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Alt Berlin – Klosterviertel – Nikolaiviertel  – Architektur und Geschichte

Teil 1 – Klosterviertel

10179 Berlin – Mitte

Berlin – Mitte

Ankunft: U-Bahnhof Klosterstraße

Zielgruppe

Der Spaziergang ist vor allem gedacht für blinde und sehbehinderte Personen, die Interesse an Architektur, Kunst und Geschichte haben.

Für Rollstuhhlfahrer ist der Saziergang nicht geeignet.

Strecke

Der knapp 3,5 Kilometer lange Spaziergang, der am U-Bahnhof Klosterstraße anfängt, führt über Klosterstraße, Weisenstraße, Rolandufer, Spreeufer, Propststraße, Poststraße, den Nikolaikirchplatz und Eiergasse und endet am U-Bahnhof Klosterstraße.

Thema

Es wird erzählt über die Geschichte und Architektur von den zwei ältesten Berliner Vierteln, dem Klosterviertel und dem Nikolaiviertel.

Konzept

Um sich von der Umgebung und den Objekten ein besseres Bild machen zu können, hat die Strecke den Charakter eines Spaziergangs. Dabei werden die Objekte oft umlaufen, um ein Gefühl für die Größe der Bauwerke zu bekommen. Es werden mehrere Sitzgelegenheiten vorgeschlagen. Es werden nur Gebäude und Museen, bei denen kein Eintritt zu bezahlen ist, beschrieben.

Anmerkung für die Planung des Spaziergangs:

Die Franziskanerkirchenruine ist innen nur in der Zeit Mitte April bis Anfang November von 12:00 bis 18:00 Uhr zugänglich.

Begriffe

Um einige architektonische Begriffe leichter verständlich zu machen, haben wir ein Verzeichnis der wichtigsten Begriffe mit Erklärungen erstellt und ans Ende der Beschreibungen gesetzt.

Verkehrsverbindungen:

Symbolbild U-Bahn
U2 Pankow – Ruhleben, Bahnhof Klosterstraße

Symbolbild U-Bahn
U2 Richtung Pankow, U-Bahnhof Klosterstraße

In Richtung Pankow fahrend nehmen Sie bitte den ersten Wagen.
Nach dem Ausstieg drei Meter bis zu einer Reihe von Stahlstützen, die den ganzen Bahnsteig entlang verläuft, vorgehen und 90 Grad links. Dann zwölf Meter geradeaus die Stahlstützenreihe rechter Hand entlang und hinter der fünften Stütze 90 Grad rechts. Hier drei Meter bis zu einer Bank vorgehen. Eine Sitzgelegenheit.

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Symbolbild U-Bahn
U2 Richtung Ruhleben, U-Bahnhof Klosterstraße

In Richtung Ruhleben fahrend nehmen Sie bitte den letzten Wagen.
Nach dem Ausstieg acht Meter bis zu einer Reihe von Stahlstützen, die ganzen Bahnsteig entlang verläuft, vorgehen und 90 Grad rechts. Dann zwölf Meter geradeaus die Stahlstützenreihe linker Hand entlang und hinter der fünften Stütze 90 Grad rechts. Hier zwei Meter bis zur eine Bank vorgehen. Eine Sitzgelegenheit.

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START!

Standort: U-Bahnhof Klosterstraße

Alt Berlin

Berlin entstand als Stadt aus der Vereinigung der zwei benachbarten Fischerdörfer Cölln und Alt-Berlin im Jahr 1307. Cölln, das auf der Spreeinsel (der heutigen Fischerinsel) lag, wurde 1237 urkundlich erwähnt, Berlin am nördlichen Ufer der Spree 1244.

Durch Wälle, Palisadenzäune und Gräben schützten sich damals die Städte gegen Feinde. Schon 1250 wurde zwei Meter hohe Feldsteinmauern rund um die Doppelstadt Berlin-Cölln errichtet.Da diese Gebiete zuvor von slawischen Völkern bewohnt waren, kommt der Name “Berlin“ wahrscheinlich aus der slawischen Sprache und bezeichnet eine “trockene Stelle in einem Feuchtgebiet“. Gesichert ist diese Herkunft jedoch nicht.

Im 13. Jahrhundert erfolgte eine Aufteilung Alt-Berlins in vier Viertel.

1. Nikolaiviertel / Molkenmarkt ab 1230
2. Klosterviertel ab 1260
3. Marienviertel ab 1278
4. Heilige-Geist-Viertel ab 1270

Unser Spaziergang führt durch die zwei ältesten Viertel Berlins: das Nikolaiviertel und das Klosterviertel.

Der Spaziergang führt an Objekten vorbei, die aus den verschiedensten Epochen der Architekturgeschichte stammen. Hier chronologisch nach Epochen geordnet:

• Romanik – Die Berliner Stadtmauer
• Gotik – Die Franziskaner Klosterkirche und die Nikolaikirche
• Renaissance – Die Gerichtslaube
• Barock – Die Parochialkirche und das Palais Podewils
• Rokoko – Das Ephraim-Palais
• Klassizismus – Das Knoblauchhaus
• Historismus – Das Kurfürstenhaus
• Jugendstil – Das Gebrüder-Tietz–Haus


Station 1 – Der U-Bahnhof Klosterstraße – nördlicher Ausgang

Geschichte

Die U Bahn Station Klosterstraße wurde nach Plänen von Alfred Grenander errichtet und ging am 1. Juli 1913 in Betrieb.
Der Bahnsteig des in einer Kurve liegenden Bahnhofs hat die Breite von fast zwölf Metern und liegt aufgrund der Spree-Unterfahrung in einer Tiefe von rund sechs Metern unter dem Straßenniveau, was für dieser Zeit sehr beachtlich war.
Geplant wurden hier drei Gleise und zwei Bahnsteige. Das mittlere Gleis sollte die Vorbereitung für eine Linie sein, die über den Alexanderplatz nach Friedrichshain führen sollte. Sie wurde aber nie verwirklicht. Deswegen sieht man im Bahnsteigbelag zwei Reihen aus Granitstein, die in Wirklichkeit die Bahnsteigkanten der zwei Bahnsteige waren.

Das kann man auch noch erkennen an den aus der Mittelachse herausgeschobenen Mittelstützen, die mit Volutenkapitel (Kapitel) gekrönt sind.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war der Bahnhof, der den Krieg gut überstanden hatte, überflutet Am 1. August 1945 wurde der Pendel-Zugverkehr zwischen Klosterstraße und Alexanderplatz wieder aufgenommen. Schon zwei Monate später fuhren die Züge wieder von Pankow bis zum Potsdamer Platz in beiden Richtungen.1986, anlässlich der 750-Jahr -Feier-Berlins, wurde der Bahnhof aufwendig saniert.

Innenarchitektur

Durch die große Tiefenlage des Bahnhofs war der Bau von Zwischengeschossen notwendig geworden. In diesen wurden die nördliche und südliche Vorhalle errichtet.
Wegen der unmittelbaren Nähe zum Alten Stadthaus, das eine Außenstelle des Roten Rathauses ist, wurde vom Architekten Alfred Genender eine “gehobene“ Ausstattung für die Vorhallen geplant. 
Auf der Bahnsteigebene wurden bei der Renovierung im Jahre 1986 zwanzig Emailletafeln an den Wänden angebracht. Sie stammen aus dem Werk Beutha, und zeigen als Werbetafeln die Entwicklung der Fahrzeuge des Berliner Nahverkehrs.

Links ein Treibwagen der Hochbahngesellschaft Berlin Typ AI T4 – Baujahr 1913,  rechts ein Treibwagen der Hochbahngesellschaft Berlin Typ AI T4 – Baujahr 1913.

Wegbeschreibung innerhalb des U-Bahnhofs zum Wagen Nummer 12

Von der Bank aufstehend drei Meter vor die Stützenreihe vorbei und 90 Grad links. Jetzt etwa 20 Meter geradeaus die Stützenreihe linker Hand entlang bis zum Treppenansatz gehen. Hier 90 Grad links, zwei Meter vor und 90 Grad rechts.
Standort: nördliches Ende des Bahnsteigs. Vor dem Wagen Nummer 12.

Wagen Nummer 12

Am nördlichen Ende des Bahnsteigs, zwischen den Treppenaufgängen ist ein alter Zug Typ AI-S der Schöneberger Untergrundbahn ausgestellt. Der Typ AI ist praktisch der Urvater aller Fahrzeuge der Berliner U-Bahn und wurde ab 1910 hergestellt. 

Zunächst waren die Wagenkästen in Holz, ab 1924 dann in Stahlkonstruktion gefertigt. Sie konnten eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h erreichen. Der hier ausgestellte Wagen bediente die U-Bahn Linie 12.

Wegbeschreibung innerhalb des U-Bahnhofs

Hier 90 Grad rechts und sechs Meter vor die erste Stufe linker Hand entlang bis zur einem Metallgeländer gehen und 90 Grad links.  Es folgt die Treppe aufwärts, zehn Stufen, Absatz und neun Stufen. Die erste und die letzte Stufe sind kontrastreich markiert. Handlauf rechts.  Oben angekommen befindet man sich im Zwischengeschoss des Ausgangs zur Klosterstraße.
Jetzt zwölf Meter die Wand rechter Hand entlang bis zur Ecke gehen und 90 Grad links. Von hier drei Meter der Wand rechts bis zur nächsten Ecke folgen und 90 Grad rechts.

Keramiktafel
An der gegenüber liegenden Wand ist eine Keramiktafel angebracht mit der Inschrift:

BABYLONISCHE PALMEN
Farbige Dekoration nach dem Vorbild babylonischer Wandgestaltung im Palast König Nebukadnezars II. Von Babylon (604-562 v. Christus.)

Dekorative Ausstattung des am 1. Juli eröffneten U-Bahnhofs Klosterstraße, entworfen vom schwedischen Architekten Alfred Grenander.
Die historischen Wandfliesen (Majolika aus Cadinen) haben sich nur im Südzugang erhalten.
Die Rekonstruktion nach den Ergebnissen der deutschen Ausgrabungen in Babylon
befindet sich seit 1930 im Vorderasiatischen Museum, Pergamonmuseum.
Der Firmensitz des großen Förderers der Berliner Museen James Simon, der auch die Ausgrabungen in Babylon nachhaltig unterstützt hat (Vorderasiatisches Museum), befand sich in der Klosterstraße 80-82.

Bilder

Ebenfalls befinden sich dort zwei Bilder:

Links eine alte Aufnahme des Franziskaner Klosterkirche aus dem ersten Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts,  rechts ein Bild, das die Klosterstraße mit ihrer alten Bebauung in Richtung der Parochialkirche zeigt.

Gestaltung der Wandflächen und der Deckenflächen

Die Wandflächen sind mit acht Zentimeter hohen und 33 Zentimeter langen gelben Fliesen verkleidet. In regelmäßigen Abständen befinden sich pilasterartige Flächen, die etwa einen Zentimeter vorstehen und 50 Zentimeter breit sind. Sie sind mit Kobaltfarbigen Fliesen versehen.Zwischen den Pilastern wiederholt sich ein Motiv aus blauen und gelben Fliesen, das eine Nachbildung der Babylonischen Prozessionsstraße im Pergamonmuseum ist.
Auf weiteren Teilen sind die beiden Wände in vier gleiche Flächen geteilt, die mit schmalen Pilastern umfasst sind. Die Bekachelung dieser Flächen zeigt babylonische Palmen auf einem kobaltfarbigen Hintergrund. Die Pilaster sind in gelb gehalten.

Auch die Kassettendecke ist ebenfalls mit keramischen Formfliesen beschmückt. Die kugelförmigen Deckenlampen sind mit blumenartigen Ornamenten umfasst.

Wegbeschreibung zur Station 2 – Das Franziskaner Kloster und die Kirchenruine

Nun etwa 16 Meter der Wand rechter Hand entlang gehen. Nach etwa 13 Meter befindet sich ein Abfallbehälter im Laufweg.
Am Ende der Strecke springt die Wand um 50 Zentimeter vor. Dann vier Meter weiter vor bis zur Treppe aufwärts. Es folgt die Treppe mit elf Stufen, Absatz und elf Stufen. Oben angekommen drei Meter über den Gitterrost vor.
Standort: Klosterstraße. Rechts gegenüber steht die Klosterruine – Franziskaner Klosterkirche.
Jetzt 90 Grad rechts und drei Meter bis zur nicht abgesenkten Bordsteinkante. Es folgt die Überquerung der Klosterstraße auf sieben Metern ohne Ampelanlage oder Zebrastreifen. Der Autoverkehr kommt von beiden Seiten ist aber gering. Bitte den Verkehrsfluss beachten. Auf der Gegenüberliegenden Seite stehen auf dem Gehweg eventuell parkende Autos. Danach zehn Meter geradeaus auf Gehwegplatten ohne Orientierungsmöglichkeit bis zum Regenabflussgitter oder zur dahinter liegenden Rasenbordsteinkante gehen. Jetzt 90 Grad links und nun etwa 16 Meter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung am rechten Regenabflussgitter bis zu einer Treppe abwärts rechter Hand gehen. Hier 90 Grad rechts. und die Treppe mit elf Stufen, mit Orientierung an der Backsteinmauer rechts, abwärts gehen.
Jetzt 90 Grad links und acht Meter geradeaus auf dem Backsteinpflaster die Treppe links entlang gehen. Nun 90 Grad rechts und acht Meter vor bis zur Stufe aufwärts vor dem Eingangspodest.
Standort: Klosterstraße 73, direkt vor dem Eingang zur Klosterruine – Franziskaner Klosterkirche.

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Station 2 – Das Franziskaner Kloster und die Kirchenruine

Kirche

Wie in allen Kirchen des Mittelalters ist in der Franziskanerklosterkirche das Presbyterium nach Osten und der Haupteingang nach Westen platziert. Das heißt Ostung oder Orientierung.Man geht also immer in die Kirche von Westen hinein.
Das typisch gotische Hauptportal der Kirche hat eine Reihe von immer größer werdenden Arkaden mit lanzettförmigen Bögen.
In der Ruine sind in ganzer Höhe nur die Wände im Westen, Norden und Osten erhalten geblieben. Die südlichen Wände und das Dach existieren nicht mehr. Anstelle der massiven Tür ist heute ein Gittertor eingebaut das zu Öffnungszeiten immer offen steht.

Öffnungszeiten

Die Franziskanerkirchenruine ist innen nur in der Zeit von Mitte April bis Anfang November, und zwar von Dienstag bis Sonntag zwischen 12:00 Uhr und 18:00 Uhr eintrittfrei zugänglich.

Wegbeschreibung in die Kirche

Jetzt über das Podest zwei Meter vor und durch die Portalöffnung weitere vier Meter in die Kirche eintreten.

Flächenteilung

Vorne erstreckt sich das Hauptschiff der Kirche mit dem Presbyterium am östlichen Ende. Links entlang des Hauptschiffs befindet sich das nördliche Seitenschiff. Es ist über vier Arkaden zugänglich. Von den südlichen Arkaden sind nur die Sockel geblieben. Die beiden Seitenschiffe liegen einen Meter höher als Hauptschiff und sind über sechs Stufen zu erreichen. Die ganze Fußbodenfläche ist mit Backsteinziegeln belegt. Auch die Wände sind aus Backsteinziegeln.Die Ruine bietet im Haupt- und Südschiff viel freie Fläche. Temporär finden hier Ausstellungen moderner Skulpturen statt. Daher es ist möglich, dass manchmal Exponate im Wege stehen.

Weitere Wegbeschreibung

Jetzt 90 Grad links, drei Meter bis zu einem Regenabflussgitter vorgehen und 90 Grad rechts. Dann sieben Meter geradeaus mit Orientierung am Regenabflussgitter links und 90 Grad links. Nun drei Meter an den gotischen Säulen linker Hand vorbei gehen bis zur aufwärts führenden Treppe.

Gotische Säule

Hier hat man die Möglichkeit, die Gliederung einer gotischen Säule zu ertasten. Die Kapitelle der Säulen sind mit gotischen Ornamenten wie Eichenblättern, beschmückt.

Weitere Wegbeschreibung
Dann sechs Stufen aufwärts mit Orientierung an der Wand links und einen Meter vor bis hinter das Regenabflussgitter.
Standort: Vor der nördlichen Wand der Kirche.

Nördliche Seitenschiff
Franziskaner Klosterkirche, nördliche Seitenschiff
An dieser Wand, die aus Feldsteinen gebaut wurde, sind alte Grabplatten ausgestellt.

Weiterführende Wegbeschreibung

Hier 90 Grad rechts und etwa 15 Meter geradeaus mit Orientierung am Regenabflussgitter rechter Hand an den zwei Säulen vorbei, und hinter der zweiten Säule 90 Grad rechts. Danach einen Meter vor bis zur Treppe und sechs Stufen mit Orientierung an der Wand und der Säule rechts, abwärts gehen.
Jetzt vier Meter vor und 90 Grad links. Von hier drei Meter bis zum Treppenansatz zum Presbyterium.
Nun eine Stufe von drei Zentimetern und zwei weitere Stufen mit zehn Zentimetern Höhe aufwärts gehen.
Standort: Hier fängt das Presbyterium an.
Danach etwa 14 Meter der Wand linker Hand folgen. Nun im Uhrzeigersinn auf etwa 15 Metern an den sieben Seiten des Presbyteriums entlang gehen.

Presbyterium

Die Apsis, die das Presbyterium abschließt, ist auf dem Grundriss von sieben Teilen eines Dekagon angelegt.
In der ersten und siebten Seite der Apsis befindet sich jeweils ein zweieinhalb Meter hohes Portal, hinter dem die Treppe abwärts zur Gruft führt.

In den fünf mittleren Wänden ist jeweils eine Nische, in der Maßwerke mit drei schmalen lanzettförmigen Teilen stehen. Jede Nische ist mit einer kleinen Fensterbank versehen, die sich in 30 Zentimeter Höhe befindet.
Diese Formen nehmen die schlanken gotischen Fenster wieder auf, die sich weiter oben in den Wänden des Presbyterium in etwa fünf Meter Höhe befinden und bis zur Wandbekrönung verlaufen.

Weitere Wegbeschreibung

Nach der siebten Seite des Dekagons der Apsis etwa 14 Meter bis Wandecke linker Hand folgen. Nun zwei Meter vor gehen und zwei Stufen abwärts. Danach zehn Meter geradeaus mit Orientierung am Regenabflussgitter linker Hand gehen, 90 Grad links und zwei Meter vor bis zu einer Sitzbank.  Eine Sitzgelegenheit.
Auf der Sitzbank sitzend mit Blickrichtung zum nördlichen Seitenschiff ist in Ihrem Rücken auf der südlichen Seite der Ruine das nicht mehr existierende Seitenschiff der Kirche, das über den sechs Stufen in der ganzen Länge zugänglich ist.

Südliche Seitenschiff

Die Arkaden an der südlichen Seite gibt es nicht mehr. Als Überreste von den Arkaden und Wänden sind an dieser Kirchenseite nur drei Säulensockel verblieben.

Die Säulensockel wurden auf dem Grundriss eines Achtorts errichtet. Ein Achtort ist ein Begriff aus der Gotik und bezeichnet eine besondere, aus Kreis und Quadraten gebildete, geometrische Figur mit acht Ecken. Anstelle der südlichen Außenwand wurde ein schlichter, ein Meter hoher Zaun aus senkrechten Metallstäben als Abgrenzung errichtet.

Geschichte der Franziskaner

Die von Franz von Assisi ins Leben gerufene Brüderschaft wurde 1209 durch Papst Innozenz III. als Orden anerkannt. Wegen ihrer grauen Kutten wurden die Franziskaner auch “Graue Brüder“ genannt. Die ersten Franziskaner kamen nach Deutschland im Jahr 1221. Die Gründung des Berliner Konvents hat 1249 stattgefunden. Die erste Niederlassung des Ordens befand sich in der Spandauer Straße.

Mit dem 1. Kirchenbau hat man hier 1250 angefangen. Bis 1265 wurde der Saalbau aus Feldsteinen errichtet. Die Räumlichkeiten des Klosters grenzten direkt an den markgräflichen Hof in der Klosterstraße. 1271 haben die Markgrafen Otto V. und Albrecht III. den Kirchenplatz zu ewigem Besitz dem Franziskanerorden geschenkt. Zum Geschenk gehörte auch eine Ziegelei. Später, im Jahr 1280 wurde der 2. Kirchenbau durchgeführt. Dabei wurde die Nordwand des Saalbaus mit einbezogen. Eine dreischiffige Basilika in Backsteinmauerwerk wurde erbaut. Gleichzeitig entstanden die Klostergebäude zwischen der heutigen Klosterstraße, Grunerstraße und Littenstraße.Die Kirche diente als Begräbnisstätte für zahlreiche brandenburgische Markgrafen.

Im Zuge der Reformation und nachdem der letzte Bewohner des Klosters 1551 gestorben war, wurde das Kloster aufgelöst und als Kornlager genutzt.
Danach wurde ein Teil der Klostergebäude, zu einem Schulgebäude umgebaut. Im Jahr 1574 entstand auf Wunsch des Kurfürsten Johann Georg das Gymnasium Zum Grauen Kloster. Die weiteren Teile der klösterlichen Gemäuer haben dem Alchimisten und kurfürstlichen Leibarzt Leonhard Thurnheißer vom Thurm als Laboratorium gedient. Er errichtete dort auch die erste Druckerei Berlins.
Um 1770 wurde die Schule um ein neues Gebäude links neben der Franziskaner Klosterkirche erweitert. Eine zweite Erweiterung hat 1990 stattgefunden.

Das „Gymnasium zum Grauen Kloster“ hat sich im 19. Jahrhundert zur ersten bürgerlichen Bildungsanstalt Berlins entwickelt. Mehrere bekannte Personen aus der deutschen Geschichte wie Karl Friedrich Schinkel, Fürst Otto von Bismarck und Erich Rathenau, haben diese Schule absolviert. Der bekannteste Leiter der Schule war der Kirchenliederdichter Michael Schirmer.

Im zweiten Weltkrieg erlitten die Kirche und die Gebäude des ehemaligen Klosters schwere Schäden. Zwischen 1959 – 1961 wurden die Klosterruinen vollständig abgeräumt, die Klosterkirchenruine wurde gesichert. Das Gymnasium wurde 1963 nach Schmargendorf verlegt. Nach der Wiedervereinigung, im Jahre 2003-2004 wurde die Ruine restauriert und heute dient sie als Kulisse für verschiedene Ausstellungen, Theateraufführungen und Konzerte.

Architektur

Die 55 Meter lange und 25 Meter breite, dreischiffige Basilika mit vier kreuzgewölbten Jochen gilt als ältester reiner Backsteinbau Berlins. Die Reste der Vorgängerbauten aus Feldstein sind heute in der nördlichen Mauer der Ruine erhalten.
Das einschiffige Chorhaus mit zwei kreuzgewölbten Jochen, das sich an das Langhaus anschloss, wurde von der östlichen Seite mit einer Apsis abgeschlossen. Die Apsis war gebildet aus den sieben Seiten eines Zehnecks. In der Apsis befanden sich dreiteilige Fenster mit feinem Maßwerk.
Der Eingang, der aus einem spitzen gotischen Portal bestand, wurde, wie bei Kirchbauten üblich, in der Westseite platziert. Über dem Portal befand sich ebenfalls ein hohes, schlankes Maßwerkfenster. Wie alle Franziskaner-Kirchen, wurde auch diese Kirche nach den Regeln des Franziskanerordens, der auch Bettelorden genannt wurde, ohne Turm gebaut. Nur ein Dachreiter krönte das Dach. Die beiden in den Jahren 1842-1845 am Westgiebel angebauten barocken Türme sowie ein Arkadengang, wurden im 20. Jahrhundert wieder abgebaut.
In der Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche bei einem Luftangriff zerstört und ist heute nur als Ruine zu betrachten. 

Die erhaltenen Langhauswände wurden in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts restauriert und abgesichert. Die Giebelwand der Nordseite und die Apsis mit den Maßwerkfenstern, sind fast in ganzer Höhe zu sehen. Unterhalb der Maßwerkfenster befinden sich dreiteilige Spitzbogennischen. Die Innenwand zwischen den nördlichen und mittleren Schiffen, mit dem gebündelten Pfeiler und hohen spitzbogigen Arkaden sind ebenfalls erhalten. Der Fußboden der Seitenschiffe ist im Verhältnis zum Mittelschiff um etwa 80 Zentimeter höher angelegt.

Die Franziskaner Klosterkirche gilt als das schönste und älteste gotische Bauwerk Berlins und steht unter Denkmalschutz.

Wegbeschreibung aus der Kirche

Jetzt von der Bank aufstehen, 90 Grad links und zwei Meter bis zum Säulensockel linker Hand vorgehen. Den achteckigen Sockel, der mit einer Kappe aus Backsteinen abgedeckt ist, könnte man hier ertasten.
Weiter geht es etwa zehn Meter in die vorherige Laufrichtung mit Orientierung am Regenabflussgitter rechts bis zum Souvenirstand. Hier 90 Grad rechts, und dann vier Meter vor.  Danach 90 Grad links und acht Meter geradeaus bis zur Podestkante und eine Stufe abwärts. Sie haben die Kirche verlassen. Hier 90 Grad rechts, drei Meter vor und 90 Grad rechts.
Standort: Vor der Gedenktafel.

Gedenktafel

An der Frontwand links vom Portal wurde in der Höhe von zwei Metern eine 100 Zentimeter auf 160 Zentimeter große Gedenktafel angebracht mit der Inschrift:

RUINE DER FRANZISKANER-KLOSTERKIRCHE. BEGONNEN UM 1250 ALS FELDSTEINKIRCHE,
RESTE AN DER NORDWAND. DREISCHIFFIGE BASILIKA AUS DEM 13. UND 14. JAHRHUNDERT. 1945 DURCH ANGLO-AMERIKANISCHE BOMBER ZERSTÖRT. 1951 WURDE DIE RUINE GESICHERT.

IN DEN NICHT MEHR VORHANDENEN KLOSTERGEBÄUDEN ERRICHTETE THURNEISSER 1571
DIE ERSTE BERLINER DRUCKEREI. 1574 GRÜNDUNG DES GYMNASIUMS ZUM GRAUEN KLOSTER, DER BEDEUTENDSTEN BILDUNGSSTÄTTE DES BERLINER BÜRGERTUMS.
IM 18. JAHRHUNDERT MITTELPUNKT DER DEUTSCH-RUSSISCHEN-BEZIEHUNGEN. IN DER ZEIT
DER FREIHEITSKRIEGE LEHRTE HIER F. L. JAHN, MITBEGRÜNDER DER DEUTSCHEN TURNBEWEGUNG.

Weitere Wegbeschreibung

Danach 180 Grad wenden, und zwei Meter bis zu einem Backsteinsockel vorgehen. Diesen 180 Grad umgehen.
Standort: Die Vorderseite des Sockels mit der Skulptur.

Auferstehender

Auf einem Sockel, von 50 Zentimeter Breite, 50 Zentimeter Länge und 170 Zentimeter Höhe, befindet sich eine bronzene Skulptur des Bildhauers Fritz Cremer. Unter dem Titel “Auferstehender“ entwindet sich ein Mann einem Kreuz und entledigt sich der Dornenkrone.

Wegbeschreibung zur Station 3 – Die Berliner Stadtmauer

Jetzt letztmalig 180 Grad drehen und fünf Meter geradeaus bis zum Treppenansatz vorgehen, 90 Grad links und etwa 17 Meter mit Orientierung an der unteren Treppenstufe rechts bis zur Backsteinmauer gehen. Hier 90 Grad rechts und elf Stufen mit Orientierung an der Backsteinmauer links aufwärts gehen. Oben angekommen einen Meter vor, 90 Grad links und etwa 25 Meter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung an der Rasenbordsteinkante links bis zum zweiten nach links verlaufenden Gehweg gehen und dort 90 Grad links. Auf dieser Seite befinden sich vier Sitzbänke in unterschiedlichen Abständen, wobei die Rasenkante unterbrochen ist.
Danach etwa 55 Meter geradeaus auf den Gehwegplattenweg mit Orientierung an der Rasenkante rechts bis zur Ecke der Rasenkante gehen. Weitere acht Meter geradeaus ohne Orientierungmöglichkeit bis zur gegenüber quer verlaufenden Rasenkante und 90 Grad rechts in die Waisenstraße einbiegen.  Hier gibt es keinen Autoverkehr.
Von hier etwa 17 Meter der Rasenkante linker Hand bis zum Anfang des Kopfsteinpflasters folgen. Jetzt 45 Grad links und acht Meter geradeaus auf Kopfsteinpflaster mit Orientierung an der Bordsteinkante und einer Reihe von Metallpollern links entlang gehen. Hinter dem fünften Metallpoller 45 Grad rechts und acht Meter geradeaus auf Kopfsteinpflaster den Zufahrtsweg bis zur Bordsteinkante überqueren.  Hinter der Bordsteinkante ist ein Metallpoller links.
Jetzt zehn Meter geradeaus auf Asphalt mit Orientierung an der Asphaltgrenze linker Hand bis zu einer Reihe von Metallpollern links gehen. Hinter dem dritten Metallpoller 90 Grad links und zwei Meter vor bis zur alten Stadtmauer, die aus Feldsteinen besteht, gehen.
Standort: Das erhaltene Fragment der Berliner Stadtmauer in der Waisenstraße.

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Station 3 – Die Berliner Stadtmauer

Geschichte

Die beiden Städte, Berlin und Cölln haben sich im 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts vor äußeren Feinden durch Wälle, Palisadenzäune und Gräben geschützt.
Eine befestigte, bis zu zwei Meter hohe Feldsteinmauer, die beide Städte umringte, wurde erst im Jahre 1250 gebaut.
Die Mauer besaß insgesamt sechs Tore, drei auf der Berliner Seite östlich der Spree, und drei andere auf der Cöllner Seite westlich der Spree.
Die Tore auf der Berliner Seite hießen Spandauer Thor, Oderberger Thor und Stralauer Thor.
Die Tore auf der Cöllner Seite hießen Köpenicker Thor, Gertrauden Thor und Neues Thor.
In der Nähe des noch erhaltenen Fragments der Stadtmauer befand sich das Oderberger Thor.
Im späteren Verlauf wurde die zunächst zwei Meter hohe Stadtmauer mit Ziegeln ausgebessert und auf fünf Meter erhöht. Sie wurde mit Schießscharten, Türmen und in die Mauer eingelassenen Wiekhäusern ergänzt.

Nach 1650 wurde die Berliner Stadtmauer durch eine viel größere Berliner Festungsmauer mit mehreren Bastionen ersetzt.
Die Feldsteine und die dazwischen liegenden Ziegel kann man mit den Händen ertasten. Zwischen den Steinen wachsen kleine Pflanzen.

Heute steht die Berliner Stadtmauer unter Denkmalschutz.

Gedenktafel

Auf einer Gedenktafel, die in einen Meter 40 Höhe an der Stadtmauer angebracht ist, befindet sich in Reliefschrift folgende Inschrift:

Rest der mittelalterlichen Berliner Stadtmauer Errichtet um 1250 – im 14. Jahrhundert ergänzt.
Die Stadtmauer umgab beide Stadtteile Berlin und Cölln.
Die noch vorhandenen Mauerteile wurden durch An- und Um- bauten verändert.
Im 17. Jahrhundert verstärkt durch Bastionen.
Um 1680 zwischen Stralauer Strasse und Klosterkirche durch Häuser ergänzt.
Seit 1924 befindet sich im Hause Waisenstrasse 16 die Gaststätte “Zur letzten Instanz” die 1963 restauriert und erweitert wurde.

Wegbeschreibung zur Station 4 – Zur Letzten Instanz

Jetzt zehn Meter der Stadtmauer linker Hand entlang bis zum Ende folgen und 90 Grad rechts. Dann drei Meter bis auf den Asphalt vor und 90 Grad links. Von hier etwa 25 Meter geradeaus auf Asphalt bis zur Bordsteinkante gehen. Es folgt die Überquerung der vier Meter breiten Waisenstraße auf Kopfsteinpflaster. Keine Ampelanlage vorhanden. Der Autoverkehr ist aber sehr gering und kommt von links. Auf der anderen Seite zwei Meter auf Kopfsteinpflaster weiter bis zum Metallzaun vorgehen und 90 Grad links.
Hinter dem Metallzaun befindet sich der Biergarten, der zur Gaststätte “Zur letzten Instanz” gehört.
Jetzt fünf Meter dem Zaun rechter Hand folgen, 90 Grad rechts und weitere zwei Meter den Zaun rechts entlang, bis zur Backsteinmauer gehen. Jetzt drei Meter der Mauer rechter Hand folgen und 90 Grad links. Von hier zwei Meter bis zur 40 Zentimeter hohen Backsteinmauer vorgehen. Eine Sitzgelegenheit.
Standort: hinter der Gaststätte “Zur letzten Instanz”.

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Station 4 – Das Gasthaus Zur letzten Instanz

Geschichte

Zum ersten Mal wurde das in der heutigen Waisenstraße 14-16 stehende Haus, 1561 urkundlich erwähnt. Sein Rücken bildet gleichzeitig die Berliner Mauer.
Als Trinkstube wurde es erstmalig 1621 genutzt, als ein kurfürstlicher Reitknecht eine Branntweinstube im Erdgeschoss eröffnete.
Im Jahre 1715, als das Glockenspiel in der nahen Parochialkirche installiert wurde, wurde die Stube “Zum Bierstübchen am Glockenspiel” genannt.
Die Nutzung als Trinkstube oder Wirtschaftshof ist über die Jahrhunderte bis heute erhalten geblieben.

Den heutigen Namen “Zur letzten Instanz” hat die Gaststätte 1924 erhalten, nachdem angeblich zwei Bauern im gegenüberstehenden Gerichtsgebäude (Littenstraße) einen unbefriedigenden Rechtstreit geführt haben. Ihren Frieden sollen sie schließlich in der Gaststätte “in der letzten Instanz” geschlossen haben.
Da die Gaststätte sich in den Zwanziger Jahre etablierte, haben auch zahlreiche berühmte Persönlichkeiten wie Henna Porten, Charlie Chaplin, Heinrich Zille, Clara Zetkin, Wilhelm Raabe und Otto Nagel diesen Ort besucht.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus stark beschädigt.
Im Jahre 1961 wurde die Ruine zusammen mit den Nachbarhäusern bis auf die Grundmauern abgetragen.

1963 wurden die drei Häuser in der Waisenstraße 14, 15 und 16 originalgetreu wieder aufgebaut, und als HO-Gaststätte “Zur letzten Instanz” mit acht Hotelzimmern und einer Wohnung für den Wirt wiedereröffnet.

Weiterführende Wegbeschreibung

Jetzt fünf Meter der Mauer linker Hand bis zum Ende des Kopfsteinpflasters folgen und zwei Meter vor, dann 90 Grad rechts.
Dann etwa 30 Meter geradeaus auf Sandboden mit Orientierung an der Rasenkante rechts. Jetzt 90 Grad rechts und etwa 15 Meter geradeaus auf großen Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster und an der Abgrenzungsmauer rechts bis zur Bordsteinkante gehen. Dann 90 Grad rechts in die Waisenstraße einbiegen.
Von hier etwa 30 Meter auf den Gehwegplatten der Fassadenflucht der Waisenstraße folgen, bis zu einer Treppe quer auf den Bürgersteig. Der Bürgersteig ist nur einen Meter breit.
Vor der Treppe 90 Grad links, einen Meter vor, 90 Grad rechts, zwei Meter vor und 90 Grad rechts. Zur Eingangstür führen zwei Stufen.  Erste Stufe 20 Zentimeter hoch, zweite Stufe 17 Zentimeter hoch.
Standort: Waisenstraße 14-16, Eingangstreppe “Zur letzten Instanz”.

Architektur

Die dreigeschossigen schlichten Traufenhäuser waren mit den rückwärtigen Wänden direkt an die Stadtmauer angebaut.

Die klassizistische Fassade des Hauses Nr. 15. ist durch profilierte Fensterumrahmungen und Reliefmedaillons beschmückt.

Als Eingang dient eine im 18. Jahrhundert in Berlin typische Doppeltür, die ursprünglich einen separaten Zugang zu Erdgeschoss und Obergeschoss ermöglichte.

Das Haus steht unter Denkmalschutz.

Merkwürdigkeiten

Zur letzten InstanzGasthaus Zur letzten Instanz, Biergarten

In der Gaststätte soll schon Napoleon Bonaparte vor dem alten Majolika-Kachelofen aus dem 18. Jahrhunderts, am Stammtisch gesessen haben.
“Zur Letzten Instanz” soll auch das Lieblingslokal des früheren französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac sein.

Speisekarte

Die Speisenbeschreibungen auf der Karte spiegeln so manchen vor Gericht ausgetragenen Nachbarschaftsstreit wider. Da gibt es:

• Berliner Bulette als “Verhandlungspause”
• gebratene Kalbsleber wird als “Kreuzverhör”
• Kabeljaufilet als “Justizirrtu” bezeichnet
• Lammwürstchen als “Anwaltfrühstück”
• Eisbeinsülze als “Gerichtsschreiber-Sülze”
• Krebssuppe als “Beleidigungs-Klage”
• Paprikaroulade als “Sühneversuch”
• Eisbein als “Zeugen-Aussage”
• Grillhaxe als “Einstweilige Verfügung”
• Weißkohlroulade als “Beweismittel”

Wegbeschreibung zur Station 5 – Das Palais Podewils

Vor der Gasthaustreppe stehend 90 Grad links, dann an der Treppe rechter Hand vorbei gehen und sieben Meter bis zur Hausecke. Dort 90 Grad links. Es folgt die Überquerung der Waisenstraße für sechs Meter auf Kopfsteinpflaster. Der Autoverkehr kommt von rechts, ist aber gering.
Nach der Überquerungweiter etwa 70 Meter geradeaus auf großen Granitplatten mit Orientierung rechts am Mosaikpflaster die Parochialstraße bis zur Ecke der Klosterstraße entlang gehen bis das Mosaikpflaster endet.
Standort: Parochialstraße Ecke Klosterstraße.
Jetzt 90 Grad rechts und elf Meter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts bis zum Treppenansatz gehen.
Standort: Klosterstraße 68, Eingangstreppe zum Palais Podewils.
Jetzt drei Stufen, zwei Meter Absatz und weitere drei Stufen mit Orientierung am Handlauf rechts bis zum Eingangspodest aufwärts gehen. Einen Meter vor, zwei Meter rechts befindet sich die Eingangstür zum Palais. Jetzt 90 Grad links und einen Meter bis zum Podestgeländer vorgehen.

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Station 5 – Das Palais Podewils

Geschichte

An der Stelle, wo sich heute das Palais Podewil befindet existierten früher zwei Vorgängebauten.

Ein Lehmfachwerkhaus aus dem Jahre 1300, das später ausbrannte, und sein Nachfolger, ein massives zweigeschossiges Bürgerhaus aus dem Jahr 1550, das Anfang des 18. Jahrhunderts abgerissen wurde.

Auf dem Grundstück, das sich – für einen mittelalterlichen Stadtkern ganz untypisch – bis zur Stadtmauer erstreckte, wurde 1701 bis 1704 vom Architekten Jean de Bodt das Palais erbaut. Auftraggeber war der Hofrat Caspar Rademacher.
Der Namensgeber des Palais Podewils war sein zweiter Besitzer, Graf Heinrich Podewils, der nach dem Tode Rademachers das Palais für 12.000 Taler erwarb.
Das Palais wechselte mehrmals seine privaten Besitzer, bevor 1874 der Magistrat von Berlin das Palais für 215.000 Taler erwarb.
Im Erdgeschoss wurde die Städtische Sparkasse untergebracht; ein Jahr später wurde das Märkische Provinzialmuseum eröffnet. Nach vier Jahren musste das Museum seinen Platz für die Verwaltung der Städtischen Gas-, Wasser- und Kanalisationswerke räumen. Im Laufe der Jahre hatten dann in dem Palais weitere Einrichtungen wie Städtische Sparkasse, die Städtischen Wasserwerke, die Stadtreinigung und das Militärbüro des Magistrats ihren Sitz. Ab 1939 zog ins Palais Podewil der Bezirksbürgermeister ein.
Infolge der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg brannte das Palais 1944aus. 1954, nach einem einfachen Wiederaufbau wurde das Gebäude als Jugendklubhaus der FDJ zur Verfügung gestellt.
Ab 1959 hatte hier der neu gebildete “Zentrale Klub der Jugend und Sportler Berlin” seinen Sitz. Das Gebäude wurde in “Haus der jungen Talente“ umbenannt.
Nach dem Brand im Jahre 1966 wurde das Palais in vierjähriger Bauzeit in seiner barocken Form wiederhergestellt. Danach fanden hier verschiedene kulturelle Veranstaltungen wie “Festival des politischen Liedes” oder DDR-Jazz-Veranstaltungen statt.
1991, nach der Wiedervereinigung Deutschlands erhielt das Palais seinen Name “Podewils” wieder zurück und wurde zur anerkannten Adresse für Tanz, Neue Musik, Theater/Performance und Medienkunst. Im Seitenflügel befindet sich die Gaststätte Podewils.

Wegbeschreibung über die Eingangstreppe des Palais zum Medaillon

Jetzt 90 Grad rechts, einen Meter vor bis zum Treppenansatz. Drei Stufen abwärts, 90 Grad links und weitere drei Stufen abwärts. Danach 90 Grad links einen Meter vor und 90 Grad links.
Standort: Vor der Treppenwange der Palaistreppe und dem Medaillon.

Medaillon

Am kunstgeschmiedeten Gitter des Aufgangs ist in einen Meter 40 Höhe ein ovales Medaillon angebracht mit einer Inschrift, die über die Geschichte des Hauses Auskunft gibt. Die Reliefschrift lautet:

1701-04 erbaut von Jean de Bodt
seit 1732 Podewilsches Palais.
Im 2. Weltkrieg zerstört.
Nach dem Wiederaufbau
der Berliner Jugend übergeben.

Architektur

Das dreigeschossige barocke Palais wurde nach französischem Vorbild auf den mittelalterlichen Fundamenten und Kellerwänden des Vorgängerbaus zwischen 1701 und 1704 erbaut. 1890 wurde das Palais durch ein an den Seitenflügel angebautes Hinterhaus an der Waisenstraße erweitert.
Die mit fünf Achsen streng gegliederte Frontfassade ist in ihrem Dekor sehr zurückhaltend. Die monumentale Ädikula über dem Portal betont die zurückspringende mittlere Achse, die mit ionischen Doppelpilastern gefasst ist. Das Ganze ist mit einem Dreieckgiebel gekrönt.
Im ersten Obergeschoss über dem Portal schmückt ein Balkon mit dekorativem Barockgeländer die “bel ètage”.
Die seitlichen Fensterachsen werden nur durch flache Pilaster gegliedert. Die drei Stockwerke werden mit umlaufenden Gurtgesimsen getrennt. Das Palais ist mit einem Mansardendach abgedeckt.

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Wegbeschreibung zur Station 6 – Die Parochialkirche

Jetzt 90 Grad rechts und etwa 15 Meter geradeaus auf Gehwegplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts bis zur Bordsteinkante gehen. Auf dem Mosaikpflaster ist ein Schaltkasten und kurz vor der Bordsteinkante eine Straßenlaterne. Es folgt die Überquerung der sechs Meter breiten Parochialstraße ohne Ampelanlage. Der Autoverkehr kommt von links ist aber gering.
Auf der anderen Straßenseite angekommen 90 Grad links und etwa 35 Meter geradeaus auf großen Granitplatten mit Orientierung am Mosaikpflaster rechts bis zum Ende der Granitplatten, wo das Kopfsteinpflaster beginnt, gehen. Hier 90 Grad rechts.
Standort: Seiteneingang zum Kirchhof der Parochialkirche. Das gusseiserne Tor ist am Tage offen.
Jetzt durch das Tor in den Kirchhof hineingehen.
In das Kopfsteinpflaster ist rechts und links eine Rinne modelliert, die rund um die Parochialkirche verläuft. Von hier etwa 30 Meter der rechten Rinne im leichten Bogen nach rechts folgen.
Links befinden sich die Grabstellen, rechts ist die Parochialkirche.
Dann 90 Grad links und drei Meter bis zu einer 15 Zentimeter hohen Rasenbordsteinkante vorgehen. Jetzt etwa 20 Meter geradeaus auf dem Rasen bis zur Treppe einer Gruft vorgehen. Die Treppe besteht aus drei Stufen und kann als Sitzgelegenheit dienen.

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Station 6 – Die Parochialkirche

Kirchhof und Gruft

Das Kirchengelände liegt zwischen Klosterstraße, Parochialstraße und Waisenstraße direkt hinter der alten Stadtmauer Berlins. Das dreigeschossige Gemeindehaus schließt das Ganze von Süden ab.

 

Hinter der Kirche befindet sich ein Kirchhof, auf dem 1706 die ersten Beisetzungen stattgefunden haben. Alle Epitaphien, gusseisernen Grabkreuze und Grabtafeln, die steinernen Grabmale und beide Mausoleen wurden bis 2005 restauriert. Unterhalb der Kirche befindet sich eine Gruft, die ein wohldurchdachtes Belüftungssystem besitzt.

 Zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert wurden 560 hohe Staatsbeamte und Angehörige der reformierten Berliner Oberschicht, vermögende Familien und Einzelpersonen, teils adlig, teils bürgerlich, hier beigesetzt.

Das Gruftgewölbe wurde in den Jahren 1994-2001 wissenschaftlich untersucht und ist jetzt der Öffentlichkeit zugänglich.

Geschichte

Die Parochialkirche wurde als erster bedeutender barocker Sakralbau Berlins Anfang des 18. Jahrhunderts an der Ecke Klosterstraße und Parochialstraße (damals Podewilsgasse) errichtet und war für die Anhänger der reformierten Kirche bestimmt. Nach reformiertem Brauch erhielt die Kirche keinen eigenen Namen sondern wurde als Gemeindekirche nur Parochialkirche genannt.
Die ersten Pläne wurden 1694 vom Baumeister Johann-Arnold Nering, der von Friedrich III. beauftragt wurde, vorgelegt. Bei seiner Planung hat sich Nering sowohl von niederländischen als auch italienischen Kirchen inspirieren lassen.
Die Grundsteinlegung für das Kirchengebäude fand am 15. August 1695 statt. Neben dem Grundstein wurden auch ein Kupferstich des Grundrisses, eine Bibel und ein Katechismus in der Baugrube versenkt.

In Oktober 1695 starb der Baumeister und die Bauarbeiten wurden von dem Berliner Architekt enund Baumeister Martin Grünberg übernommen. Wegen des geringeren Budgets hat Grünberg den neuen Plan für die Kirche auf Basis der bereits vorhandenen Fundamente entworfen. Der umbaute Raum der Kirche wurde verkleinert.
1698 passierte das Unglück: Das zur Hälfte gebaute Gewölbe aus Ziegelmauerwerk über dem Zentralraum stürzte ein. Die Ursache blieb ungeklärt. Nach dem Einsturz wurden die notwendigen Planänderungen vom Architekten Andreas Schlüter ausgeführt. Die Einweihung der Kirche, jedoch ohne Turm, hat sich bis 1703 hingezogen.
In den folgenden zehn Jahren erfolgte die Turmaufstockung mit offener Glockenstube unter der Leitung des Preussischen Architekten Philipp Gerlach.
Im 19. Jahrhundert wurden einige Änderungen im Kirchen-Innenbereich vorgenommen.
Am 24. Mai 1944 brannten infolge der Bombardierung der Turm und der Innenraum der Kirche vollständig aus. Nach dem Krieg wurde das Obergeschoss der Vorhalle zu einer Notkirche in der Ruine ausgebaut. Das Schieferdach konnte erst 1951 wiedergestellt werden.
Der letzte Gottesdienst in der Kirche fand am 20. August 1961 statt. Danach wurde das Gebäude für Konzerte und Ausstellungen, und ab 1970 als Möbellager genutzt
Zur 750-Jahr-Feier Berlins wurde das Gebäude mit einem neuen Dach gedeckt. Nach der Wiedervereinigung wurden die denkmalpflegerischen Arbeiten durchgeführt. Für den Wiederaufbau der Turmspitze und der Glockenspiele, wurden ab 2008 von Verein “Denk mal an Berlin“ Spendengelder gesammelt.
Zwischen Januar 2015 und Herbst 2016 wurde die neue Turmspitze wiederaufgebaut und Am 23. Oktober 2016,mit dem Konzert des Glockenspiels, feierlich eingeweiht.

Wegbeschreibung über den Kirchhof der Parochialkirche

Jetzt etwa 20 Meter geradeaus auf dem Rasen bis zur Bordsteinkante zurückgehen. Dann drei Meter vor auf Kopfsteinpflaster bis zur früher erwähnte Abflussrinne und 90 Grad links. Von hier etwa 20 Meter der Abflussrinne rechter Hand bis zu einem zweiten Kanalgitter folgen das sich in der Abflussrinne befindet. Hinter dem Kanalgitter 45 Grad rechts und auf dem Mosaikpflaster zwei Meter bis zur einer Rampe aufwärts vorgehen. Die Rampe, die zum Seiteneingang der Kirche führt, ist ein Meter 20 breit, mit Gehwehplatten belegt und beidseitig mit Geländern ausgestattet. Jetzt neun Meter über die Rampe, dann zwei Meter vor und 90 Grad rechts.
Standort: Südlicher Seiteneingang der Parochialkirche.
Die Tür aus massivem Holz öffnet nach innen rechts, ist aber zu den Öffnungszeiten immer offen.Jetzt in die Kirche eintreten.  Zehn Meter nach Eintritt befinden sich mehrere Sitzgelegenheiten.

Architektur

Die barocke Parochialkirche, die als Vierkonchenhalle auf den kreuzartigen Grundriss gelegt wurde, ist mit einem Kuppelgewölbe aus Ziegelmauerwerk abgedeckt. In den Außenwänden, die mit hellem Putz verkleidet sind, befinden sich hohe Rundbogenfenster.

Der Haupteingang führt durch ein hohes Portal und hat ebenfalls einen Rundbogen als Abschluss. Er wird durch zwei flankierende halbrunde Pilastersäulen betont. Über dem Portal befindet sich eine runde Fensteröffnung, die mit einer Rosette gefüllt ist.
Auf der Gesimshöhe über dem Portal befindet sich ein Tympanon, das zusammen mit dem Gebälk, von zwei ebenfalls halbrunden zweigeschossigen Pilastersäulen, getragen wird. Auf beiden Seiten des Portals und in den seitlichen Wänden der Vorhalle befinden sich in jedem Geschoss ebenfalls Rundbogenfenster.
Die Ecken des Vorbaus sind von jeder Seite, auf ganzer Höhe mit Pilastern flankiert. Alle Pilaster und Halbsäulen sind mit einem ionischen Kapitell gekrönt.
Der zerstörte Kirchenturm hatte einen obeliskartigen Helm und war bis zur Spitze etwa 60 Meter hoch.
Weitere Schmuckelemente und Fenster verschiedener Form finden sich vor allem am Turm der Kirche sowie im Bereich des Daches.
Nach den Zerstörungen blieb der Kircheninnenraum unverputzt.

Weitere Wegbeschreibung in der Parochialkirche in Richtung zum Altarraum

Der Weg innerhalb der Parochialkirche führt gegen den Uhrzeigesinn entlang der Kirchenwand Deswegen erfolgt die Orientierung immer an der Wand rechter Hand.
Nach Eintritt zwei Meter geradeaus, dann 90 Grad rechts und etwa 15 Meter dem Verlauf der unverputzten Innenwand aus Backstein folgen.
In der gesamten Kirche sind zahlreiche Wandnischen. Orientierung an den Fußleisten rechts. An der zweiten Nische ist ein Betonquader im Laufweg, diesen rechter Hand umgehen. Es folgt eine Stufe aufwärts. Weiter etwa15 Meter einen Viertelkreis an der Wand des konchenförmigen Altarraums entlang gehen und 90 Grad links.
Standort: Ost-West-Achse der Kirche mit Blick Richtung Westen.

Altarraum

Die östliche und nördliche Konche ist mit fünf Fenstern, die sich in etwa 70 Zentimeter tiefen Nischen befinden, versehen.
In der südlichen befinden sich vier Fenster und in der Mitte die Tür des Seiteneingangs.
Die östliche Konche diente als Altarraum.

Heute existiert der Barocke Altar nicht mehr. Er wurde durch einen einfachen Altartisch ersetzt.

Über dem Altartisch hängt das große Eisenkreuz, das von Fritz Kühn anlässlich des Kirchentages 1961 aus in den Ruinen gefundenen Rohren gefertigt wurde.

Weitere Wegbeschreibung in der Parochialkirche in Richtung zum Modell des Turmes mit den Glockenspiel

Nun 90 Grad rechts und etwa 15 Meter der Wand entlang gehen. Es folgt eine Stufe abwärts. Vier Meter vor der Stufe abwärts ist eine Bodenerhebung im Laufweg. Von hier weiter etwa 30 Meter der halb kreisförmigen Wand der nördlichen Konche folgen bis die Westliche Konche anfängt und weitere sechs Meter gehen.
Standort: vor dem Modell des Turmes mit dem Glockenspiel.

Glockenspiel

Das von Friedrich Wilhelm I. geschenkte Glockenspiel erklang erstmals zum Neujahrstag 1715. Wegen der mangelhaften Qualität der ersten, von Jacobi in Berlin gegossenen Glocken, wurden 1717 in Amsterdam 35 neue Glocken von Johan Albert de Grave gegossen.
Die Glocken hingen in zwei Reihen übereinander. Aus einem kleinen Kabinett das unterhalb der Glocken platziert war, fand die Bedienung der Glocken statt. Durch metallene Züge wurden die Glocken mit dem Spieltisch verbunden.
Man konnte freie Melodien spielen. Durch die Verbindung der Glocken mit der Kirchenuhr erklang alle sieben Minuten ein einfaches Zeitsignal. Jede Viertelstunde erklang eine kurze Melodie und jede halbe Stunde ein langer Choral.
Für das Glockenspiel und die Uhr musste der Antrieb zweimal täglich aufgezogen werden. Ein elektrischer, automatischer Aufzug wurde 1905 eingebaut.
Das Glockenspiel der Parochialkirche war in Berlin berühmt. Es gab wöchentlichen Konzerte und ab Anfang der 30er Jahre auch europaweit ausgestrahlte Rundfunkübertragungen.
Ein drei Meter hohes Modell des Turmes mit Glockenspiel im Maßstab 1:10 ist seit September 2007 hier zu sehen und zur tasten.

Wegbeschreibung Richtung Ausgang

Von hier dem Wandverlauf auf acht Metern weiter folgen. Dann 90 Grad rechts in den Kirchenvorraum einbiegen und sechs Meter der nördlichen Wand des Vorraums folgen.
In der Mitte der nördlichen und südlichen Vorraumwände befinden sich die Zugänge zu den kreisförmigen Treppen, die zu den oberen Geschossen des Turmes führen. Jetzt 90 Grad links und vier Meter der westlichen Wand des Vorraums folgen und 90 Grad links.  In dieser Wand befindet sich die Tür zum Haupteingang – und Ausgang im Westbau. Dieser wird momentan nicht benutzt. Dann acht Meter der südlichen Wand des Vorraums weiter folgen. Jetzt 90 Grad rechts und etwa 30 Meter der rechten Wand bis zur südlichen Ausgangstür folgen.
Auf diesem Weg ist nach etwa 20 Meter ein weiterer kleiner Betonquader im Laufweg, diesen bitte rechter Hand umgehen. Nach 30 Metern 90 Grad rechts und durch die Tür aus der Kirche heraus gehen. Nach dem Ausgang zwei Meter vor 90 Grad rechts und zwei Meter bis zum Treppenansatz vorgehen. Es folgt die Treppe mit drei Stufen abwärts, Orientierung an der Kirchenaußenwand rechts. Dann 90 Grad links und zwei Meter auf Kopfsteinpflaster über die im Boden geformte Abflussrinne vorgehen und 90 Grad rechts. Jetzt sechs Meter dem Abflussrinnenverlauf rechter Hand folgen und weitere zwölf Meter mit Orientierung an einer Hecke rechts weitergehen. Am Ende der Hecke 90 Grad rechts, einen Meter vor und 90 Grad links.
Von hier sechs Meter geradeaus auf unterschiedlichen Belägen durch ein geöffnetes einen Meter breites Tor gehen.
Standort: Klosterstraße 67

Wegbeschreibung zur Station 7 – Das Geschäftshaus der Gebrüder Tietz

Jetzt einen Meter vor und 90 Grad links, dann etwa 30 Meter auf Gehwegplatten geradeaus ohne Orientierungsmöglichkeit. Nun zehn Meter auf dem Mosaikpflaster der Wand des Hauses linker Hand folgend bis zum Kopfsteinpflaster einer Einfahrt gehen. Hier zwei Meter vor und 90 Grad links.
Standort: Klosterstraße 64. Eingang zum Gebrüder Tietz Haus.

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Station 7 – Das Geschäftshaus der Gebrüder Tietz

Geschichte

In der Klosterstraße 64 steht ein viergeschossiges Gebäude, das 1904-1906 als Geschäftshaus der Kaufleute Berthold, Georg und Heinrich Tietz erbaut wurde. Am Anfang wurden die Flächen an mehrere Firmen aus der Textilbranche vermietet.

Die Firma “Gebrüder Tietz“, die ursprünglich ein Kurzwarengeschäft war, hat unter anderem Knöpfe für die Konfektionsbranche hergestellt.
Die Brüder Berthold, Georg und Heinrich Tietz waren Großenkel der Tietz-Dynastie, denen mehrere Tietz – Kaufhäuser gehörten. Nach der Arisierung der Tietz Kaufhäuser am Alexanderplatz und in der Leipzigerstraße, hat das Haus in der Klosterstraße seit 1933 als Verwaltungsgebäude gedient.
Im Zweiten Weltkrieg blieb das Haus von Zerstörungen verschont. Später wurden in dem Haus Einrichtungen des Berliner Magistrats untergebracht.

Architektur

Das viergeschossige Gebäude mit ausgebautem Dachgeschoss und zwei Hinterhöfen wurde von dem Architekten Georg Lewy auf einem schmalen Grundstück entworfen und erbaut. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der neue Typus des Pfeilerbaus entwickelt. Dieser Typ war für große, gut beleuchtete Räumen sehr gut geeignet. Da für das Gebäude die tragende Funktion der Innen- und Außenwände von Stützen und Pfeiler übernommen wurde, konnte man die Fassaden mit großflächigen Schaufenstern versehen.
Die Sandsteinfassade wird durch sechs schlanke Wandpfeiler, die vom Sockel bis zur Dachkante reichen, in fünf Teile gegliedert. Das geschwungene Hauptgesims des risalitartigen Mittelteiles ist das Pendant zu dem halbkreisförmigen Fenster im obersten Geschoss.

Die vertikale Betonung der Fassade wird durch die dreifache Unterteilung der Fenster verstärkt. Die Horizontale wird durch Gesimsbänder zwischen den Geschossenmarkiert. Die massive Fassade ist durch reiche Dekoration mit figürlichem Schmuck verziert und wird durch Jugendstilelemente aufgelockert.

Stilisierte Frauen – und Männerköpfe, und pflanzliche Ornamente dienen als dekorative Elemente. Über zwei Tore, die sich im mittleren Teil befinden, kann man die Hinterhöfe erreichen. Das linke Tor ist aus Metall und mit Jugendstilelementen verziert. Die beiden Tore werden von Pfeilern umfasst, die ebenfalls mit Ornamenten beschmückt sind.
Das unter Denkmalschutz stehende Haus zählt heute zu den selten gewordenen Beispielen der Jugendstilarchitektur in Berlin-Mitte.

Wegbeschreibung zum ersten Innenhof

Der rechte Torflügel ist meistens offen. Nun durch das Tor ins Gebrüder Tietz Haus hinein gehen und etwa 30 Meter geradeaus mit Orientierung an der hohen Bordsteinkante rechts, durch die Hofdurchfahrt zum ersten Innenhof gehen. Hinter der Bordsteinkante verläuft ein 50 Zentimeter schmaler Fußweg der durch eine Wand begrenzt wird.
Standort: Erster Innenhof des Gebrüder-Tietz-Hauses.

Erster Innenhof

Die Wände des Innenhofes oberhalb der Sockel sind mit grün oder weiß glasierten Backsteinziegeln in waagerechten Streifen gestaltet. Der Sockel ist in rotem Backstein gemauert. Die Pfeiler zwischen den Fenstern sind zusätzlich mit Pilastern betonnt. Der Seitenvorbau ist mit einer ovalen Attika mit kreisförmiger Öffnung gekrönt.

Weitere Wegbeschreibung zum zweiten Innenhof

Von hier etwa 20 Meter der Bordsteinkante entlang gehen und über eine drei Meter lange Rampe aufwärts, bis zum Vorbau gehen. Hier 90 Grad links, drei Meter vor und 90 Grad rechts.
Standort: Direkt vor der mittleren Eingangstür des hinteren Gebäudes. Man kann hier die Ornamente ertasten.

Zweiter Innenhof

Der Eingang zu weiteren Teilen des Hauses befindet sich am Ende des Hofes. Er besteht aus vier Türflügeln aus Metall, die mit Ornamenten versehen sind. In den Türflügeln befinden sich jeweils ovale Öffnungen mit ornamentierten Gittern.

Wegbeschreibung Richtung Ausgang

Jetzt 90 Grad rechts und drei Meter der Wand linker Hand folgen und bis zur Rampe rechts vor. Dann 90 Grad rechts und drei Meter über die Rampe abwärts gehen und etwa 50 Meter geradeaus mit Orientierung an der Bordsteinkante links, zurück bis zum Ausgangstor gehen.

Wegbeschreibung zur Station 8 – Die Mühlendammschleuse

Jetzt durch das Tor, zwei Meter vor und 90 Grad links. Dann etwa 25 Meter geradeaus auf verschiedenen Belägen mit Orientierung an der Fassadenflucht der Klosterstraße links bis zur Bordsteinkante gehen.
Es folgt eine vier Meter breite Ein- und Ausfahrt. Danach etwa 27 Meter weiter geradeaus entlang der Hausfassaden bis zur Hausecke gehen.
Standort: Klosterstraße Ecke Stralauer Straße
Dann 90 Grad links in die Stralauer Straße einbiegen und sechs Meter auf Gehwegplatten mit Orientierung an der Hauswand links vorgehen. Jetzt 90 Grad rechts und dann vier Meter bis zur Bordsteinkante vorgehen.
Es folgt die Überquerung der Stralauer Straße für etwa 18 Meter. Eine akustische Ampelanlage ist vorhanden.
An der anderen Straßenseite drei Meter bis zur Hauswand vorgehen, 90 Grad rechts und drei Meter vor bis zur Wandecke gehen. Dann 90 Grad links und etwa 80 Meter auf Asphalt der Hauswand linker Hand entlang bis zur nächsten Wandecke gehen.
Standort: Klosterstraße Ecke Rolandufer
Dann weiter geradeaus drei Meter bis zur Bordsteinkante. Es folgt die Überquerung des Rolandufers. Eine Ampelanlage ist nicht vorhanden, der Autoverkehr kommt von beiden Seiten, ist aber gering. Die vier Meter breite Straße ist mit Kopfsteinpflaster belegt.
Auf der gegenüberliegenden Seite ist der Bordstein 20 Zentimeter hoch. An der anderen Straßenseite angekommen zwei Meter auf Sandweg vor bis zu einer 75 Zentimeter hohen Ufermauer gehen.
Standort: Rolandufer. Das Mauergeländer oberhalb der Spree
Hier 90 Grad rechts und etwa 45 Meter geradeaus auf Sandweg der Geländermauer entlang bis zum Ende gehen. Ab hier 90 Grad rechts zwei Meter vor und 90 Grad links. Links vorne steht der erste von zahlreichen Bäumen auf der Promenade. Auf dieser Strecke, etwa 70 Zentimeter vom Ufergeländer entfernt, befinden sich die schon erwähnten Promenadenbäume in Abständen von 10 Meter voneinander.
Nun etwa 20 Meter auf der Sandpromenade mit Orientierung an den Bäumen linker Hand. Hinter dem dritten Baum 90 Grad links und bis zum Geländer vorgehen.
Standort: Mühlendammschleuse, direkt vor dem östlichen Tor der Schleuse. Im Hintergrund erstreckt sich die Fischerinsel.
Mit etwas Glück und gutem Gehör kann man hier hören wie das Wasser von der linken Spreeseite in die Schleusenkammer einfließt.

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Station 8 – Die Mühlendammschleuse

Geschichte

Die Kanalkammerschleuse wurde im Jahr 984 in China erfunden. Schon Anfang des 13. Jahrhunderts war der Mühlendamm (damals Molendamm) wo sich der Schnittpunkt von bedeutenden Handelsstraßen zu Wasser und zu Land befand, ein sehr wichtiger Punkt für die beiden Siedlungen – Berlin und Cölln.

Die beiden auf Sandkuppen befindlichen Siedlungen waren durch den primitiv befestigten Molendamm verbunden. Der Damm bestand aus einem mit Baustämmen verstärkten Bohlenweg, dessen Lücken vom Fluss durchflossen wurde. Da der Damm den Schiffen den Weg versperrte, war das aber keine gute Lösung.
Deswegen musste vor dem Damm der Oberspree, die Ware auf andere, in der Unterspree liegende Schiffe umgeladen werden.
Der erste Vorläufer der Mühlendammschleuse, eine schiffbare hölzerne Schleuse wurde 1578 gebaut und als Stadtschleuse bezeichnet. Mit der Industrialisierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dieser Weg zu eng und die Berliner Schifffahrt bereits als Nadelöhr bezeichnet.1894 wurde die Spree im Schleusenbereich vertieft und verbreitet, und die mittelalterliche Stadtschleuse wurde durch eine neue Mühlendammschleuse mit einer inneren Kammerlänge von 110 Metern und Toren von 9,6 Meter Breite ersetzt.
Auf den Schleuseninseln wurde ein Gebäude errichtet, das zur Bedienung der Schleuse diente. Des weiteren beherbergte dieses Gebäude das Maschinenhaus, die Wohnung für den Schleusenmeister und Räumlichkeiten für den Zoll.

Schleuse

Die heutige Doppelkammerschleuse für 1000 Tonnen-Schiffe wurde, 1936 gebaut.
Die Schleusenkammerwände bestehen aus Stahlspundprofilen, die Schleuseneinfahrten sind aus Stahlbeton gebaut und die Schleusentore wurden als stählerne Schweißkonstruktion gefertigt.

Die Fallhöhe beträgt eineinhalb Meter, mit einer Wassertiefe von sechs Metern, die beiden Kammern sind 12 Meter breit und 136 Meter lang. Die Zeit einer Schleusung beträgt rund 30 Minuten.

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