Meter überqueren und etwa 40 Meter geradeaus auf Gehwegplatten dem Fassadenverlauf des Alten Stadthauses rechter Hand bis zur Ecke folgen.
Standort: Parochialstraße Ecke Klosterstraße
Nun 90 Grad rechts und in die Klosterstraße einbiegen. Jetzt etwa 16 Meter auf Granitplatten die Hauswand entlang gehen. Dann etwa 80 Meter geradeaus auf Granitplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts, bis zum U-Bahn Eingangsgeländer rechter Hand gehen. Auf dieser Strecke ist nach etwa 35 Metern das Mosaikpflaster durch eine Freitreppe für etwa 15 Meter unterbrochen. Diesem auf zehn Metern rechter Hand folgen und 90 Grad rechts.
Standort: Zugang zum U-Bahnhof Klosterstraße (Süd), Ausgang Altes Stadthaus
Dann einen Meter vor, 90 Grad rechts und einen Meter vor bis zu einer abwärts führenden Treppe. Nun elf Stufen hinunter, dann Absatz und weitere elf Stufen mit Orientierung am Handlauf rechts abwärts gehen. Dann vier Meter geradeaus der Wand rechter Hand bis zur Ecke folgen und 90 Grad rechts.
Standort: Zwischengeschoss des U-Bahnhofs Klosterstraße, südlicher Ausgang

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Station 19 – Der U-Bahnhof Klosterstraße – südlicher Ausgang

Wandgestaltung

Die Wände in den beiden Vorhallen sind mit einem Motiv aus blauen und gelben Fliesen beschmückt. Es ist eine Nachbildung der ­Babylonischen Prozessionsstraße im Pergamonmuseum.

Wegbeschreibung innerhalb des U-Bahnhofes Klosterstraße

Jetzt der mit Fliesen gestalteten Wand rechter Hand auf sieben Meter bis zur Ecke folgen, dann 90 Grad links, weitere sieben Meter bis zur nächsten Ecke und 90 Grad rechts. Hier einen Meter vor und 90 Grad rechts.
Standort: vor der Gedenktafel

Gedenktafel – Erbauer der U-Bahn

Eine aus dem Jahre 1913 stammende Gedenktafel erinnert an die “Eröffnung der Bahnerweiterung von Spittelmarkt bis Schönhäuser Allee“ und zeigt Porträts aller wichtigen am Bau beteiligten Personen.

Die Größe der Gedenktafel beträgt 92 mal 145 Zentimeter.

– Am linken und rechten Rand befinden sich je 8 Kopfprofilreliefs mit folgenden Namen:

ARTHUR HOBRECHT, MAX STEINTHAL, WILHELM von SIEMENS, HEINRICH SCHWIEGER, ADOLF BRAUN, KARL SCHRADER, KARL HELFFERICH, JUSTUS BREUL, PAUL WITTIG, EMIL PAVEL, JOHANNES BOUSSET, GUSTAV KEMMANN, ADOLF LERCHE, HEINRICH KRESS, WILHELM LAUTER, ALFRED GRENANDER

– Im mittleren Teil befindet sich folgende zweispaltige Inschrift in Relief:

linke Spalte:
Zur Eröffnung der Bahnerweiterung vom Spittelmarkt über Alexanderplatz zur Schönhauser Allee im Juli 1913. – Erste Entwürfe für elektrische Hochbahnen in Berlin von Werner von Siemens 1880. Staatliche Genehmigung der Strecke Warschauer Brücke bis Nollendorfplatz 1896. Gründung der Hochbahngesellschaft (Gesellschaft für elektrische Hoch- und Untergrund-Bahnen in Berlin) am 13. April 1897 durch die Deutsche Bank und Siemens u. Halske. Ausführung der Stammlinie Warschauer Brücke bis Potsdamer Platz=Knie 189 bis1902 durch Siemens u. Halske A.=G.

Rechte Spalte:
Von der Hochbahngesellschaft ausgeführte Erweiterungen: 1906 bis Wilhelmplatz in Charlottenburg; 1908 nach Westend; 1908 bis Spittelmarkt; 1913 über Alexanderplatz zur Schönhauser Allee! Ausführung des Schnell- bahntunnels unter der Spree 1911-1913; 1913 bis Uhlandstraße; 1913 bis Nürnberger Platz.Vertrag mit Berlin über die Linie Alexanderplatz bis Frankfurter Allee 1912- Von Gemeinden ausgeführte Anschlußlinien: 1910 Schöneberger Bahn bis Hauptstraße; 1913 Wilmersdorfer Bahn bis Breitenbachplatz; 1913 Dahlemer Bahn bis Thielplatz. Aufsichtsrat, Vorstand und Sachverständige der Hochbahngesellschaft, August Vogel Fr.

Weitere Wegbeschreibung innerhalb des U-Bahnhofes Klosterstraße

Nun 180 Grad wenden und etwa 20 Meter dem unregelmäßigen Wandverlauf rechter Hand bis zur Wandecke folgen, 90 Grad rechts, drei Meter vor und 90 Grad links.
An dieser Wand befinden sich zwei der unten erwähnten Bilder.

Gemäldegalerie

In der südlichen Vorhalle (Ausgang: Altes Stadthaus) wurde eine kleine Kunstgalerie errichtet.
Vier, zwei Meter 50 mal ein Meter 30 große Ölgemälde des Münchener Künstlers Friedrich Hohlwein. Sie zeigen in Vogelperspektive vier Siedlungsprojekte, die mit der U-Bahn erschlossen werden sollten:

Links das Tempelhofer Feld,  und zwei Meter weiter nach rechts das Südgelände.

Zwei andere Gemälde befinden sich an der neun Meter entfernten, gegenüberliegenden Wand. Bis heute ist nur das Südgelände nicht mit der U-Bahn erschlossen worden.

Links Neu-Westend und zwei Meter weiter nach rechts die Kolonie Dahlem

Wegbeschreibung zum Stellwerk

Nun vor dem zweiten Bild stehend 90 Grad links und zwei Meter bis zum Metallgeländer vorgehen. Dann 90 Grad links und einen Meter vor, nun 90 Grad rechts und einen Meter vor. Es folgt die Treppe abwärts mit zehn Stufen, dann Absatz und weitere neun Stufen. mit Handlauf rechts.
Auf Bahnsteig Niveau angekommen, 90 Grad links und zwei Meter an der Treppe linker Hand vorbei. Jetzt 90 Grad links und sieben Meter an der linken Treppenwange bis zur einer Glaswand gehen.
Standort: vor dem Schaukasten des Stellwerks
Dann am Schaukasten vier Meter bis zur anderen Treppenwange gehen und 90 Grad rechts . Nun sieben Meter der Treppenwange links bis zum Ende folgen.

Stellwerk

Am südlichen Ende des Bahnsteiges ist in einem Schaufenster zwischen den Treppenaufgängen ein altes Stellwerk ausgestellt.
Das elektromechanische Stellwerk wurde von 1928 bis 1985 im Untergrundbahnhof Alexanderplatz verwendet und ist heute im Sammlungsbestand Berliner Unterwelten e.V. zu sehen.
Hier sind der Stellwerktisch und die Fahrschautafel zu sehen.
Der U-Bahnhof Klosterstraße steht unter Denkmalschutz.

Symbolbild U-Bahn
U2 Richtung Pankow, Bahnhof Klosterstraße

Jetzt 90 Grad rechts, vier Meter bis zur anderen Treppenwange gehen und 90 Grad links. Dann zwei Meter bis zu erster Stahlstütze rechter Hand vorgehen. Diese Stütze ist die erste einer Stützenreihe, die den ganzen Bahnsteig entlang verläuft. Die Stützen stehen vier Meter voneinander entfernt.
Von hier auf acht Meter der Stützenreihe folgen und hinter der Dritten 90 Grad rechts und zwei Meter vor.
Das Gleis ist von hier einen Meter entfernt. Der Zug Richtung Pankow kommt von rechts. Von hier erreicht man den letzten Wagen.

Symbolbild U-Bahn
U2 Richtung Ruhleben, Bahnhof Klosterstraße

Jetzt zehn Meter geradeaus ohne Orientierungsmöglichkeit gehen, 90 Grad links und einen Meter vor.
Das Gleis ist von hier einen Meter entfernt. Der Zug Richtung Ruhleben kommt von rechts. Von hier erreicht man den ersten Wagen.

Architektonische Begriffe

Achtort
Ein Achtort ist eine Proportionsschablone zum Entwurf der Maßwerke und Grundrisse für Türme, Pfeiler in der gotischen Architektur des Mittelalters. Es besteht aus zwei sich durchkreuzenden Quadraten, die gegeneinander um 45 Grad gedreht sind und zusammen einen Stern bilden.

Apsis
Eine Apsis ist ein Kirchenanbau, der auf dem Grundriss eines Halbkreises, einer Halbellipse oder eines Polygon errichtetet wurde, und, der das Presbyterium, das Schiff oder die Seitenkapelle abschließt.

Attika
Die Attika bezeichnet den oberen Teil des Gebäudes, der sich über dem Kranzgesims befindet. Sie kann in Form von Mauern, Geländern geformt sein. Die Attika hat eine Doppelfunktion: einerseits ist sie ein dekoratives architektonisches Element, andererseits dient sie als Brandschutzelement.

Aufklärung
Die Aufklärung ist eine von Rationalismus und Fortschriftsglauben bestimmte europäische Strömung des 17. und besonderes des 18. Jahrhunderts, die sich gegen Aberglauben, Vorurteile und Autoritätsdenken wendet.

Ädikula
Die Ädikula ist ein Wandaufbau in Form einer Miniaturkapelle, der der Tempelfront ähnelt. Sie besteht aus zwei Säulen oder Pilastern, die das Gebälk und manchmal dasTympanon unterstützt.

Barock
Barock ist die Hauptrichtung in der europäischen Kultur, deren Dauer sich vom Ende des 16.Jahrhunderts bis ins 18. Jahrhundert erstreckt. In der Architektur, Malerei und Skulptur war dieser Stil geprägt durch eine reichhaltige Symbolik. Er war reich an Verzierungen und zeigte fantasievolle Lösungen.

Basilika
Basilika bezeichnet in der Architektur einen mehrschiffigen Tempel ( unabhängig von ihrer kanonischen Funktion), in denen das Hauptschiff höher ist als die Seitenschiffe. Im Hauptschiff und über den Dächern der Seitenschiffe befinden sich Fenster.

bel ètage
Die Beletage – französisch ­bel ­étage, ist das schöne Geschoss, das bevorzugte Geschoss (in der Regel das erste Obergeschoss) eines adligen oder großbürgerlichen Wohnhauses.

Brückenkopf
Der äußerste Stützpfeiler einer Brücke oder einer Überführung, der oft im Boden versteckt ist.

Bündelpfeiler
Bündelpfeiler ist in den Kirchenbauten der Romanik oder Gotik ein schmales vertikales Element das in Innenwand oder Pfeiler integriert ist. Er hat eine statische, konstruktive aber auch dekorative Funktion. Mehrere zusammengelegte Dienste bilden einen Bündelpfeiler.

Dachreiter
Ein Dachreiter ist ein auf dem Dachfirst aufsitzendes hölzernes Türmchen, wo sich die kleinste Glocke der Kirche befindet.

Dekagon
Das Dekagon (auch Zehneck) ist ein beliebiges Polygon (Vieleck) mit zehn Seiten und zehn Ecken.

Dorische Ordnung
Die dorische Ordnung ist wahrscheinlich die älteste architektonische Ordnung und hat sich im 7. Jahrhundert vor Christus in Griechenland entwickelt. Die Merkmale der dorischen Ordnung sind:

• kein Sockel (Basis)
• Säulen mit meist 20 Kanneluren, deren Höhe etwa 8 Säulendurchmesser betragen
• schlichtes Kapitel

Eierstab
Der Eierstab ist eine seit der Antike verwendete konvexe Zierleiste in der Gestalt eines Viertelstabes, bei der senkrecht stehende ovale und pfeilspitzartige Reliefformen sich abwechseln. Seine obere und untere Begrenzung bildet oft ein Perlstab bzw. eine Perlschnur.

Fiale
Die Fiale ist ein fein gliederter türmchenartiger Aufsatz an gotischen Bauteilen.

Gesims
Das Gesims ist ein architektonisches Element, in der Regel in Form einer profilierten horizontalen Leiste, das aus einer Wand hervorragt. Außerdem schützt es die Fassade des Gebäudes vor Regenwassertropfen. Zusätzlich kann das Gesims als Gestaltungselement der Wandflächen und Fassaden dienen.

Gewölbe
Die Gewölbe ist eine bogenförmige architektonische Konstruktion, die von oben den Innenraum eines Baus schließt

Giebel
Der Giebel ist die obere abschließende Wandfläche eines Gebäudes im Bereich des Daches.

Gotik
Gotik ist der Stil in der Architektur und Kunst, der während des reifen und späten Mittelalters im christlichen Europa präsent war. Die Gotik wurde von der Renaissance abgelöst.

Historismus
Historismus ist eine nicht schöpferische Strömung des 19. Jahrhunderts in der Architektur und Baukunst in Anlehnung an Stile der vergangenen Epochen. Stilistische Unterarten sind u. a. die Neoromanik, Neogotik, Neorenaissance und der Neobarock.

Ionische Ordnung
Die ionische Ordnung ist im 6. Jahrhundert vor Christus in den griechischen Kolonien Kleinasiens entstanden. Die Merkmale der ionischen Ordnung sind:

• Ein prächtig entwickelter kreisförmiger Sockel (Basis)
• Säulen mit meist 24 Kanneluren, deren Höhe etwa 9 Säulendurchmesser betragen
• Voluten am Kapitel (lat. ­volutum – “das Gerollte”)
• Wie in allen anderen Ordnungen verjüngen sich die Säulen nach oben

Joch
Das Joch bezeichnet den Gewölbeabschnitt eines Kirchenschiffes zwischen zwei Pfeilern oder Säulen.

Jugendstil
Der Jugendstil ist eine Stilepoche, die nach 1896 als bewussten Gegensatz zum Historismus in der Architektur und Kunst entstanden ist. Typisch für den Jugendstil waren geschwungene, wellige Linien, florale, abstrakte und geometrische Ornamente, Tiermotive und dekorative Flächen in zarten Pastellfarben.

Kanneluren
Kanneluren sind flache, konkave vertikale Rillen die in gesamter Höhe auf der Schaftoberfläche einer Säule oder eines Pilasters verlaufen.

Kapitell
Das Kapitell ist der höchste, krönende Teil einer Säule oder eines Pilasters. Es ist das unmittelbare konstruktive Verbindungsteil zwischen dem Säulenschaft und dem Gebälk. Aufgrund seiner Lage hat es auch eine dekorative Funktion.

Kirchenschiff
Das Kirchenschiff ist ein Bestandteil der Kirche. Es bezeichnet den Längsraum, der sich zwischen Altarraum und Vorraum befindet, und für die Gläubigen vorgesehen ist. Eine Kirche kann aus einem, zwei, drei, fünf oder sieben Schiffen bestehen. Die Schiffe sind in der Regel durch eine Reihe von Säulen, Pfeilern, Stützen oder Arkaden getrennt.

Klassizismus
Der Klassizismus ist in der Architektur ein Stil, der sich an den architektonischen Formen des antiken Roms und Griechenlands orientiert. Er hat sich um 1750 in der Architektur entwickelt als Reaktion auf die Pracht des Barock und des Rokoko und wurde etwa bis 1850 angewandt.

Konche
Die Konche – in der Architektur eine halbkreisförmige Wölbung über einer Wandnische in Form eines Halbdoms.

Korinthische Ordnung
Die korinthische Ordnung hat sich im 4. Jahrhundert v. Chr. in Griechenland entwickelt. Sie wird wie die ionische Ordnung bestimmt durch:

• eine Basisein Kapitell in Form eines tiefen Korbes mit drei Kränzen aus Akanthusblättern
• eine kannelierte Säule
• Die Säulenhöhe beträgt etwa 10 Säulendurchmesser

Kuppel

Die Kuppel ist eine halbkugelförmige, auf einem Tambour basierende Wölbung. Die Kuppel kann auch schüsselförmig, zwiebelförmig, spitzbogenförmig oder halbelliptisch sein.

Kymation
Der Kymation ist ein kontinuierliches, geschnitztes oder bemaltes pflanzliches Ornament, das auf einer Leiste platziert ist.

Langhaus
Das Langhaus ist in der Regel der von West nach Ost gerichtete Hauptteil einer Kirche. Es kann auch aus einem Hauptschiff und mehreren Seitenschiffen bestehen.

Maßwerk
Das Maswerk in der Gotik ist eine geometrisch konstruierte Steinfüllung in den Bogenwinkeln von Fenstern, Leuchtkąsten, Rosetten usw. Es wird auch zur Dekoration von Wänden angebracht. Die Maßwerke können verschiedene Formen haben wie: Fischblasen und flammenähnlichen Gebilde.

Majolika
Eine Majolika bezeichnet eine farbintensive Keramik, die mit einer undurchsichtigen Glasur aus Blei und Zinn beschichtet ist.

Ostung
Die Ostung, auch Orientierung, bezeichnet in der Sakralarchitekur die Ausrichtung eines Kirchengebäudes mit dem Presbyterium nach Osten.

Palmette
Die Palmette ist ein dekoratives Motiv in Form stilisierter Palmenblättern, die fächerförmig angeordnet sind.

Pendant
Das Pendant ist ein Gegenstück, eine Ergänzung oder Entsprechung.

Pilaster
Der Pilaster ist eine lokale Verdickung der Wand in Form einer flachen Säule. Der Pilaster dient der Wandgliederung, kann aber auch eine tragende statische Funktion haben.

Portal
Das Portal bezeichnet dekorative Türen in Kirchen, Palästen, Rathäusern und in wohlhabenden Häusern.

Portikus
Der Portikus ist eine Säulenhalle oder ein Säulengang mit geradem Gebälk als Vorbau an der Haupteingangsseite eines Gebäudes.

Presbyterium
Das Presbyterium ist der Teil des östlich orientierten Kirchengebäudes, der den Hauptaltar beherbergt.

Profanbau
Der Profanbau ist das Gegenstück zum Sakralbau. Zu den Profanbauten zählen Museen, Paläste, Bibliotheken, Gerichtsgebäude, Rathäuser, Schulen, Bahnhöfe usw.

Puttenfiguren
Die Putte, ist ein dekoratives Motiv in der Renaissance und im Barock, der einen kleinen, beflügelten nackten Jungen darstellt und einen Bezug zur antiken Gottheit Eros herstellt.

Renaissance
Renaissance war eine Periode in der Geschichte der europäischen Kultur des 16. Jahrhunderts und wurde oft als „Wiedergeburt der Künste und Wissenschaften“ bezeichnet, die sich in Italien entwickelt hat. Neben vielen Sakralbauten wurden immer mehr Profanobjekte wie Paläste, Herrenhäuser und öffentliche Gebäude gebaut.

Risalit
Der Risalit ist ein Vorsprung aus der Fluchtlinie eines Baukörpers. Er zieht sich meist über die ganze Höhe hin und dient als Mittel zur Fassadengliederung.

Rokoko
Das Rokoko ist eine Stilrichtung, die vor allem im Innenausbau, in der Ornamentik und der Malerei der europäischen Kunst zwischen 1720 und 1790 präsent war. Es wird als Endphase des Barock betrachtet. Rokoko steht für Leichtigkeit, für flüssige Formen und Asymmetrie.

Romanik
Die Romanik ist ein Stil in der Architektur, der zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert in allen christlichen Ländern Europas vorherrschend war. Romanische Bauten wurden gedrungen aus Stein errichtet. Die charakteristischen Merkmale der Romanik sind. Schmale Bogenfenster und Rundbogenportale.

Saalbau
Ein Saalbau, oder auch eine Saalkirche, ist ein Kirchengebäude, dessen Innenraum nicht durch freistehende Stützen unterteilt ist.

Strebepfeiler
Der Strebepfeiler ist Teil des Strebewerks. Er bildet eine pfeilerartige Verstärkung der Wände einer mittelalteriche Kirche, Klosteranlage, Burg oder eines profanen Gebäudes.

Strebewerk
Das Strebewerk ist eine in der Gotik entwickelte Art der Konstruktion, die die Ausführung von Bögen mit großer Spannweite und Höhe erlaubt. Das System besteht aus den Strebebögen und Strebepfeilern.

Toskanische Ordnung
Unter toskanischer Ordnung versteht man eine klassische Anordnung in der Architektur. Sie hat sich in Italien aus der dorischen Ordnung entwickelt. Die Hauptunterschiede sind: die Säulen sind glatt, ohne Kannelüren, und es gibt einen Sockel (Basis) unterhalb der Säule.

Treppenwange
Bei Treppenwangen handelt es sich um die tragenden Seitenflächen einer Treppe.

Tympanon
Ein Tympanon ist eine dreieckige Fläche innerhalb von Portalen. Es kann schlicht ausfallen oder mit einem Relief gefüllt sein. Das Tympanon ist wesentliches Merkmal der monumentalen Gebäude im ­antiken Griechenland und Rom.

Volute
Die Volute (Schnecke), gehört zu den architektonischen und dekorativen Motiven in Form einer Spirale oder Rolle. Man findet sie in den Säulenkapiteln in der griechischen und römischen Architektur (in der ionischen, korinthischen und Kompositen Ordnung.

Quellen

www.motzbuch.de/sagenaltberlin.html
de.wikipedia.org
www.berliner-stadtplan.com
www.berliner-untergrundbahn.de
www.u-bahn-archiv.de
baugeschichte.a.tu-berlin.de
www.luise-berlin.de
www.klosterruine-berlin.de
berlingeschichte.de
www.diegeschichteberlins.de
www.ghb-online.de
www.in-berlin-brandenburg.com
www.tagesspiegel.de/berlin/ganz-altes-europa-wo-schon-napoleon-speiste/392724.html
zurletzteninstanz.com
www.stadtentwicklung.berlin.de
www.kulturprojekte-berlin.de
www.tagesspiegel.de/berlin/gastbeitrag-zur-stadtentwicklung-hochstapler-in-alt-berlin/9543002.html
www.welt.de/print-wams/article107040/Das-Kaufhaus-Gebr-Tietz.html
www.stadtbild-deutschland.org
www.knoblauchhaus.de
www.berlin.de
www.stadtmuseum.de
www.kunsch-metallbau.de/referenzen
www.berliner-kurier.de
www.val-anhalt.de
www.info-germany.de
www.gerichtslaube.de
www.berlinreise.org
www.tagesspiegel.de/berlin/berlins-kuerzeste-strasse-im-nikolaiviertel-zu-kurz-gekommen/8755196.html
www.gugelgiesser.de
berlin-nikolaiviertel.com
www.zur-rippe.de

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